Mountainbike Saustarkes Biker-Feuerwerk

Mehrstetten / Sabine Zeller-Rauscher 30.07.2018

Zehn Jahre Sauheld-Cup, 50 Jahre Gabi Stanger. Hätte Gabi Stanger ihren 50. Geburtstag gefeiert wie die meisten anderen, die an ihrem Jubeltag mit Catering, Gästeliste und morgendlichem Friseurbesuch beschäftigt sind, wäre sie nicht mehr die Gabi Stanger gewesen, die man längst weit über die Grenzen des Ermstals hinaus als Bikerunikum kennt.

Wie nicht anders erwartet, blieb Stanger ihrer Linie treu.  „Genau so wollte ich meinen 50. Geburtstag genießen“, strahlte die Dettingerin nach zweistündigem „Intervallbiken“ beim Ausfahren. „Das ist einfach klasse, was die Mehrstetter da immer wieder auf die Beine stellen, da musste ich einfach wieder dabei sein“, lobte die Diplom-Sportpädagogin, die mit der 21-jährigen Lisa Sulzberger im Team an den Start ging.

Der Sauheld-Cup-Rennmodus ist schnell erklärt. Die Biker starten im Zweierteam, wobei immer nur ein Fahrer auf dem 3,2 Kilometer langen Rundkurs, welcher rund um die Sauhalde führt, auf der Strecke ist. Wer wann und wie oft auf die Strecke geht, entscheiden das Team selbst. In der Wechselzone wird per Körperkontakt abgeklatscht. Nach zwei Stunden wird das Führungsteam in die letzte Runde eingeläutet. Sieger sind diejenigen, die während der zwei Stunden am meisten Runden mit der schnellsten Zeit absolviert haben.

Streckenunterschiede

Gleicher Rennmodus wie bei den Großen auch beim Mini-Sauheld-Cup, der zum vierten Mal ausgetragen wurde. Einziger Unterschied. Die Strecke ist mit 700 nahezu ebenen Metern deutlich moderater als der 3,2 Kilometer lange Rundkurs, der 65 Höhenmeter aufweist. Rennzeit 30 Minuten. Die kostete der siebenjährige Max, der mit seiner Cousine Carlotta (8) am Start war, voll und ganz aus. Von Müdigkeit am Ziel keine Spur. Munter plapperte der Knirps seine Zukunftspläne, die er ohne wenn und aber als Bike- und Fußballprofi verwirklichen will, aus.

Elf Runden schafften die „Sippschafts-Kids“, womit sie sich die „Holzmedaille“ bei den kleinsten Sauhelden sicherten. „Gib Gas, auf lass laufa“, feuerten Eltern und Großeltern die jüngsten Sauhelden an. Versorgten sie von Runde zu Runde mit erfrischenden Getränken und mit motivierendem Zuspruch.

In 1:32,6 Minuten legte Leo Pangerl von den Wildsauen aus Reudern die allerschnellste Runde auf dem Minisauheldkurs zurück. Schnell mussten die Kids vor allem bei der Voranmeldung sein, denn ruckzuck waren die 40 Startplätze vergeben.

Beim großen Rundkurs ließ Uwe Hardter, der mit Roland Golderer das Team „Texpa Klassiker“ bildete, zumindest eine Runde lang (6:17,6 Minuten) seine Wadenknöchel am allerschnellsten ums Kettenblatt kreisen. Für den Gesamtsieg hat es dennoch nicht gereicht. Den sicherte sich mit nur einem Wimpernschlag Vorsprung von 0,4 Sekunden das Team M-Wave- pro Team mit Michael Grüb und Uli Schmittlutz, der sich kürzlich in St. Ingbert seinen ersten nationalen Meistertitel in der Masterklasse sicherte.

Apropos Master. Die Sauheldmaster müssen in der Altersaddition mindestens 90 Lebensjahre auf dem Buckel haben, was den Lokalmatadoren Michael Mettang und Alexander Lange unter ihrem bewährten Teamnamen „WSV gelbe Säcke“ heuer erstmals gelang. Auch wenn Lange seine Transalpüberquerung, die er letzte Woche mit Tochter Isabell machte, noch nicht wirklich aus den Beinen geschüttelt hatte, sicherten sich die beiden den Sieg.

Einer der Momente, in welchen WSV-Vorsitzender Thomas Lange mit seinen fast 52 Lenzen spürte, dass er doch älter wird. Durfte er doch einst drei Jahre in Folge mit Ulli Fink den Mastersieg feiern. Die Tatsache, dass er sich sportlich gesehen noch richtig fit für den durchaus anspruchsvollen Sauheld-Cup fühlt, minimieren jedoch seine „Alterserscheinungen“, die sich für ihn lediglich in der Platzierung bemerkbar machen, deutlich.

Viele kleine Feinheiten

Zwei Stunden am Stück strampelten Markus Bauder und Tochter Lilli auf dem Tandem durch den Kurs, womit sie sich auf jeden Fall den Gaudisieg in der Mixedwertuntung sicherten. Es sind die vielen kleinen Feinheiten, welche deutlich spüren lassen, dass der WSV in den Sauheld-Cup ganz besonders viel Herzblut fließen lässt. Grasgrüne Starterbeutel, Sauheldeis und heuer eigens zum Jubiläum wurde sogar der ganz besondere Pokal, welcher aus Wurzelholz aus der Sauhalde geschaffen wurde, mit einem Gleitschirmflieger eingeflogen.

Neuer „Sauheldblick“ und Feuerwerk

Ein Feuerwerk in der Nacht stahl dann dem Blutmond fast die Show. Aber nur fast. Ungeplant die Taufe des wohl schönsten Aussichtpunktes in Mehrstetten, der unmittelbar hinter dem Sportplatz liegt und freie Sicht auf mehr als die halbe Streck bot. Die Mehrstetter Bürgermeisterin Franziska Höchstädter hatte schnell die zündende Spontanidee, sodass der Platz künftig „Sauheldblick“ heißen wird.

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