Die Angst vor der "Nähmaschine"

SABINE ZELLER-RAUSCHER 16.09.2014
Im sechsten Jahr hat der Mountainbike-Biathlon der Sportfreunde Dottingen nun fast schon Kultstatus erreicht. Alle, vom Hobbybiker bis zum regionalen Crack, haben ihren Spaß bei dem Wettkampf.

Die Kombination Mountainbiken und Schießen gibt es eher selten. Das haben die Dottinger Sportfreunde schon vor Jahren richtig erkannt und sind mit ihrem Mountainbike-Biathlon in diese Lücke gestoßen. Die Resonanz bei der sechsten Auflage am Sonntag in Dottingen zeigt, dass die Idee nach wie vor ankommt.

Moderne Laserschießanlagen fordern von den Bikern eine gute Treffsicherheit. Wer hierbei ein gutes Fingerspitzengefühl beweist, ist klar im Vorteil, denn Fehlschüsse werden mit lästigen Strafrunden, die kostbare Zeit kosten, bestraft. Gar nicht so einfach, wenn der Puls beim Tritt in die Pedale in Richtung Anschlag gestiegen ist. Fällt der Puls beim Liegendschießen dann zu schnell und zu weit ab, setzt die gefürchtete "Nähmaschine" ein, welche den kompletten Athleten zittern und nur noch mit ganz viel Glück treffen lässt. "Das Rennen wird oft am Schießstand entschieden", sagte der Moderator Matthias Etzel, der die Zuschauer immer wieder dazu ermunterte, ihre Hände aus den Hosentaschen zu nehmen, um den Bikern mit kräftigem Applaus einzuheizen.

2,5 Kilometer und 70 Höhenmeter standen bei den Einzelfahrern an. "Gar nicht so einfach, das war anstrengender als ich gedacht habe", sagte Christian Ströbele aus Ehingen, der aber schon jetzt weiß, dass er im nächsten Jahr wieder am Start sein will. Für den Sieg reichte es Ströbele am Ende nicht, den kassierte Paul Schlutow vom VfL Pfullingen/Team Axel Schäfer (Männerklasse 35 Jahre) ein. Bei den Frauen bis 34 Jahre ging der Sieg an Svenja Failenschmid von der TSG Münsingen-Rad/Eloquia. Auch der Sieg in der "Altherrenklasse" ging mit Andreas Eberhard nach Münsingen, während die für den VfL Pfullingen startende Dettingerin Barbara Alber im Wettbewerb der Faruen 35plus triumphierte.

Hochfavorisiert war in der Teamwertung der Herren die Mannschaft des WSV Mehrstetten, die mit Bikern antrat, die sich erst wohlfühlen, wenn die Schenkel ordentlich brennen. Die Mehrstetter waren auch nicht zu stoppen, nach 47:40 Minuten stand fest, dass mit Raphi und Lex Lange, Ali Allgaier und Thomas Lange der Sieg in der Herrenwertung dem WSV sicher war.

Als einziger Mannschaft in der Frauenteamwertung war dem Team Ski Alpinbezirk Alb Donau der Sieg schon vor dem Start gewiss. In der Mixedwertung kämpften sich die "Dreckfresser" vom Ski-Bike-Team des TSV Laichingen an die Spitze.

"Nur" 50 Höhenmeter auf einer Distanz von 2000 Meter mussten die Teams zurücklegen. Wie auch die Jugend, die sich während des Rennens wacker schlug. Allen voran Julia Class vom DAV Ulm und Moritz Müller von den Unlinger Mountainbikern, der sich den Sieg vor Linus Eberhardt von der TSG Münsingen-Rad/Eloquia holte.

Gleich doppelten Grund zum Feiern hatte Christoph Jllig von den Sportfreunden Dottingen. Zum einen, weil ihm durch den Mountainbike-Biathlon ein richtig sportliches Ereignis zum 15. Geburtstag garantiert war, zum anderen, weil es ihm gelang, mit dem Mountainbike auf Rang vier vorzufahren, obwohl er eigentlich eher auf den Ski zu Hause ist.