Mountainbike Alberti dreht den Spiel um und versetzt Käß

War es letztes Jahr noch Jochen Käß (links), der sich den Sieg vor Alberti holte, drehte Alberti (Mitte) am Wochenende den Spieß mit rund elf Sekunden Vorsprung vor Käß kurzerhand um.
War es letztes Jahr noch Jochen Käß (links), der sich den Sieg vor Alberti holte, drehte Alberti (Mitte) am Wochenende den Spieß mit rund elf Sekunden Vorsprung vor Käß kurzerhand um. © Foto: Foto: Zeller-Rauscher
Münsingen / Zeller-Rauscher 24.04.2018

Für leichte Verwirrung sorgten beim Frühjahrsmarathon in Münsingen, dem 32. MTB-Cup, Vorjahressieger Jochen Käß (Team Centurion Vaude) und Matthias Alberti (Team Texpa Simplon, TSG Münsingen), weil die beiden niemand wirklich auf dem Schirm hatte.

Bei Käß dachten die meisten wohl, dass es unmöglich ist, dass er nach seinem Wadenbeinbruch am Start ist und Alberti war nur den wenigsten bekannt, obwohl er in der Bikerszene längst eine Größe ist. Kurzum: Den meisten ist Alberti unter seinem alten Namen Matthias Leisling wohl besser bekannt.

War es letztes Jahr noch Käß, der sich den Sieg vor Alberti holte, drehte Alberti heuer den Spieß mit rund elf Sekunden Vorsprung vor Käß kurzerhand um. Dass es so kommen wird, war Käß bereits im Vorfeld klar: „Mir fehlt momentan noch die Spritzigkeit, weil ich noch keine Intervalle fahren konnte, daran muss ich arbeiten, dann bin ich mir sicher, dass ich mich wieder an meine alte Form heranarbeiten kann“. Von seinen regionalen Fans ins Ziel gepusht wurde Albertis Teamkollege Uwe Hardter, der sich mit dem vierten Platz vollauf zufrieden zeigte.

Dass bei der Frauenwertung Gabi Stanger (Team Centurion Vaude) ihren Titel vom Vorjahr verteidigen wird, bezweifelten die wenigsten. „Gigantisch was das Powerpaket mit fast 50 noch leistet“, so eine Zuschauerin. Auch dem Powerpaket ist durchaus bewusst, dass ihre biologische Uhr tickt, was sie aber noch nicht davon abhält, mit Feuereifer in den Pedalen zu stehen. „Solange es mir noch Spaß macht, fahre ich. Sollte es das letzte Rennen gewesen sein, wäre es ein guter Abschluss gewesen, doch daran denke ich jetzt, Anfang 2018, noch nicht wirklich“, so Stanger mit Blick in die Zukunft.

Dass die Wahl-Wienerin Isabelle Lange vom WSV Mehrstetten wieder richtig gut im Sattel sitzt, freute nicht nur ihre Heimatvereinskollegen. Die 21-Jährige sicherte sich einen starken vierten Platz und war einfach nur glücklich, dass ihr die Beine wieder rund laufen.  Siegsicher zeigte sich Max Krimmel von der TSG Münsingen bereits vor dem Start der U11. Dennoch gab der Bursche alles, um sich am Ziel wie viele andere Kids, fette Umarmungen und Küsschen abzuholen.

Zum Glück hab ich ganz viel Hefezopf mit Zibeben verputzt, das gibt mir immer Kraft“, verriet der fünfjährige Anton eineinhalb Stunden vor seinem Powerflitzerstart noch ziemlich Müde an der Schulter von Papa Christian. Kaum war der Startschuss erfolgt, setzte der Kleine vom SV Reudern sämtliche Hefezopfenergie frei, um sich seinen Konkurrenten, die am Ende allesamt Sieger wurden, zu stellen. Anton zählt zu den glücklichen Kids, die einem Verein angehören, bei welchem ordentlich was läuft. „Aktuell haben wir rund 100 Kinder vom Bambinialter bis zur U23“, erzählt U15-Trainer Oliver Felten. Ziemlich spannend ging es beim Jugendmarathon der U17 her. Bis kurz vor Schluss waren Louis Krauss (alles Bike/TSV Neckartenzlingen) und Luca Effinger (SV Reudern/Walcher Racing-Team) gleichauf. Louis schaffte es letztendlich dann aber als erster in den kurvigen Bikepark. „Bei dem Geschlängel habe ich es dann nicht mehr geschafft, zu überholen“, so Luca, der am Vortag in der Schweiz ein Rennen bestritt, was ihm noch leicht in den Beinen steckte. Vom Pech überrollt oder besser gesagt, von einem Stein ausgebremst, wurde Vorjahressieger und Lokalmatador Louis Tress, der bei Kilometer 15 mit einem Plattfuß aufgeben musste. Pech und Teamgeist durfte Paul Geigle (TSV Neckartenzlingen Young Neckar Biker) erfahren, als ihn ein Stock, der ihn in die Speichen kam, zu Fall brachte. Teamkollege Edwin Schäfer verzichtete selbstlos auf sein Rennen, um Pauls Rad schnell wieder fahrtauglich zu machen. „Das war richtig klasse von Edwin, dafür danke ich ihm von ganzem Herzen“, strahlte Paul im Ziel, trotz der Tatsache, dass er an so ziemlich allen Gliedmaßen Schürfwunden hatte.

Info Sämtliche Ergebnisse finden sich unter www.br-timing.de

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