Marbach Ingrid Klimke gleich doppelt gut

Marbach / PETER WÖRZ 13.05.2013
Ingrid Klimke hat der Internationalen Marbacher Vielseitigkeit am Wochenende ihren Stempel aufgedrückt. Die langjährige Championatsreiterin siegte in der Dreisterneprüfung auf Tabasco TSF - und nicht nur das.

"Ich bin stolz und sehr zufrieden", sagte die 45 Jahre alte Ingrid Klimke, nachdem sie gestern gleich mehrfach ausgezeichnet worden war. Die jüngste Reitmeisterin Deutschlands gewann auch das deutsche Berufsreiter-Championat und belegte auf Hale Bob zudem noch Rang drei in der Dreisterneprüfung. "Von ihm bin ich ganz begeistert"", sagte Klimke nach dem Gelände - und vor allem nach der Dressur, die sie gleich mit beiden Pferden unter 30 Minuspunkten. Da lag Dirk Schrade (siehe auch den untenstehenden Artikel) mit Edino noch auf Platz drei.

Mit dem neunjährigen Oldenburger Wallach Hale Bob war Ingrid Klimke als Gesamtführende nach Dressur und Gelände gestern in das abschließende Springen gestartet, hatte mit Hale Bob, der in Marbach seine erste Dreisterneprüfung ging, aber eine Stange abgeworfen. Besser lief es mit Tabasco, mit dem die jüngste Reitmeisterin Deutschlands die Konkurrenz in Schach hielt.

Und diese Konkurrenz war ja durchaus namhaft. Allen voran der zweifache Olympiasieger, Welt-, Europa- und Deutsche Meister Michael Jung aus Horb. Der freilich hatte sein Goldpferd Sam zuhause gelassen. Mit dem 13-jährigen Württemberger Wallach war der vor einer Woche noch im englischen Badminton am Start. Im Wimbledon des Vielseitigkeitreitens, wo 150 000 Zuschauer den Geländeritt begutachten, verpasste er den Sieg nur aufgrund eines Abwurfs am letzten Hindernis des Springparcours.

Für die Dreisterneprüfung in Marbach hatte der 30-Jährige Halunke gesattelt und war zudem mit einigen Nachwuchspferden am Start. Für Halunke war Marbach der Auftakt der Vorbereitungs-Tour für die Europameisterschaft in Malmö. Mit ihm will Jung seinen 2011 in Luhmühlen erkämpften EM-Titel in Schweden verteidigen. Platz vier in Marbach war ein Anfang. Zudem wurde Jung auf seiner Stute fischerRocana FST Fünfter - auch sie bestritt ihre erste Dreisterneprüfung.

"Mit den jungen Pferden musste man vorsichtig reiten", sagte Jung zu den Verhältnissen am Samstag. Der Regen blieb den Reitern und der wieder mehrere tausend Köpfe zählenden Zuschauerschar zwar erspart, der Boden war dennoch schwierig. Das musste beispielsweise Sara Algotsson-Ostholt erfahren. Die Olympiazweite - in London nur hauchdünn von Jung geschlagen - musste auf Reality nach einem Hindernis aus dem Sattel. Michael Jung indes durfte auch mit vorsichtiger Herangehensweise Erfolge feiern. In der Einsterneprüfung, die in zwei Abteilungen gewertet wurde, siegte der Horber auf Dante, in der zweiten setzte sich Felix Vogg auf Saxo de Champs durch. Der 22-Jährige, der in Radolfzell lebt und für die Schweiz reitet, wurde auf Onfire in der Dreisterneprüfung Zweiter. Der Weltcupsieger der vergangenen Saison hat mit der von seinem Großvater gezüchteten elfjährigen Vollblutstute ein schnelles Pferd in Marbach vorgestellt. Trotz der schwierigen Bodenverhältnisse blieb Vogg mit Onfire als einziges Paar im Gelände in der vorgegebenen Zeit.

Der nach dem vielen Regen in den Vortagen durchnässte Boden hatte die Schwierigkeit der eigentlich "freundlichen Dreisterneprüfung", wie der Bundestrainer Hans Melzer die Veranstaltung in Marbach einordnete, etwas schwieriger gemacht. Dennoch war auch er sich sicher, dass Marbach wieder die Erwartungen erfüllt hat. "Reiter und Pferde sollen sich hier Motivation und Kondition holen."

Für die deutschen Reiter ist das nächste große Ziel die EM im August in Malmö. "In Schweden haben wir einen Titel zu verteidigen", sagte Melzer.

Info Alle Ergebnisse von Marbach gibt es im Internet: www.eventing-Marbach.de

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel