Wetzels Abschied als Profi

Die Profizeit ist vorbei, Michael Wetzel bleibt dem Triathlon aber verbunden.
Die Profizeit ist vorbei, Michael Wetzel bleibt dem Triathlon aber verbunden. © Foto: Thomas Kiehl
DIETMAR CZAPALLA 20.01.2016
Etliche Jahre lang war der für den AST Süßen startende Neuhäuser Michael Wetzel als Triathlon-Profi unterwegs. Der Ironman 70.3 in Neuseeland wurde zu seinem bewusst gewählten Abschieds-Rennen.

Auf der Suche nach einem würdigen Abschluss seiner Karriere als Triathlon-Profi hatte sich Michael Wetzel für die am 12. Dezember stattfindende Erstauflage des Ironman 70.3 Taupo in Neuseeland entschieden. "Das Beste kommt zum Schluss", lautete das Motto des erfolgreichsten Ermstal-Triathleten im Vorfeld seiner rund fünfwöchigen Reise ins Land der Kiwis.

Hier wollte der 31-jährige Ausdauerathlet seine Profi-Karriere beenden. "Keine realistische Aussicht auf eine Hawaii-Quali als Profi und nur noch minimales Verbesserungspotential waren ebenfalls Faktoren, die dabei eine Rolle spielten", so der 1,98 Meter große und 80 Kilogramm auf die Waage bringende Modellathlet. Das und noch mehr führte bei ihm dazu, dass er seine Profi-Lizenz nach fünf Jahren nicht mehr verlängerte und ab Anfang 2016 sportlich deutlich kürzer treten wird.

Dem Triathlon- und Duathlonsport will er treu bleiben, vorerst weiterhin für die AST Süßen in der baden-württembergischen LBS-Triathlonliga starten und auch "die eine oder andere Langdistanz bestreiten". Für die nächsten Jahre kann er sich auch "ein Hawaii-Comeback als Altersklassen-Athlet durchaus vorstellen".

Quasi als Abschiedsrennen erfüllte sich Wetzel mit dem Start bei der Erstauflage des Ironman 70.3 Taupo in Neuseeland noch einen Traum. Nach dem 1,9 Kilometer langen Schwimmen im recht kühlen See fand er sich mit 29:15 Minuten Schwimmzeit ziemlich am Ende des Profi-Feldes wieder. Auf der anschließenden 90 Kilometer langen, extrem welligen Radstrecke konnte er sich mit der Zeit von 2:21:37 Stunden nur unwesentlich verbessern. Dennoch startete er voll motiviert in die 21,1 Kilometer lange Schlussdistanz, bewältigte den Halbmarathon in der starken Laufzeit von 1:24:00 Stunden und finishte mit der Gesamtzeit von 4:19:41 Stunden unter 21 Profi-Männern auf dem zehnten Platz.

In Anbetracht der Jahreszeit und des Verlaufs der Vorbereitungen auf diesen Wettkampf hatte es für einen Spitzenplatz nicht ganz gereicht, dennoch zeigte sich der bislang in Teilzeit arbeitende Diplom-Wirtschaftsingenieur mit dem Ergebnis und seiner erzielten Zeit durchaus zufrieden.

"Der Ironman 70.3 Taupo war also aus meiner Sicht ein gelungenes Abschiedsrennen zum Ende meiner Profi-Karriere. Und wie es nun 2016 sportlich genau weitergeht, werde ich in den nächsten Wochen auf meiner Homepage mitteilen", so Michael Wetzel nach seiner Rückkehr ins winterliche Ermstal. Zuvor hatte er nach dem Rennen in Taupo noch "drei unglaubliche Wochen" erlebt.