Pferdesport Anke Simon räumt im Viereck ab

Marbach / Meike Löhr 14.08.2018

Was war das für ein Wochenende für Anke Simon! Am Donnerstag und Freitag sicherte sie sich ihre ersten S-Siege und am Sonntag wurde sie zur Süddeutschen Berufsreiterchampionesse gekürt.

Das Finale des Süddeutschen Berufsreiterchampionats ist einer der Höhepunkte des Marbacher Dressurfestivals. Anders als in anderen Finalprüfungen, müssen sich die Profis hier auch auf den Pferden ihrer Mitbewerber beweisen. Und das in der Schweren Klasse – gar nicht so einfach. Nur fünf Minuten bleiben den Reitern, sich auf das fremde Pferd einzustellen. Das einzige was verändert werden darf, ist die Länge der Steigbügel.

Spannender Pferdewechsel

Der Pferdewechsel war in diesem Jahr besonders spannend, weil die drei Finalpferde sehr verschieden waren. Da wäre zum einen der sehr erfahrene 1,86 Meter große Twenty Four von Anke Simon (RV Ilsfeld), mit dem auch die anderen beiden Finalisten, Renate Gohr-Bimmel (PSG Wellerhof Asbach) und Pieter van der Raadt (RF Horrenberg-Balzfeld), am besten zurecht kamen und der schließlich zum besten Pferd gekürt wurde. Oder FBW San Disco von Pieter van der Raadt, mit dem die Finalisten die größten Mühen hatten. Renate Gohr-Bimmels Trakehnerwallach Univers war wohl das unerfahrenste Pferd, das aber „seine Sache ganz gut gemacht hat“ wie sie zufrieden die Ritte kommentierte.

Bei der Siegerehrung konnte sich Anke Simon dann die Freudentränen doch nicht mehr verkneifen und sagte nur noch „Ich bin total überwältigt.“ Zweiter im Gesamtklassement wurde Pieter van der Raadt, gefolgt von Renate Gohr Bimmel auf dem dritten Platz.

Finale im November

Bei der Qualifikation zum Gert-Gussmann-Cup, einer Dressurpferdeprüfung der Klasse A für vierjährige Pferde, hatte Andrea Dlugos (RSG Ostalb) mit Faris Toni die Nase vorne. Lukas Maier (RFV Forst) folgte mit Dix auf Platz zwei, vor Antje Katona (RSZ Hohenzollern) mit Quincy Gold. Das Finale dieser Turnierserie wird im November im Rahmen des Marbacher Wochenendes ausgetragen.

Auch wenn der FAB-Amateurcup im vergangenen Jahr zum letzten Mal ausgetragen wurde, waren sich die Macher des Marbacher Dressurturniers schnell einig. Die Amateurreiter sollten weiterhin einen festen Platz im Programm bekommen. In der Dressurprüfung Klasse S*-Prix St. Georges verwies Anett Böhm (RC Bretten) ihre Konkurrenten auf die Plätze. Mit zwölf Punkten Vorsprung siegte sie mit dem achtjährigen Oldenburger-Wallach Blackmoney. Carina Harnisch (RFV Crailsheim) folgte im Sattel von Sunrise. Den dritten Platz teilten sich Anna Heinrich (RFV Mössingen) und Angela Kraut (RV Balingen) mit Michelangelo und Royal Ulan.

Die besten zwölf Teilnehmer dieser Prüfung qualifizieren sich für die Finalprüfung am Sonntag, einem St. Georg Special.

Prächtige Piaffen

Der Kurz Grand Prix, eine S***-Dressur, ist buchstäblich die Hauptprobe für die anspruchsvollste Prüfung des Marbacher Dressurfestivals, dem Grand Prix de Dressage, der traditionell am Sonntagnachmittag stattfindet. Fano, das jüngste Pferd im Starterfeld, bewies seine Klasse und sicherte seiner Reiterin Jasmin Schaudt (RFV Herbertingen) den Sieg. Auch der zweite Platz ging nach Herbertingen. Der amtierende baden-württembergische Meister Young Shik Hwang piaffierte mit Despino auf Rang zwei, gefolgt von Sandy Kühnle (PF Saurach) im Sattel von Amaretto.

Young Shik Hwang siegt

Internationales Flair war zu spüren, als der Südkoreaner und amtierende baden-württembergische Landesmeister, Young Shik Hwang (RFV Herbertingen), mit Destino ins Dressurviereck ritt. Mit viel Feingefühl und Geschick lieferte er mit über 70 Prozent im Grand Prix de Dressage, der zweitschwersten internationalen Dressurprüfung, eine souveräne Runde ab. Matthias Kempkes (RA München) piaffierte mit Ricoletto auf Rang zwei, gefolgt von Rubicon Leonardo, der von Jakob Hetzel (RSC Danielshof Moers) vorgestellt wurde.

 Der traditionelle Finalsonntag begann allerdings mit der Dressurpferdeprüfung Klasse L. Die acht besten Paare aus der Einlaufprüfung traten bei Kaiserwetter noch einmal gegeneinander an. Wie bereits in der ersten Prüfung am Freitag, siegte Jasmin Schaudt (RFV Herbertingen) mit Vanotti, gefolgt von Julia Fitz (Bad Wurzach) mit Deluxe und Ines Knoll (RFV Ostrach) im Sattel von Floridita auf den Plätzen zwei und drei.

Bei Antje Katona (RSZ Hohenzollern) war die Freunde riesig. Mit ihrer erst neunjährigen Württemberger Stute Santana gelang ihr der erste Sieg in der Schweren Klasse. Die Sir Sandro-Tochter sicherte ihrer Reiterin in der Finalprüfung der Dressurprüfung Klasse S* für sieben bis zehnjährige Pferde die Goldene Schleife. Die beiden verwiesen Stallkollegin Julia Elsässer (RSZ Hohenzollern) mit San Andreas und Birgit Kohlweiß (LRFV Weil der Stadt) mit Rookie auf die Plätze zwei und drei. Bei den acht besten Paaren der Dressurpferdeprüfung Klasse M hatte diesmal Anke Simon (RV Ilsfeld) die Nase vorn. Die frischgebackene Süddeutsche Berufsreiterchampionesse siegte mit Brünetta vor Nina-Alexandra Staudenmayer (LPSV Donzdorf) auf Lorenzo. Die Siegerin der Einlaufprüfung Melanie Ehrenfeld (PSF Munderkingen) platzierte sich mit Ginger Lily auf Rang drei.

Info Weitere Informationen im Internet: www.dressurfestivalmarbach.de

Der Turnierleiter verabschiedet sich

Emotionalster Moment des Marbacher Turniers war wohl die Verabschiedung des Turnierleiters Dr. Thomas Raue. „Ohne ihn wären wir heute alle nicht hier“, betonte Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck.
Als Ideengeber zu diesem Turnier war er 14 Jahre lang der Kopf des Organisationsteams und hat das Festival des Dressurpferdes geprägt wie kein anderer. Dennoch versprach die Landoberstallmeisterin: „Es wird weitergehen.“

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