Nach dem souverän herausgespielten 27:20-Sieg über den TV Willstätt überwintert der VfL Pfullingen fünf Wochen lang auf dem achten Platz der 3. Liga Süd und hat 18:16 Punkte.

In der ersten Halbzeit dominierte der VfL klar, führte haushoch, doch nach der Pause kam ein Einbruch. Die Gastgeber verloren die zweite Halbzeit gegen biedere Südbadener mit 11:14, als das Pfullinger Trainer-Team einiges ausprobierte, was nicht wunschgemäß klappte.

Da war viel Sand im Getriebe, die Spieler nahmen  es emotionslos hin. Trainer Frederick Griesbach aber meinte: „Wenn nicht jetzt, wann soll ich dann was testen.“

Niklas Roth wurde geschont: Schmerzen in beiden Handgelenken ließen den Einsatz des jungen Rückraumshooters wenig sinnvoll erscheinen.

Der Ostälbler David Wittlinger bestritt sein letztes Spiel in Pfullingen, stellt den Beruf in den Vordergrund und geht dann beim TV Steinheim/Albuch, seinem Heimatverein unweit von Heidenheim, wieder auf Torjagd.

Der VfL begann standesgemäß, führte in der 4. Minute 3:0, ehe er elf Minuten lang kein Tor erzielte, dann auf 5:0 erhöhte.

Verheerender Gästestart

Der schwache Gast hatte in den ersten zwölf Minuten nicht ein einziges Tor erzielt (drei Becker-Paraden), ehe Willstätt in der 13. Minute das erste Tor zum 5:1 erzielte. Das gab es in Pfullingen noch nie.

Über das 8:3 ging es zum 12:5, da zudem Daniel Schlipphak drei Siebenmeter abwehrte. Der Gast zeigte kaum Widerstand, wehrte sich nicht, so steigt man  ab.

Der Halbzeitstand betrug 16:6, aber die zweite Halbzeit verlor der VfL 11:14, doch  Griesbach wollte Kritik nicht aufkommen lassen. Es habe eben nicht alles  ideal gepasst.

Freilich kam der VfL nie in Schwierigkeiten, war dominant. In der 38. Minute führten die Echaz-Krokodile mit 20:8 und ein Kantersieg  kündigte sich an. Doch Pustekuchen, man schmiss Bälle weg, beging technische Fehler. Vereinzelt waren  Pfiffe zu hören, denn alles war hanebüchen auf dem Parkett.

Der Gast aus Südbaden wurde besser.  23:14 für Pfullingen, doch am besten war die 4000-Euro-Scheckübergabe des VfL-Freundeskreises an die Jugend nach der Partie.

Es stand dann 24:16 und drei Gäste-Tore ergaben das 24:19. Der schöne Vorsprung war verspielt worden.  Daniel Schliedermann ist jetzt bei 77 Toren angekommen.

Marc Breckel liegt bei  91 Toren – die 100 macht er bald voll.

Klatsche vermieden

Der Ex-Pfullinger Daniel Schliedermann (TV Willstätt) meinte hinterher: „Wir waren verunsichert, die Auszeit in der vierten Minute brachte nichts. Der VfL machte es auch gut. Doch was wir in der Atmosphäre boten, war zu wenig, wir wollten nach der Pause eine Klatsche vermeiden. Wir kamen besser ins Spiel, hatten dennoch keine Chance.“

VfL-Torwart Magnus Becker kommentierte: „Wir sind zufrieden, haben das Ziel zu gewinnen ohne Probleme erfüllt. Wir dominierten immer, waren besser. So hatten wir es geplant. Nach der Niederlage in Neuhausen war es wichtig,  die beiden Punkten zu behalten. Wir hätten höher gewinnen können und ließen nie Zweifel am Sieg aufkommen.“

VfL-Trainer Frederick Griesbach bilanzierte: „Ich bin nicht zufrieden was die 18 Punkte angeht, es hätten mehr sein können. Doch wir haben das Ziel erreicht, holten die zwei Punkte und gerieten nie in Gefahr, waren immer dominant. Es war nicht alles perfekt, ich habe einiges getestet, wenn nicht jetzt, wann dann. Über allem standen die zwei Punkte - nur das alleine zählte.Es gab Fehler, die wir ansprechen werden, uns steht harte Arbeit  bevor.“

Die Trainerlegenden Hansi Högl und Eckard Nothdurft schauten in der App-Halle zu.

Dicke Brocken warten

Griesbach meint derweil weiter: „Wir werden alles  geben, beginnen in Pforzheim nach der Winterpause. Dann kommt Konstanz. Zwei Brocken für uns. Es hat nicht alles funktioniert, aber wir zeigten immer gute Ansätze, es kamen zu viele Fehler vor. Das Spiel war ein Spiegelbild der Saison. Wir machten vieles richtig, einiges falsch – am Samstag zu viel.“

Man ließ zu viele Chancen liegen. Griesbach setzte alle Akteure bis auf Roth ein, doch man hat die Fans ein bisschen geärgert, die eben von einem Sieg mit zwölf oder mehr Toren träumten.

Griesbach dazu: „Wir sind doch kein Verein, der Willstätt mit 15 Toren aus der Halle fegt. Das sind wir beileibe nicht.“

Der TVW erzielte in einer Halbzeit sechs Tore, doch auch der VfL  erzielte nach der Pause ganze elf Tore.

So spielten sie


VfL Pfullingen gegen
TV Willstätt

27:20

VfL Pfullingen: Becker, Schlipphak – Wittlinger (2), Schmid (1), Breckel (4), Stahl (2), Thiemann (3/2), Prinz (1), Jabot (4/1), Möck (4), Haug (3), Goller (1), Hertwig (1), List (1)
TV Willstätt: Zolle, Grzybowski – Irion,. Fessler (1), Räpple (1), Dodig (8), Martkovic, Hoyer, Veith, Schlampp, Schliedermann (7/3), Knezovic (1), Jankowski (2), Durand
Zuschauer: 600
Schiedsrichter: Bittner, Casselmann (Dreieich)
Zeitstrafen: VfL sechs Minuten - TV zwei Minuten
Siebenmeter: Thiemann scheitert einmal –. Knezovic (2) und Schliedermann scheitern an Schlipphak.