Die Basketballer der TSG Volksbank Reutlingen bleiben auch nach sieben Spielen ungeschlagen Tabellenführer der Regionalliga BW. Am Sonntagabend bewiesen sie einmal mehr Moral und drehten einen 14-Punkte-Pausenrückstand (27:41) in einen 80:69-Auswärtserfolg. Dabei mussten die TSG-Schützlinge einigen Rückschlägen trotzen.

Start zum Vergessen

Das schwere Auswärtsspiel in Haiterbach stand zunächst unter keinem guten Stern. Die Flügelspieler Duvnjak (verletzt) und Schmid (krank) konnten bereits nicht mitwirken, ebenso wenig wie die starken Jugendspieler Ahlgrim, Tomas-Duarte und Martini. Topscorer Damir Dronjic spielte ebenfalls angeschlagen. Zu allem Überfluss blieb kurz vor dem Spiel Starter Florian Köppl mit seinem Auto auf der Autobahn mit einer Panne stehen und konnte erst kurz vor Spielbeginn dazustoßen. Somit musste Headcoach Vasilis Tsouknidis seine Startformation kurzfristig umbauen. Diese Verunsicherung merkte man dem Team früh an.

Gegen die Zonenverteidigung der Gastgeber trafen die Ravens die Würfe nicht und konnten keinen Rhythmus aufbauen, während die Schwarzwälder vom frenetischen Publikum nach vorne gepeitscht wurden.  Mit einem 13:0-Lauf setzten sie sich auf 19:8 ab und konnten das Viertel klar mit 23:15 für sich entscheiden. Insbesondere der 2,10 Meter große Ex-Profi Sascha Kesselring war zunächst kaum zu kontrollieren.

Ravens weiterhin ohne Fortune

Auch im zweiten Viertel schafften die Ravens es nicht, die Zonenverteidigung der Gastgeber zu knacken und hatten dazu nun auch noch Pech bei vermeintlich sicheren Korbversuchen, die aus dem Ring kullerten. So wuchs der Rückstand kurz vor der Pause auf bis zu 17 Punkte an (24:41), ehe Nikola Gaurina seinen Farben mit dem letzten Dreier vor der Halbzeit noch etwas Hoffnung gab.

Taktische Umstellung dreht Spiel

In der Halbzeitpause war die einhellige Meinung aller Spieler, dass das Spiel noch gedreht werden kann. Tsouknidis nahm einige taktische Umstellungen in der Verteidigung vor, was direkt fruchtete. Die Ravens kamen nun in mehr Schnellangriffe und konnten leichter Punkte erzielen, während die Penetration der Gastgeber gestoppt wurde. Marques Charlton (21 Punkte)  lief nun warm und wurde tatkräftig von den anderen Spielern unterstützt, die nun endlich einen Rhythmus fanden. Kurz vor der Viertelpause waren die Ravens auf einen Zähler ran, ehe Haiterbachs Topscorer Babic einen Dreier zum 57:53 verwandelte. Im letzten Viertel merkte man schnell die zunehmende Müdigkeit der Gastgeber, die nur eine Acht-Mann-Rotation aufbieten konnten. Über die starken Julius Albanus und Sinan Durant gelang beim 61:62 die erste TSG-Führung. Vier schnelle Punkte von Dronjic und ein Albanus-Dreier brachten die TSG fünf Minuten vor Schluss zweistellig in Führung (71:61).

Moral gebrochen

Die Moral der kämpfenden Gastgeber war gebrochen. Die Ravens kontrollierten die Rebounds und das Spiel und ließen keinen Zweifel mehr am Sieger der Partie und konnten somit auch im siebten Spiel in Folge siegreich vom Feld gehen. Headcoach Vasilios Tsouknidis: „Wir wussten, dass es schwer wird. Wir hatten aufgrund vieler Ausfälle keine guten Trainingsbedingungen, dazu kam die Autopanne von Köppl.  Gaurina und Charlton kamen direkt von der Arbeit zum Spiel. Wir hatten somit anfangs Probleme, die Zone zu knacken und einen Rhythmus zu finden. 27 Punkte zur Halbzeit sprechen  Bände. Wir haben aber immer an uns geglaubt und große Moral bewiesen. Sinan Durant und Julius Albanus haben uns gute Impulse gegeben. Mein Team weiß nun, dass wir Rückstände wie in den letzten Partien noch im letzten Viertel drehen können. Allerdings hoffe ich, dass dies künftig nicht dauernd notwendig sein wird.“

TSG-Scoring: Charlton (21/2 Dreier), Dronjic (17/1), Durant (10/2), Albanus (9/1), Köppl (9), Sipetic (8), Gaurina (6/2), Hägele, Grubic, Traore

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