Am neunten Spieltag der Basketball-Regionalliga Baden-Württemberg mussten die Akteure der TSG Volksbank Reutlingen eine bittere 76:77 (36:41) Niederlage hinnehmen. Aufgrund eines drastischen Fehlers des Kampfgerichts wurde gegen die Spielwertung jedoch Protest eingelegt.

Schwacher Start

Vielleicht war die die ungewöhnlich frühe Startzeit am Sonntagmittag um 12.15 Uhr Grund für den verschlafenen Start der Ravens gegen den Ludwigsburger Bundesliganachwuchs. Jedenfalls kamen die Tsouknidis-Schützlinge äußert schlecht in die Partie. Bereits nach wenigen Minuten lief man einem zweitstelligen Rückstand hinterher. Vor allem in der Offensive wollte nicht viel gelingen. Der Ludwigsburger U20-Nationalspieler Ariel Hukporti war schwer zu kontrollieren. Nach dem ersten Viertel betrug der Rückstand schon zehn Punkte (14:24).

TSG kämpft sich heran

Nach einer deftigen Viertelansprache wachten die Ravens langsam auf. Der wieder einmal überragende Damir Dronjic (32 Punkte) brachte die Achalmstädter Punkt für Punkt heran. Doch auch die Gastgeber, die vollbesetzt mit Ihren Nachwuchsbundesliga-Spielern antraten, lieferten ein gutes Spiel und konnten die Führung stets behaupten. Mit 41:36 für Ludwigsburg ging es in die Pause

Umkämpftes Spiel

Auch nach der Halbzeit entwickelte sich ein umkämpftes  und enges Spiel. Die Gastgeber konnten sich zunächst wieder absetzen, doch die TSG steckte nicht auf und konterte. Es ging nun hin und her, doch kein Team schaffte mehr einen größeren Lauf. Der wiedergenesene Kapitän Justin Klay erzielte zwei wichtige Dreier und so blieben die TSG-Schützlinge nach dem Viertel noch im Rennen um den Sieg (56:62). Jedoch erhielt vor allem Dronjic zu wenig Schützenhilfe von den sonst  starken Scorern Gaurina und Charlton, die zusammen auf nur vier Punkte kamen und keinen guten Tag erwischten.

Drama im Schlussakt

Ludwigsburg konnte sich zunächst wieder zweistellig absetzen, doch der Tabellenführer ließ sich nicht abschütteln und kam abermals zurück ins Spiel. Dann entwickelte sich ein Drama in mehreren Akten.  Zunächst traf Alexander Schmid für die TSG und verkürzt den Rückstand auf einen Punkt (76:77). Bei noch 18 Sekunden auf der Uhr hatten die Gastgeber Einwurf. Den Reutlinger gelang ein Ballgewinn, da die Ludwigsburger Probleme beim Einwurf hatten und dieser von einem Ludwigsburger Fuß ins Aus ging. Die TSG hatte somit 14 Sekunden auf der Wurfuhr (24-Sekunden Uhr). Auf der Spieluhr waren jedoch noch etwa 18 Sekunden zu spielen.

Damir Dronjic spielte den Ball spät zu Nikola Gaurina der mit der Wurfsirene einen Dreier zum möglichen Sieg traf. Der Wurf kam jedoch etwas zu spät und zählte somit nicht. Das Kampfgericht beachtete jedoch nicht, dass die Differenz von ca. vier Sekunden noch zu spielen gewesen wären und ließ die Uhr bis auf 0,4 Sekunden herunterlaufen. Bei der noch zu spielenden  offiziellen Zeit von vier Sekunden hätten die TSG-Schützlinge noch ein Foul begehen können, um die Ludwigsburger an die Freiwurflinie zu schicken.

Da die Ravens dann auch noch eine Auszeit hatten, hätten die Reutlinger nochmals Einwurf im Vorfeld haben können, um noch einen Wurf zu versuchen. So wurden den Ravens die rund vier Sekunden geraubt und das Spiel endete mit 77:76 für die Gastgeber.

Vier Sekunden fehlen

Die TSG legte gegen die Wertung Protest ein. Das Spiel wurde von den Gastgebern auf Video aufgezeichnet. Somit besteht ein Videobeweis. Die TSG-Verantwortlichen prüfen nun die Protestchancen und hoffen das Videomaterial zu erhalten.

Headcoach Vasilis Tsouknidis: „Wir haben heute schlecht gespielt. Vor allem die erste Halbzeit war sehr schlecht. Wir haben zu viele Einzelaktionen versucht und unseren Matchplan nicht verfolgt. Wir sind von unserer guten Ballbewegung der letzten Woche abgewichen und zu oft mit dem Kopf durch die Wand.  Trotzdem wurden wir am Ende einer potentiellen Siegchance, oder zumindest der Chance zur Verlängerung beraubt und das aufgrund des Fehlers bei der Zeitnahme. Wir haben Protest eingelegt und prüfen nun unsere Möglichkeiten“.

TSG: Dronjic (32/3 Dreier), Schmid (11), Klay (8/2), Durant (7/1), Grubic (6), Albanus (4), Adeboyeku (4), Charlton (2), Gaurina (2), Terzidis, Tomas-Duarte, Janovsky.