Motocross Reutlinger Asse begeistern die Fans beim 55. Reutlinger ADAC Motocross

Alexander Mareis 16.07.2017
Motorsport: 55. Internationales ADAC Motocross beim 1. RMC Reutlingen sieht RMC-Talente laufend auf dem Podium. Ladies-Cup feiert glanzvolle Premiere und die Vize-Weltmeisterin als Siegerin.

Prächtiges, nahezu ideales Renn-Wetter, vorzügliche Organisation, tolle Rennen, erfolgreiche Reutlinger RMC-Fahrer - es fiel nicht leicht, das Haar in der Suppe beim 55. Internationalen Reutlinger ADAC Motocross auf der Motorsportanlage „Am Sportpark“ zu finden.

Letztlich trübte einzig die Zuschauerresonanz die eigentlich makellose Gesamtbilanz. „Wir hatten uns 5000 Zuschauer an den beiden Renntagen insgesamt erhofft. Dass es letztlich 3000 wurden, ist immer noch befriedigend, weil wir finanziell somit nicht in die Miesen kommen“, meinte Michael Saur, Erster Vorsitzender des 1. RMC Reutlingen.

Keine roten Zahlen

Rote Zahlen mussten also nicht beklagt werden, aber etwas mehr als die rund 800 Besucher bei freiem Eintritt am Samstag und die 2200 Zahlenden am Sonntag hätten es an der Gönninger Landstraße ruhig sein dürfen. Der Grund für das etwas zurückhaltende Zuschauerintesse: ein rappelvolles Freibad Markwasen quasi nebenan und zahlreiche Parallelevents in und um Reutlingen. Auf der Piste hingegen lief es vorzüglich. Die Reutlinger Lokalmatadoren feierten prächtige Erfolge und sorgten für ein dickes Grinsen in den Gesichtern der RMC-Verantwortlichen. Hinzu kam, dass es keine schwerwiegenden Zwischenfälle gab, was bei einem derart rasanten und spektakulären Sport wie einem Motocross dieser Güte mit all seiner Dynamik stets zu betonen ist. „Beide Stürze gingen glimpflich aus. Sowohl im 2-Takt-Cup als auch bei der DM 65 ccm kamen die jeweils betroffenen Piloten mit dem Schrecken davon“, atmete Michael Saur auf.

Regelrecht jubeln durfte der Erste Vorsitzende des 1. RMC Reutlingen über seinen 16-jährigen Filius, der in der Klasse 5 des BW-Cups (Junioren 2003 bis 1996) mit seiner KTM 125 SX auf den ersten Platz bretterte.

Damit war Tim Saur kein Einzeltäter. Aus den Reihen des 1. RMC Reutlingen waren auch weitere Piloten verdammt schnell unterwegs. Steffen Leopold, der für die Achalmstädter startende Balinger, triumphierte in fabelhafter Manier, indem er beide Läufe des Deutschen 2-Takt-Cups (125 bis 500 ccm) mit seiner Yamaha YZ 250 für sich entschied. „Ich bin mehr als zufrieden, es lief bestens“, freute sich der 32-Jährige.

Der 24-jährige Gönninger Patrick Hofer wurde im BW-Pokal Open (125 bis 500 ccm) einzig durch einen Sturz von der Siegerstraße gedrängt. Mit seiner Husqvarna FC 350 hatte er den ersten Lauf für sich entschieden und lag bis zu seinem Missgeschick auch in Durchgang zwei vorne. Trotz des Sturzes gelang ihm noch Platz zwei, was in der Summe beider Läufe dieselbe Platzierung ergab.

Max Kampmann als Zweiter im BW-Cup Klasse 3 Jugend A (2007 bis 2004) über 85 ccm sowie Sandy Krüger-Schnitzler als Dritte im BW-Cup Klasse 1 Schüler A (2011 bis 2008) über 50 ccm sorgten für weitere Topplatzierungen aus Sicht der stolzen Gastgeber.

Bärenstarke Gastgeber

„Wir konnten uns in fast allen Rennklassen einen Platz auf dem Podium sichern.Über diese Ausbeute können wir nun wirklich nicht klagen - das ist einfach überragend“, fasste Michael Saur ein sportlich exzellentes Rennwochenende an der Gönninger Landstraße aus Sicht seines 1. RMC Reutlingen zusammen.

Ladies-Cup als Topevent, viel Lob für die Frauen

Eine Besonderheit beim 55. Internationalen Reutlinger ADAC Motocross war der erstmals ausgetragene Ladies-Cup. Ein Novum, das für besonderes Aufsehen sorgte. Die jungen Frauen heimsten enorm viel Respekt für ihre Leistungen ein. „Die besten Fahrerinnen hätten problemlos bei uns mitfahren können“, gab RMC-Pilot Kevin Keim (125-ccm-Klasse), Gesamtfünfter im  2-Takt-Cup, zu. Den Sieg bei den Ladies trug eine ganz große Hausnummer davon. Die 27-jährige Suzuki-Pilotin Larissa Papenmeier  aus Bünde im ostwestfälischen Kreis Herford ist schließlich Vize-Weltmeisterin und ein echter Star der Szene.