Neuhausen Zepf hört beim TV Neuhausen auf

Neuhausen / WOLFGANG SEITZ 03.09.2012
Jürgen Zepf ist nur noch bis Monatsende Manager des TV Neuhausen. Das teilte der Verein am Sonntag in einer Presseerklärung mit. Die Nachfolge muss beim Erstliga-Aufsteiger nun schnell geregelt werden.

Folgende Erklärung schickte der TV Neuhausen am Sonntag an die Presse:

"Der TV Neuhausen und Jürgen Zepf beenden zum 30. September 2012 die Zusammenarbeit. Der sportliche Leiter und Manager des TVN hatte am vergangenen Freitag der Abteilungsleitung schriftlich seinen Rücktritt mitgeteilt. Er begründet seine Entscheidung mit dem im Zusammenhang mit dem Erstliga-Aufstieg verbundenen erheblichen Mehraufwand und damit, dass sich dieser mit seiner derzeitigen beruflichen Tätigkeit nicht mehr vereinbaren lässt. Auch gab es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der vereinsinternen Weiterentwicklung.

Jürgen Zepf begleitete den TVN seit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga im Jahr 2009 als sportlicher Leiter. "Wir schätzen seine überaus erfolgreiche Arbeit", betont Abteilungsleiter Steffen Weiß. Die TVN-Verantwortlichen bedauern diesen Schritt, akzeptieren aber die persönlichen Beweggründe, die Jürgen Zepf dazu veranlasst haben.

Die Abteilungsleitung des TVN ist zuversichtlich, dass sie im Sinne der Vereinsphilosophie und des Leistungssports in naher Zukunft wieder einen für den sportlichen Bereich verantwortlichen Teammanager gewinnen wird."

Trainer Markus Gaugisch wollte diese Presseerklärung nicht kommentieren, macht aber keinen Hehl daraus, dass er, samt seiner Mannschaft, mit der Arbeit von Jürgen Zepf sehr zufrieden war: "Es ist für uns sehr schade. Jürgen hat einen hervorragenden Job gemacht und sehr viel bewegt. Dass wir uns am Dienstag in der Live-Übertragung des ersten Heimspiels gegen die Füchse Berlin in Tübingen deutschlandweit als Erstligist präsentieren konnten, hat viel mit ihm zu tun." Den Schritt müsse man aber so akzeptieren.

Markus Gaugisch hat auch eine exakte Vorstellung, wie es weitergehen soll. "Man muss schnell jemand finden, der den Job übernimmt. Auf dem Niveau, auf dem wir uns bewegen, ist es ein absolutes Muss, dass sich eine Vollzeitkraft der Sache annimmt. Aus dem Jahr wollten wir mit professionellen Strukturen raus kommen. Das wäre ein erster Schritt dazu."

Genau so hat es Jürgen Zepf gesehen. "Ich war völlig überlastet, habe mehrmals um ein Gespräch gebeten", sagt der "Noch-Manager". Er hätte sich vorstellen können, in der GmbH, die allerdings erst gegründet werden muss, den Posten des Geschäftsführers zu übernehmen. "Ich habe aber das Gefühl, das man nicht auf mich gebaut hat. Vielleicht bin ich zu schnell, zu unbequem", meint Zepf. Es hätten teilweise völlig konträre Auffassungen geherrscht. "Man ist nicht bereit, etwas zu investieren. So kann man einen Profi-Verein, der wir nun einmal sind, einfach nicht führen", klagt er. Eine Struktur sollte geschaffen werden, die es dem TV Neuhausen ermöglicht, über Jahre hinaus im Konzert der Großen mitzumischen - auch nach einem eventuellen Abstieg am Ende der laufenden Saison. Diese Aufgabe muss nun ein Anderer angehen, Jürgen Zepf hat einfach die Kraft nicht mehr, gegen alle Widerstände im Verein anzurennen: "Ich bin platt", sagt er.

Das war nach eigenem Bekunden auch Abteilungsleiter Steffen Weiß, als er vom Rücktritt des Managers erfuhr. "Es gab in der Vergangenheit zwar Meinungsverschiedenheiten, die waren aber nicht so gravierend", sagt Weiß, der betont, dass in jüngster Vergangenheit alle miteinander einen Super-Job gemacht haben - auch Jürgen Zepf: "An seiner Leistung gibt es nichts zu kritisieren."

Einen Gesprächswunsch habe Zepf zwar geäußert, man wollte aber den Start in die Erstliga-Saison abwarten. Das Interesse am Geschäftsführer-Posten sei jedoch nicht kommuniziert worden. "In unserem Haushaltsplan für die erste Liga ist kein Vollzeit-Manager berücksichtigt. Das gibt er nicht her und das hat auch Jürgen Zepf gewusst, der zudem bisher schon bezahlt wurde", betont der Abteilungsleiter. Man ist derzeit dabei, die GmbH zu formen, in die die Bundesliga-Mannschaft ausgegliedert werden soll. Im Dezember steht eine außerordentliche Hauptversammlung an. Über diesen Zeitplan sei der Manager informiert gewesen.

Die GmbH-Geschichte werde weiter verfolgt, dringender ist nun aber die Suche nach einem neuen sportlichen Leiter. "Die Mannschaft wurde unterrichtet. Ihr fehlt nun natürlich die Bezugsperson. Es ist aber eine vorübergehende Sache", verspricht Weiß, der hofft, dass sich die Spieler nicht zu sehr durcheinander bringen lassen.

Bis Monatsende ist Jürgen Zepf noch an Bord, es wäre im Sinne des Teams nicht schlecht, wenn dann ein übergangsloser Wechsel erfolgen könnte.

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