Fechten Auch den Favoriten droht früher K.O.

Finalkampf im Vorjahr beim 15. Reutlinger Allstar-Cup: Der Niederländer Bas Verwijlen (links) im Duell mit dem Polen Daniel Marcol. Auch bei der 16. Turnierauflage heute und morgen darf herausragender Fechtsport in Reutlingen-Betzingen erwartet werden.
Finalkampf im Vorjahr beim 15. Reutlinger Allstar-Cup: Der Niederländer Bas Verwijlen (links) im Duell mit dem Polen Daniel Marcol. Auch bei der 16. Turnierauflage heute und morgen darf herausragender Fechtsport in Reutlingen-Betzingen erwartet werden. © Foto: Grundler
Reutlingen / Alexander Mareis 10.11.2018

Am gestrigen Freitag ging es schon gegen 12 Uhr los. Zahlreiche fleißige Hände langten in der Betzinger Hans-Roth-Sporthalle hin und beteiligten sich am Aufbau für das Ereignis des Jahres im Kalender der Fechtabteilung der TSG Reutlingen.

Der Allstar-Cup gilt als eines der größten Sporturniere der Region und verlangt somit allerhöchsten Einsatz vom Organisationsteam.

Am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag findet in besagter Betzinger Hans-Roth-Sporthalle bereits die 16. Auflage des Reutlinger Allstar-Cups statt. Die Fechtabteilung der TSG Reutlingen und der Verein zur Förderung des Fechtsports in Reutlingen und Kirchentellinsfurt erwarten knapp 200 Degenfechter aus dem In- und Ausland. Neben den deutschen Spitzenfechtern aus den verschiedenen Fechtzentren wird auch der Drittplatzierte der letztjährige Fecht-WM, Richard Schmidt vom FC Offenbach, wieder dabei sein.

Ambitionierter Niederländer

Der Niederländer Bas Verwijlen wird seinen Titel verteidigen wollen und kommt ebenfalls nach Reutlingen. Stephan Rein (Heidenheimer SB), der früher für die TSG Reutlingen gefochten hat und das Turnier bereits zwei Mal gewann, ist ebenfalls am Start.

Weitere internationale Sportler aus aller Welt treffen sich immer wieder in Reutlingen zum Allstar-Cup, sodass man dem Großevent durchaus stattliches internationales Format zusprechen kann.

Dem heimischen Publikum im größten Reutlinger Stadtteil wollen sich auch 14 Degenfechter der TSG Reutlingen präsentieren. Allen voran Bastian Lindenmann, derzeit auf Platz 13 der Rangliste des DFB (Deutscher Fechterbund), er möchte das eigene Turnier gerne einmal gewinnen. „Vor zwei Jahren war Bastian unter den letzten 16, im Vorjahr schied er früher als erwartet aus“, erinnert sich TSG-Funktionär Joachim Weise. Dabei sein werden auch einige starke Nachwuchsfechter, für die ein Sieg in Reutlingen sicherlich nicht realisierbar ist, aber die bereits auf internationaler Ebene einige Erfahrungen sammelten und in der letzten Saison schon Top-Ergebnisse erzielen konnten.

Sie alle sind in der Lage, die etablierten Aktiven gehörig zu ärgern und haben durchaus Chancen, bis in die K.O.-Runden vorzudringen und gegebenenfalls als bester Junior ausgezeichnet zu werden. „Es gibt sicherlich Favoriten im Teilnehmerfeld. Aber keiner von ihnen hat eine Gewähr, weit zu kommen. Es kann durchaus passieren, dass auch die Asse frühzeitig die Segel streichen müssen. Das macht aber auch den Reiz unserer Sportart aus“, meint Joachim Weise, der bei der TSG als Vorsitzender der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit firmiert.

Von seiner TSG Reutlingen sind zwölf Personen für die Gesamtorganisation zuständig. Darunter sind Aufgaben in den Bereichen Technik, Pressearbeit, Werbung, Sponsoring und Cafeteria zu verstehen. Unterstützt wird dieses emsige Team, das sich seit Wochen auf das Großevent vorbereitet, durch Mitarbeiter des Turniernamensgebers Allstar.

Der Geschäftsführer der Firma Allstar, Frank Messemer, sorgt mit rund zehn Helfern dafür, dass das technische Equipment in der Hans-Roth-Halle zur Verfügung steht.

Weltweit die Nummer eins

„Allstar ist weltweit die Nummer eins in Sachen Fechtausrüstung. Wir sind froh, so einen Partner an unserer Seite zu haben“, lobt Weise.

  Fechten gilt in Deutschland nicht unbedingt als Zuschauermagnet. In Betzingen hingegen darf mit vollen Rängen gerechnet werden. „Die Fechter werden auch von Freunden und Familienmitgliedern begleitet. Somit kalkulieren wir 200 bis 300 Besucher ein, die sich fortwährend in der Halle befinden. Zum Finale dürfte deren Zahl auf 400 ansteigen“, macht Weise klar.

Der Zeitplan des Allstar-Cups heute und morgen in Reutlingen-Betzingen

Der Zeitplan in Betzingen weist fixierte und ungewisse Uhrzeiten auf: Am Sonntag um 14 Uhr findet in der Hans-Roth-Halle ein VIP-Empfang statt, zu dem Politiker und Sponsoren geladen sind. Am Samstag und Sonntag jeweils ab 10 Uhr starten die Gefechte. Wer also alle Asse garantiert sehen will, sollte schon am heutigen Samstagvormittag nach Betzingen pilgern. Ein Gefecht dauert maximal drei Minuten und maximal fünf Treffer.  Zwischen den einzelnen Gefechten sind Pausen von rund zweieinhalb Minuten einzurechnen. Laut Regularien des Deutschen Fechterbundes (DFB) findet keine Zwischenrunde statt – nach der Vorrunde geht es demnach nahtlos in die K.O.-Phase über. Vorgesehen im Zeitplan ist, dass die 64 besten Teilnehmer am Sonntag ihre Sieger ausfechten. Das Finale mit den besten Vier ist am Sonntag ab 14.30 Uhr geplant. An beiden Tagen ist der Eintritt in die Betzinger Roth-Halle frei und bietet für Familien sowie Sportinteressierte ein hochklassiges Sportevent. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. alex

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