Das Oberligaspiel SSV Reutlingen gegen Stuttgarter Kickers vom 3. November (1:1) hat ein Nachspiel. Der SSV wurde wegen pyrotechnischer Verfehlungen auf den Rängen zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt. Schwerwiegender ist jedoch das Geisterspiel am 7. März gegen den 1. FC Rielasingen, bei dem also keine Zuschauer zugelassen sind.

SSV geht in Berufung

Der SSV Reutlingen geht in Berufung, hofft, dass das Urteil geändert wird und das Spiel gegen Rielasingen unter normalen Zuständen absolviert werden kann. In besagtem Derby zündelten die   600 „Kickers-Fans“ mehrfach mit Pyros, die sie in Richtung Spielfeld warfen – aber so weit kamen sie  zum Glück nicht.

Appelle verhallen ungehört

Der Stadionsprecher des SSV hat zusammen mit Schiedsrichter-Betreuer Klaus Sulz und der Polizei – ihr Zimmer liegt neben dem des Stadionsprechers – dreimal an die Fans appelliert, diesen Unsinn zu unterlassen. Schiedsrichter Tobias Fritsch aus Mainz würde sonst das Spiel unterbrechen. Die „Feuerwerker“ ließen sich nicht beeindrucken, zündelten weiter. Erst als der Stadionsprecher die Botschaft weitergab, dass Fritsch beim nächsten Pyro das Spiel abbrechen würde und die Kickers vom Sportgericht bestraft werden könnten (kein Punkt?) blieb alles ruhig. Das Zündeln war vorbei.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Vom  Reutlinger Block der Szene E kam kein einziger Pyro aufs Spielfeld. Also wird der SSV bestraft, obwohl sich seine Fans nicht provozieren  ließen.

Starke Security machtlos

Der SSV ist für die Sicherheit im Stadion verantwortlich, man hatte einen Security-Service mit 50 Personen  engagiert und bezahlt. Die Kickers-Anhänger haben Ordner  weggestoßen, brachten Pyros in ihren Block, obwohl auch die Polizei in großer Anzahl anwesend war.

Die Folgen sind nur drastisch. Ein Geisterspiel bedeutet keine Fans, nur einige Funktionäre und die Presse. Das will der SSV Reutlingen unter allen Umständen vermeiden. Man hofft, mit der Berufung Erfolg zu haben. Die Fans müssen 13 Wochen warten bis sie ihre Lieblinge wieder sehen – nun wären es 14 Wochen. Das darf nicht sein.