Der Schlamm stoppt Rennen

Schlammige Angelegenheit: Die Zuschauer mussten in Reutlingen schon ganz genau hinschauen, um zu erkennen, wer da gerade vorbeifährt. Foto: Dietmar Czapalla
Schlammige Angelegenheit: Die Zuschauer mussten in Reutlingen schon ganz genau hinschauen, um zu erkennen, wer da gerade vorbeifährt. Foto: Dietmar Czapalla
D. CZAPALLA/P. WÖRZ 14.05.2013
Der Franzose Sébastien Pourcel war am Wochenende der überragende Fahrer bei den Motocross-Rennen in Reutlingen. 3500 Zuschauer sahen die beiden Läufe beim Internationalen ADAC MX Masters 2013.

Zur zweiten der insgesamt acht Veranstaltungen des MX Masters 2013 kamen 70 Motocross-Piloten aus 16 Nationen nach Reutlingen. Unter ihnen auch die RMC-Eigengewächse Kai Haase, Patrick Hofer, Johannes Rehfuß und Kevin Vogelwaid, die Wildcards erhielten - die Qualifikation am Samstag überstanden sie indes nicht.

Als es am Sonntag mit dem ersten Wertungslauf ernst wurde, standen 40 der besten Motocross-Piloten aus 16 Nationen bereit. Mit Höllenlärm bretterten sie auf ihren 250 ccm bis 650 ccm starken Maschinen los, um sich im Kampf um die Meisterschaftspunkte eine gute Ausgangsposition zu verschaffen.

Auf der zunehmend schwerer zu befahrenen 1800 Meter langen Rennstrecke bekamen die rund 3500 Zuschauer bei Aprilwetter mit Regen- und Graupelschauern Motocross-Rennsport höchster Güte geboten. Die Augen waren insbesondere auf den Publikumsliebling Maximilian "Maxi" Nagl aus dem oberbayerischen Weilheim gerichtet. Der 25-jährige Honda-Werkspilot hatte die beiden ersten Läufe der Serie im tiefen Sand von Fürstlich Drehna für sich entschieden, auf der Rennstrecke "Am Sportpark" des 1. RMC Reutlingen sollte er im ersten Lauf seiner Favoritenrolle gerecht werden. Vom Start weg übernahm er die Pole-Position, scheuchte seinen Ofen 16 Runden lang über den aufgeweichten Lehmboden der höchst anspruchsvollen Strecke und sah die schwarz-weiße Zielflagge jubelnd als Sieger. Mit dreckverschmierten Gesichtern durften sich der Franzose Sébastien Pourcel über Platz zwei und Tim Gajser aus Tschechien über den dritten Rang freuen. Entsprechend sahen ihre Motorräder aus.

Noch spannender verlief der zweite Wertungslauf. Nach der Startgeraden ging Nagl als Zweiter in den ersten Anstieg und übernahm noch in der ersten Runde die Führung. In Runde vier in einer Linkskurve weggerutscht und wieder auf Platz vier nach vorne gekämpft, landete er in einer Rechtskurve zwischen den Bäumen am Streckenrand. Mit diesem Ausrutscher hatte er zwar viel Zeit verloren, aber der Vize-Weltmeister von 2010 fuhr noch auf den achten Platz nach vorne. "Bei solchen Bedingungen kann das schon mal passieren", sagte der Motocross-Top-Star hinterher sichtlich unaufgeregt. Nagls Missgeschick konnte insbesondere der 28-jährige Pourcel nutzen. Als souveräner Sieger des zweiten Laufs und zugleich Tagessieger sagte er hinterher: "Die Rennstrecke war heute brutal rutschig. Ich wollte nicht stürzen und bin deshalb vorsichtig gefahren." Der RMC-ler Kai Haase durfte im zweiten Lauf als Reserve-Fahrer einspringen, vollbrachte mit Platz 23 eine respektable Leistung und ärgerte sich hinterher dennoch: "Vom Start weg bin ich verhalten losgefahren, danach habe ich in jeder Runde zwei bis drei Konkurrenten überholt. Wenn das Rennen zu Ende gefahren worden wäre, hätte ich es noch zu Meisterschafts-Punkten gebracht". Mit Blick auf seine Suzuki ("Die kriege ich nie mehr richtig sauber") will sich der 22-Jährige künftig wieder mehr dem Motocross-Freestyle widmen.

Nach neun von 16 Runden musste das Rennen aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Fahrer und Maschinen waren zu diesem Zeitpunkt komplett mit einer dicken Lehmschicht überzogen.

Weiter geht das ADAC MX Masters mit seinem nächsten und damit dritten von acht Rennen am 22./23. Juni in Aichwald.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel