Pferdesport Hohenloherin bei den Youth World Games nach Texas

Den Trail bei den Youth World Games ist Leonie Schnell mit einem anderen Pferd geritten. Ihr Sueno hat zu Hause im Stall auf ihre Rückkehr gewartet.
Den Trail bei den Youth World Games ist Leonie Schnell mit einem anderen Pferd geritten. Ihr Sueno hat zu Hause im Stall auf ihre Rückkehr gewartet. © Foto: Katja Hartwig
Bauersbach / Katja Hartwig 31.07.2018
Die 16-jährige Westernreiterin Leonie Schnell aus Kupferzell-Bauersbach hat mit dem deutschen Team bei den Youth World Games teilgenommen.

„Ich hatte große Angst um die Rodeoreiter“, sagt Leonie Schnell, „es ist zwar wirklich interessant, aber ich kann mir nicht vorstellen, warum man so etwas macht.“ Sie selbst bleibe lieber beim Westernreiten. Das Rodeo in Fort Worth live mitzuerleben, ist nur eines der Highlights ihrer USA-Reise.

Gemeinsam mit vier anderen deutschen Reiterinnen hat sie an den Youth World Games in Texas teilgenommen. Die Weltmeisterschaft der Jugend im Westernreiten wird von der American Paint Horse Association (APHA) ausgetragen. Von 25. Juni bis 8. Juli drehte sich in Fort Worth alles um Pferd und Reiter.

 Schon die Hinreise war für Leonie eine neue Erfahrung. Die 16-jährige Kupferzellerin steigt für das Event das erste Mal in ein Flugzeug. „Mir war schon etwas mulmig am Anfang“, gibt sie zu, „vor allem, weil wir vor dem Abflug viel Stress hatten.“ Wegen vertauschter Pässe musste die Gruppe durch extra Sicherheitskontrollen und war dadurch sehr spät dran. „Zum Gate mussten wir rennen“, lacht sie, „aber cool war es trotzdem, vor allem der Start.“ Begleitet wurde das Team von Andreas Barrenberg, dem Präsident des Paint Horse Club Germany (PhcG).

Die Pferde werden zugelost

Eine der größten Herausforderungen neben dem Flug war das Reiten der Prüfung mit einem anderen Pferd. Da der Aufwand, das eigene Pferd mit zum Turnier zu nehmen zu groß ist, bekommen die Jugendlichen vor Ort Pferde gestellt. Die Zuteilung wird über eine Auslosung entschieden. „Als ich mein Pferd für die Prüfung gezogen habe, war ich erst mal irritiert“, erinnert sich Leonie. Es trägt den Namen „Twenty-Four“. „Ich dachte erst mal, welches Pferd hat denn eine Zahl als Namen, aber am Ende war ich schon froh, es bekommen zu haben.“

Leonies Disziplin ist der Trail, ein Parcours mit Hindernissen, wie Stangen, Pylonen und einem Tor, die passiert werden müssen. Jedem Team wurde ein Trainer zur Seite gestellt, dessen Pferde die ganze Woche über von den Teilnehmern geritten werden konnten. Ihr Turnierpferd durfte Leonie allerdings erst fünfzehn Minuten vor dem Start austesten.

Neben der eigenen Reitprüfung und dem Zuschauen konnten die Teams sich gemeinsam eine Zuchtstation ansehen. „In Amerika machen sie es mit erfolgreichen Stuten so, dass sie von einem reinrassigen Hengst gedeckt werden, die Fohlen aber von einer Leihmutter ausgetragen werden, damit die Stute weiterhin im Sport laufen kann.“ Mit ihrem eigenen Pferd würde sie das aber nicht machen, fügt sie hinzu.

Ein anderer Umgang mit Tieren

Der amerikanische Reitsport unterscheidet sich vom deutschen vor allem im Umgang mit dem Pferd. „Man merkt einfach, dass die Kinder hier mit den Pferden groß werden. Für sie ist es selbstverständlich, dass man mehrere Pferde im Stall stehen hat und wenn eins nicht mehr gut läuft, kommt es eben weg.“ Vor allem die Trainer nehmen ihren Nachwuchs zu jeder Show mit. Der Eindruck, dass das Pferd trotz allem doch hauptsächlich ein Sportgerät ist, dominiert. „Ich will nicht sagen, die Leute hier lieben ihre Pferde nicht“, erklärt Leonie, „aber trotzdem merkt man, dass sie ganz anders mit ihren Tieren umgehen, als man das aus Deutschland kennt.“ Das zeigt sich auch daran, dass Pferde in den USA legal gedopt werden dürfen, da die Tierschutzgesetze nicht so tiefgreifend sind wie die deutschen.

Zu ihrer eigenen Prüfung (Rang 3 in der Kategorie Trail) findet Leonie keine Worte. „Es ist einfach ein völlig anderes Gefühl, in so einer riesigen Arena zu reiten, ich kann es gar nicht wirklich beschreiben.“ Ums Gewinnen ging es ihr nicht in erster Linie. Viel wichtiger waren für Leonie der Spaß und die Erfahrungen, die sie in den zehn Tagen sammeln konnte. „Für mich war der gesamte Aufenthalt ein einzigartiges Erlebnis“, strahlt sie, „vor allem mit meinem Team hatte ich eine wirklich schöne Zeit.“

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