Reiten Deutschland gewinnt Nationenpreis in Marbach

Calvin Böckmann, Brandon Schäfer-Gehrau, Anna Lena Schaaf und Libussa Lübbeke (von links) sicherten für das deutsche Team den Gesamtsieg in der Nationenwertung.
Calvin Böckmann, Brandon Schäfer-Gehrau, Anna Lena Schaaf und Libussa Lübbeke (von links) sicherten für das deutsche Team den Gesamtsieg in der Nationenwertung. © Foto: Thomas Hartig/equistock.de
Marbach / swp 15.05.2018

Es blieb dabei: Die deutschen Junioren verteidigten ihre Führung im Parcours und gewannen den ersten Nationenpreis dieser Altersklasse in Deutschland. Sie hatten schon nach der Dressur in Führung gelegen, waren im Gelände blitzsaubere Runden geritten und leisteten sich im Springen insgesamt nur zwei Abwürfe – souverän entschied das deutsche Quartett den Junioren-Nationenpreis für sich. Insgesamt kamen die Vier – Calvin Böckmann, Brandon Schäfer-Gehrau, Anna Lena Schaaf und Libussa Lübbeke – auf 89 Minuspunkte. Die italienischen Nationenpreis-Reiter sammelten 104,3 Punkte, das irische Team kam auf 165,3 und das aus der Schweiz auf 1143,3 Punkte.

Calvin Böckmann konnte sich als zweifacher Sieger feiern lassen: Er entschied mit Altair de la Cense, einer achtjährigen Stute aus französischer Zucht, auch die Einzelwertung mit 27,6 Punkten für sich. Schon nach dem Gelände hatte er sich vorsichtig-optimistisch gezeigt: „Wenn wir alle so reiten, wie wir es sonst tun, sollte es reichen.“ Und es reichte! Sein Teamkollege Brandon Schäfer-Gehrau wurde mit Fräulein Frieda Zweiter (28,7 Punkte), Einzelreiterin Isabel Mengeler belegte mit Checkred Platz drei (31,1).

 Auch Wolfgang Leiss empfindet den Nationenpreis als Aufwertung des Turniers. „Es war uns eine Ehre, die erste Prüfung dieser Art in Deutschland auszurichten,“ erklärte der Turnierleiter. Generell konnte er einmal mehr eine positive Turnierbilanz ziehen: „Wir wollen jedes Jahr einen Schritt weiter kommen, und das ist uns auch in diesem Jahr gelungen.“ Auch die Entwicklung der Besucherzahl ist positiv: Alleine am Geländetag pilgerten 9400 Sportfans und Pferdefreunde auf das Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts. Soweit die nachvollziehbare Zahl, wobei die „Dunkelziffer“ dank zahlreicher nicht kontrollierbarer Zugänge zum Gestütsgelände einigemaßen hoch sein dürfte. „Marbach hat sich zu einem Hotspot der internationalen Vielseitigkeit entwickelt“, so Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin in Baden-Württembergs Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. „Wir wären bereit, die Europameisterschaften 2023 auszurichten. Zumindest werden wir seitens der Politik darüber nachdenken, ob wir das wollen und können“, erklärte die CDU-Politikerin beim traditionellen Empfang am Rande der Internationalen Vielseitigkeit, und fügte hinzu: „Das wäre eine wunderbare Möglichkeit, das Land entsprechend zu positionieren. Die Vielseitigkeit ist ein faszinierender Sport, der zeigt, das Mensch, Tier und Natur eine Einheit bilden. In ganz Deutschland ist er hier im Biosphärengebiet mit dessen einzigartiger Biodiversität  am besten aufgehoben.“

Zuvor hatte Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, die Leiterin des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts, hochrangige Gäste aus Politik und Wissenschaft begrüßen können. Nicht nur Friedlinde Gurr-Hirsch, die sie als „Freundin und Förderin des Gestüts“ willkommen hieß. Auch Klaus Tappeser, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Tübingen und bis 2016 Ehrenamtlicher Präsident des Württembergischen Landessportbunds, gehörte mit seiner Frau zu den gerne gesehenen Besuchern. Er komme „immer wieder, um den Sport und die Landschaft zu genießen“, betonte die Landoberstallmeisterin die Verbundenheit des Regierungspräsidenten mit Marbach. Auch den Bundestagsabgeordneten des Landkreises Reutlingen, Michael Donth, begrüßte sie herzlich, ebenso wie Dr. Hans Ableiter, Leiter des Referats Tierhaltung und Tierzucht im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, sowie Prof. Dr. Dirk Winter von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Leiter des dortigen Studiengangs Pferdewirtschaft. „Sensationell“ nannte die Gestütsleiterin das Team um die Turnierleiter Wolfgang Leiss und Gerd Haiber sowie die durch den Vorsitzenden Dieter Aldinger vertretene Veranstalterin des Turniers, die Interessengemeinschaft der Vielseitigkeitsreiter in Baden-Württemberg.

 Bei solchen Partnern können sie getrost kommen – die Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in fünf Jahren.

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