Sonntag ist traditionell Finaltag in Marbach. Neben der Dressurpferdeprüfung Kl. M fanden ausschließlich Prüfungen statt, für die man sich an den Vortagen qualifizieren musste. Da wäre die Dressurpferdeprüfung Kl. S* für 7- bis 10-jährige Pferde, der Prix St. Georges und die schwerste Prüfung des Turniers, der Grand Prix de Dressage. Mit dabei eine waschechte Olympiasiegerin: Dorothee Schneider.
Los ging’s mit der Dressurpferdeprüfung der Kl. M für sechs- und siebenjährige Pferde. Hier konnte Khalifa unter Dorothee Schneider (Frankf. Turnierst. Schw. Gelb) die Richter überzeugen. Das perfekt aufeinander eingespielte Paar verwies Steendieks Derrick unter Ann-Cathrin Rieg (RC Badhof-Bad Boll) auf Platz zwei. Rang drei ging an Jasmin Schaudt (RFV Herbertingen), die Louane präsentierte.
Jasmin Schaudt war am Wochenende ein harter Knochen für ihre Konkurrenten. An der Leistung von ihr und Vanotti gab es in der S-Dressur für sieben- bis zehnjährige Pferde einfach kein Vorbeikommen. Mit über 74 Prozent ließen sie Landestrainer Christoph Niemann (RFV 1952 Schwetzingen) und Luka Nina Hohmann (RSG Engelberth) auf den Plätzen zwei und drei hinter sich.
Die 16 besten Amateure aus der Qualifikationsprüfung vom Samstag durften im Prix St. Georges an den Start. Vivien Niemann (RFV 1952 Schwetzingen) konnte dabei ihren Erfolg wiederholen und führte die Ehrenrunde mit Let’s Dance erneut an. Melina Katz (PS-Team Bubenhofertal) folgte mit Betty Barkley an zweiter Stelle, gefolgt von Christine Eberbach (RV Sindelfingen) im Sattel von Donna de Luxe.

Olympischer Glanz

Erst vor zwei Wochen stand sie noch auf dem Siegertreppchen in Tokio und feierte Mannschaftsgold in der Dressur bei den Olympischen Spielen. Von einem Jetlag war allerdings keine Spur. Was für ein Pferd, was für ein Ritt und die gefühlvolle Hilfengebung erst – ein Traum! Die Rede ist von Dorothee Schneider, die First Romance mit auf die Schwäbische Alb brachte. Der 11-jährige, in Baden-Württemberg gezogene Wallach, bewies bereits in jungen Jahren seine Klasse und wurde als Vierjähriger Landeschampion in Tübingen. Auch wenn er am Sonntag „etwas umweltorientiert“ war und Patzer in der Piaffe und den Serienwechseln hinnehmen musste, siegten die beiden in der Königsklasse der Dressur, dem Grand Prix de Dressage. Rang zwei belegte Janina Kahl (RC Renningen) im Sattel von Emiliano. Der dritte Platz ging an Anna Casper (LPSV Donzdorf Alb/Fils) mit Donna Clara.
Am Samstag stand das Finale des Süddeutschen Berufsreiterchampionats mit Pferdewechsel und die Intermediaire I – Kür – im Rahmen des iWEST® Dressur Cups auf dem Programm. Lukas Maier (RFV Forst) und Ellen Stengele (Fahr- und Reitsportgruppe Marbach) bewiesen, dass die Jungpferdeausbildung im Haupt- und Landgestüt Marbach vorbildlich ist. Nachdem Maier bereits am Donnerstag beide Reitpferdeprüfungen auf Landbeschälern des Gestüts für sich entscheiden konnte, siegte er am Samstag im Gert-Gussmann-Cup mit der Hauptgestütsstute Her Majesty von Helium. Ellen Stengele folgte im Sattel des großrahmigen Landbeschälers Benedikt von Ben Benicio. Den dritten Platz teilten sich gleich drei Paare: Carina Duelli (RVgg Biberach) mit Finest Friend und Best Secret sowie Nicola Sophie Gebhard (RC TG Oberelchingen) auf Feynman.

Marbacher Spezialität

Eine Marbacher „Spezialität“ ist bekanntlich, dass auch die Amateure in einer eigenen Tour voll auf ihre Kosten kommen. In der Dressurprüfung Kl. S* für Amateure tanzte Vivien Niemann (RFV 1952 Schwetzingen) im Sattel von Let’s Dance zum Sieg. Ihre Freude darüber ließ sich auch durch die Uneinigkeit der Richter nicht trüben. Schlappe 27 Punkte lagen die Richter hier auseinander. Stephanie Witzemann (PS-Team Winterlingen) sicherte sich mit Balios Primus die Silberne Schleife, Melina Katz (PS-Team Bubenhofertal) im Sattel von Betty Barkley feierte den dritten Platz.
Mit über 100 Punkten Vorsprung bewies Dorothee Schneider mit dem erst 11-jährigen Wallach First Romance ihre Klasse und entschied den Kurz Grand Prix für sich. Nicole Casper (LPSV Donzdorf Alb/Fils) folgte im Sattel von Birkhof’s Don Röschen FBW auf Platz zwei, vor Janina Kahl (RC Renningen) mit Emiliano.
Mit den drei jungen Finalistinnen bekamen die Zuschauer bei strömendem Regen im Marbacher Stadion eine neue Generation der Berufsreiter zu Gesicht. Dennoch war es schön zu beobachten, dass die Prüfung genauso fair ablief, wie bei den Routiniers in den Vorjahren.
Als Siegerin und damit neue Süddeutsche Berufsreiterchampionesse ging Ann-Kathrin Lachemann (RV Eggenstein) aus dem Finale hervor. Vizechampionesse wurde Kristina Olson (Pffrd. Parsdorf-Vaterstetten). Die angehende Pferdewirtschaftsmeisterin, Sarah Viktoria Pürmaier (RFV Ehestetten), sicherte sich die bronzene Medaille.
Dem iWEST® - Dressur Cup sei Dank, gab es in Marbach auch in diesem Jahr wieder eine Kür. Dabei müssen die Reiterinnen und Reiter eine vorgeschriebene Anzahl an Lektionen absolvieren. Reihenfolge und Schwierigkeitsgrad können selbst festgelegt werden, ebenso die musikalische Untermalung. Nach dem Motto „I want it all!“ ließ Anna Casper (LPSV Donzdorf Alb/Fils) auf Birkhofs Zalando OLD das Reitstadion zu einem fetzigen Medley von Queen beben. Wie schon in der Einlaufprüfung am Vortag, führte an ihr kein Weg vorbei. Franz Trischberger (TSG Hofgut Allerer) folgte mit Sarotti N auf Rang zwei, gefolgt von Meike Lang (RV Winnenden) im Sattel von Ferrabeau. Das Finale wird, je nach den aktuell gültigen Corona-Bedingungen, im Rahmen der Kür in Reutlingen (9. bis 10. Oktober) oder traditionell bei den Stuttgart German Masters 2021 (10. bis 14. November) ausgetragen.