Handball Ein Wiedersehen mit Schliedermann

VfL-Torwart Magnus Becker (hier gegen den Neuhäuser Julian Reinhardt) war zuletzt auf den Fildern in starker Form.
VfL-Torwart Magnus Becker (hier gegen den Neuhäuser Julian Reinhardt) war zuletzt auf den Fildern in starker Form. © Foto: Grundler
Pfullingen / Wolfgang Gattiker 21.12.2018

Handball-Drittligist VfL Pfullingen empfängt am Samstag (20 Uhr, Kurt-App-Halle) den TV Willstätt, der auf einem Abstiegsplatz liegt. Die Heimat der Gäste befindet sich unweit von Kehl und Offenburg, im Nordwesten des Ortenaukreises.

Der TSV Neuhausen/Filder hat ebenso wie Willstätt acht Punkte (TSVN-Trainer Eckard Nothdurft drückt dem VfL die Daumen, hofft auf Schützenhilfe) und liegt auf dem rettenden 13. Platz. Willstätts Aufstiegs-Trainer Marcus Sinnowski, der im Saarland wohnt und nur zwei Einheiten hätte leiten können, wurde nach vier Spielen bei den Südbadenern entlassen.

Der Sportliche Leiter Rudi Fritsch trainiert den TVW, doch nun wurde ein neuer Trainer verpflichtet, der im Januar 2019 beginnt: Marco Schiemann, der Coach bei Allensbachs Frauen, in Mimmenhausen (Heimatverein von Markus Baur, dem Weltmeister und ehemaligen VfL-Spieler) und  in Schutterwald war.

Zuletzt siegte der TV Willstätt gegen den TVS Baden-Baden 21:18, als man nach 1:5-Rückstand aufdrehte. Ein starker Daniel Schliedermann (er durchlief beim VfL alle Jugend-Teams, spielte im Vorjahr in der 3. Liga noch bei den Echaz- Krokodilen)  führte den TVW mit sechs Toren zum Sieg. Auch Knezevic überragte, während Skusa und Ludwig verletzt sind.

VfL-Trainer Frederick Griesbach hat noch keinen neuen Vertrag, die Gespräche stehen jetzt an. Der Coach hält sich bedeckt, doch  die VfL-Verantwortlichen (Geffke und Hertwig) haben wohI Interesse an einer Verlängerung der Zusammenarbeit.

Der Pfullinger Kommandogeber will nichts von Pflichtsieg und Favoritenrolle wissen, das sei  dummes  Zeug. In der ausgeglichen 3. Liga Süd könne jeder jeden schlagen, mit Ausnahme des Spitzenteams HSG Konstanz.

Griesbach sagt zur Lage: „Natürlich wollen wir vor der  Winterpause – es geht erst am 26. Januar 2019 in Pforzheim für uns weiter –  den Sieg einfahren. Felix Stahl hat  Probleme mit der Hand. Rekonvaleszent Robin Keupp ist auf einem guten Weg, aber er spielt noch nicht. Wir haben das vergangene Spiel in Neuhausen/Filder sachlich analysiert, draufhauen bringt nichts. Doch ich predige seit Monaten, dass Spiele 60 Minuten gehen. Daher ärgerte es mich maßlos, dass wir  in  Neuhausen/Filder  nach Fünf-Tore-Vorsprung nicht siegten.“

Griesbach ergänzt: „Die Jungs haben dann  Pause, sollen abschalten, im Januar beginnen wir. Alle haben Trainingspläne von Athletik-Trainer Tobias Fluck, die sie selbständig erledigen müssen. Wir machen ein Trainingsspiel in Böblingen, aber die App-Halle ist bis 20. Januar 2019 gesperrt, daher müssen wir in Neuhausen, Metzingen und Reutlingen trainieren.“

Der Pfullinger Coach meint zum Spiel gegen Willstätt: „Der TVW kassierte zuletzt nur 18 Gegentore. Wir wollen unseren Tempo-Handball anwenden mit Leidenschaft und den Zweier einfahren, auch als Geschenk für unsere treuen Fans. Aber das Wort Pflichtsieg ist unangebracht. Alle Spiele werden extrem von der Tagesform entschieden. Gerade Willstätt wird sich mit allem, was sie haben, wehren und sich reinhängen. Da müssen wir gegenhalten, die Gäste stehen mit dem Rücken zur Wand.“

VfL-Torwart Magnus Becker verrät über seine Vertragsverhandlungen: „Noch gab es keine Gespräche, ich bin für alles offen. Der VfL ist mein erster Ansprechpartner, aber ich habe Wünsche, die erfüllt werden müssen.“

Die Gespräche von Armin Geffke und Jörg Hertwig mit den Spielern laufen an. David Wittlinger und Maximilian Hertwig hören auf. Beim Rest sieht der Sportliche Leiter Jörg Hertwig die Lage positiv.

Torwart Becker blickt aufs Heimspiel am Samstag: „Ich habe mich am Sonntag mehr als geärgert, denn wir waren taktisch, mental und spielerisch die bessere Mannschaft. Da muss man dann eben mit einem  Remis zufrieden sein, aber wir haben in Neuhausen/Filder alles weggeschmissen – unfassbar. Nun müssen wir gewinnen, das ist Pflicht, wir sind Favorit. Beim Hinspiel in Willstätt war es eine komische Partie, die wir 35:30 gewonnen haben. Wir wollen ein positives Punktekonto, aber die Südbadener werden enorm fighten.“

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