Ski Nordisch Debütantin in der Schweiz gleich voll in der Spur

Erhard Goller 02.01.2018

Zum Auftakt der Tour de Ski ließ Pia Fink (SV Bremelau) am Freitag gleich aufhorchen. Bei ihrem allerersten Einsatz im Weltcup verfehlte sie beim Freistil-Sprint als 36. mit 9:41 Sekunden Rückstand auf die Qualifikations-Siegerin Ingvild Flugstad Oestberg (3:29:19) aus Norwegen das Viertelfinale und damit die Weltcup-Punkteränge nur um 72 Hundertstelsekunden. Damit war sie fünftbeste Deutsche und bestätigte schon mal ihre Nominierung. Der Wettbewerb wurde schließlich überraschend von der Schweizerin Laurien van der Graaff gewonnen, während Sandra Ringwald (Schonach) als Sechste beste Deutsche war.

„Damit bin ich sehr zufrieden“, kommentierte die aus Münsingen-Hundersingen stammende Fink ihren Einstand. Das war sie auch mit dem zweiten Teil am Silvestertag, allerdings nicht ganz so wie am Tag zuvor. Die zehn Kilometer in der Klassischen Technik beendete sie auf Position 40 mit einem Rückstand von 2:25,2 Minuten auf Flugstad Oestberg (26:59,4). Dabei war Fink im Verlauf der Distanz nicht stärker geworden, wie man es sonst von ihr kennt. Allerdings relativiert sich das gegen die absolute Weltklasse auch etwas. Die Strecke in Lenzerheide (Schweiz, Kanton Graubünden) war auch nicht ohne. Die Abfahrten waren nach nächtlichen Regenfällen zum Teil vereist und so musste auch Finks deutsche Kollegin Katharina Hennig (Oberwiesenthal) ihre Hoffnungen auf ein Top-15-Ergebnis in der Schlussphase durch einen Sturz begraben.

Froh, nicht gestürzt zu sein

„Es war echt schwierig, deshalb bin ich froh, dass ich ohne Sturz durchgekommen bin“, meinte Pia Fink. Beste Deutsche war Nicole Fessel (Oberstdorf) auf Rang sechs (+58,2), die damit das Olympia-Ticket buchte. Pia Fink war sechstbeste Deutsche.

Am Neujahrstag ging es mit den Abständen der Gesamtwertung in ein zehn Kilometer langes Verfolgungsrennen in der Skating-Technik. Pia Fink startete zwölf Sekunden vor den Läuferinnen, die in der so genannten Welle en Block ins Rennen geschickt wurden. Dazu gehörte auch Viktoria Carl aus Zella-Mehlis. „Ich konnte lange Zeit mit Victoria mitlaufen, das war vom Tempo her okay“, berichtete Fink. Erst am Ende lief ihr die Sächsin noch etwas weg, sodass Carl am Ende 15 Sekunden schneller war als Fink, die als 38. das Ziel erreichte. In der Netto-Rechnung wurde es Platz 33 und es waren 1:40 Minuten mehr als die Tagesschnellste Österreicherin Teresa Stadlober benötigte. „Ich hatte doch etwas schwere Beine von den ersten beiden Tagen, aber sonst war es okay“, meinte die Debütantin.

Als Gesamt-38. geht Pia Fink mit einem Rückstand von 4:46 Minuten auf Ingvild Flugstad Oestberg am Mittwoch in Oberstdorf in die vierte Etappe, einem Sprint in der Klassischen Technik.

Für den Dettinger Florian Notz (SZ Römerstein) begann die Tour de Ski wenig erquicklich. Auf den 1,5 Kilometern Sprint-Distanz kassierte er 18,39 Sekunden Rückstand auf Qualifikations-Sieger Sergey Ustiugov (Russland, 2:58,46) und belegte lediglich Rang 89.

Notz hatte das Rennen über die drei Fünf-Kilometer-Runden dosiert begonnen. Nach sechs Kilometern hatte er sich von Position 69 bei Kilometer 2,5 an die 51. Stelle gesetzt. Platz 30 lag zu diesem Zeitpunkt nur 14 Sekunden entfernt, mit einer starken zweiten Rennhälfte also durchaus machbar.

Pech mit eisiger Passage

Doch nach zirka 6,5 Kilometern wurde Notz in einer Abfahrt eine der eisigen Streckenpassagen zum Verhängnis. „Ich bin in einer Kurve seitlich aus der Strecke gekommen“, erklärte Notz, wie es seinem kapitalen Sturz kam. Die Folge war nicht nur ein kaputter Ski, den er wechseln konnte, sondern auch der Bruch im Rhythmus.  Am Ende stand ein völlig enttäuschender 70. Rang, 3:10 Minuten hinter Tagessieger Dario Cologna aus der Schweiz (35:29,5).

Das machte das Unterfangen am dritten Tag nicht eben einfach. Notz ging über die 15 Kilometer Skating im Handicap-Start in der Welle im Block ab Rang 68 ins Rennen. Sukzessive verbesserte er sich und teilweise lief er dasselbe Tempo wie an der Spitze Dario Cologna. Doch die Aufholjagd kostete Körner. So konnte Notz im Finish nicht mehr zulegen und überquerte die Ziellinie  schließlich mit insgesamt 4:39,7 Minuten Rückstand auf Dario Cologna. Hoffnung macht die Netto-Laufzeit dennoch: Es war die 29. Zeit, 1:03,2 Minuten hinter dem Franzosen Maurice Manificat (34:41,8) und Notz verbuchte nach Thomas Bing (Dernbach), der als erster deutscher Mann die Olympia-Quali perfekt machte, die zweitbeste Zeit eines Deutschen. Da bleibt die Hoffnung, dass sich der Dettinger in Römersteiner Diensten auf den verbleibenden Etappen im Kampf um die Olympia-Norm weiter steigern kann.