Reutlingen / ropa

Mit einem verrückten 3:0-Erfolg über Angstgegner MTV Ludwigsburg II hat sich Oberligist TSV Eningen aller Abstiegssorgen entledigt und klopft angesichts der Ausgeglichenheit der Liga als Tabellenzweiter sogar an die Tür zur Regionalliga.

Doch der Reihe nach. Obwohl man mit einem 3:0-Erfolg aus der Vorwoche über die SG Volley Neckar Teck beflügelt in die Partie ging, stand die TSV-Sechs im ersten Satz oft neben sich, produzierte leichte Fehler in Annahme und Aufschlag und lag schnell 12:18 zurück. Ludwigsburg agierte kompakt und fast jeder Angriff fand sein Ziel. Dann schlug die Stunde des Gäste-Trainers, der munter durchwechselte und somit sein Team ins Verderben führte. Die Fehlerquote der Barockstädter erhöhte sich zusehends, während Eningen nun besser seine Chancen nutzte. Am Ende stand es 26:24 für die Bayha-Truppe und keiner wusste so recht warum. Die Verunsicherung Ludwigsburgs nutzten die Gelbhemden nun gnadenlos aus und zerlegten den Gegner förmlich. Von Zuspieler Marco Späth, der den erkrankten Jonathan Schopp bravourös vertrat, immer wieder hervorragend in Szene gesetzt, schlugen die Angriffe Eningens nun punktgenau ein. Nach dem 25:15 im  zweiten Satz geriet der Sieg im dritten Durchgang nur noch einmal kurz ins Wanken, als der MTV von 12:20 auf 20:22 herankam, doch ein guter Block, ein Aufschlagfehler des Gegners und ein Schnellangriff sorgten für grenzenlosen Jubel, der noch zunahm, als man von der 0:3-Niederlage Stuttgarts erfuhr, was den Sprung auf Rang zwei bedeutete.

TSV Eningen:  M. Anft, Kimmerle, Mattes, Pauckner, Schilke, Schwille, Siller, Späth, Wödl.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Auf diesen Nenner kann man die 2:3-Niederlage des TSV Eningen II im Kellerduell bei der SKV Unterkirchberg im Gegensatz zur Ersten bringen.  Der eine Punkt wird nämlich am Ende nicht zum Klassenerhalt reichen und zeigte das Dilemma der Bückle-Truppe in dieser Saison. Wieder einmal wurde eine 2:1-Führung nach gutem Start leichtfertig verspielt und auch im Tie-Break fehlte das letzte Quäntchen Glück (13:15). Somit hat der TSV, bei drei noch ausstehenden Spielen, acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, was realistisch nicht mehr aufzuholen ist.

TSV Eningen II:   P. Anft, Auer, Bückle, Fellmeth, Friedrichson, Huonker, Sowoda, Staake, Wolff.

Die Spiele des PSV Reutlingen und des TSV Eningen III beim TV Rottenburg V wurden kurzfristig auf kommenden Sonntag verlegt.

Ein absolutes Spitzenspiel sahen die Fans in der Damen-Landesliga zwischen dem Tabellenzweiten SG Nürtingen/Wernau und Tabellenführer TSG Reutlingen. Die Konstellation war klar: Nürtingen musste unbedingt klar gewinnen, um noch eine Chance auf den Titel zu haben, Reutlingen konnte sich eine knappe Niederlage leisten. Entsprechend nervös begannen die Gastgeberinnen, setzten zahlreiche Aufschläge ins Aus und fanden auch kein Mittel gegen die knallharten TSG-Angriffe. Damit ging der erste Satz sicher mit 25:21 an die Grauel-Schützlinge. Umgekehrte Vorzeichen im zweiten Satz. Die SG-Spielerinnen schlugen nun hervorragend auf und zwangen Sara Zöllner oft zu hohen Bällen, die eine sichere Beute des nun gut postierten Nürtinger Blocks wurden. Auch im dritten Durchgang setzte sich die Aufschlaghärte der SG durch, zudem gab es nun auch kleinere Missverständnisse im Angriffsaufbau bei der TSG (15:25). Sollte die Wende noch gelingen? Sie gelang und wie. Die TSG schlug nun selbst mit mehr Risiko auf und agierte im Angriff variabler. Immer wieder fielen die Lobs ins Loch von Nürtingen, sodass der wichtige Ausgleich hergestellt wurde (25:15). Im Tie-Break hatte die TSG zwar zu Beginn Vorteile, doch die SG fing sich und hatte am Ende von zwei sehr guten Mannschaften knapp die Nase vorne (15:11). Jetzt heißt es für die TSG die letzten drei Spiele gegen Mannschaften aus dem hinteren Tabellendrittel konzentriert anzugehen, dann kann man sich den Meisterschaftstraum aus eigener Hand noch verwirklichen.

TSG Reutlingen: Bühler, Fetzer, Gäbler, Gieske, Hermann, Humic, Hunstein, Schweizer, Zöllner.

Ihr Soll erfüllt haben die Bezirksliga-Damen der SG Reutlingen/Betzingen. Gegen das Schlusslicht Renniger SC gelang ihnen ein souveräner 3:0-Erfolg und gegen den Spitzenreiter SpVgg Holzgerlingen konnten die Klein-Schützlinge immerhin einen Satz für sich verbuchen. Nun werden die beiden letzten Spiele gegen das Tübinger Modell 2 und 3 im direkten Duell darüber entscheiden, wer den Gang in die A-Klasse antreten muss.