Tennis Unerwartetes Remis bei fast irregulären Bedingungen

Lorenzo Giustino fuhr mit dem TV Reutlingen in der Tennis-Bundesliga beim 3:3 gegen Rochusclub Düsseldorf zwar den zweiten Punkt ein, verbleibt aber am Tabellenende.
Lorenzo Giustino fuhr mit dem TV Reutlingen in der Tennis-Bundesliga beim 3:3 gegen Rochusclub Düsseldorf zwar den zweiten Punkt ein, verbleibt aber am Tabellenende. © Foto: Baur
Reutlingen / Andreas Stephan 30.07.2018

Tennis in der Sahara. Bei unbarmherzigen 33 Grad Celsius kämpfte sich der am Freitag auf den letzten Platz zurückgefallene Tennis-Bundesligist TV Reutlingen zu einem überraschenden 3:3-Punktgewinn gegen den Tabellendritten Rochusclub Düsseldorf.

Die auf dem Papier hochfavorisierten Düsseldorfer traten allerdings ersatzgeschwächt an. Spitzenspieler beim Rochusclub war Pedro Sousa, der Reutlingens Nummer eins, Andrea Arnaboldi, keine Chance ließ. Die Möglichkeit zum Sieg hatte Lorenzo Giustino, Nummer zwei des TVR. Er trat gegen den Deutschen Mats Moraing an. Guistino verlor zwar den ersten Satz, brachte ab dem zweiten Durchgang aber immer öfters seine starke Vorhand ins Spiel und gewann den zweiten Satz mit 6:3. Im Matchtiebreak lief er seinem Gegner nach einigen leichten Fehlern gleich zu Beginn hinterher. Ein Rückstand, den er nicht mehr wett machen konnte. Mit 10:5 ging der Matchtiebreak an Moraing.

Aus durch Kreislaufprobleme

Verlass war wieder einmal auf Michael Berrer. Der Publikumsliebling aus Stuttgart stemmte sich mit all seiner Kraft gegen das schnelle Spiel von Matwe Middelkoop, der Nummer 31 der Doppelweltrangliste. Berrer zwang seinen Gegner immer wieder in lange Ballwechsel und versuchte, mit seinem Rückhand-Slice das Spiel zu entschleunigen. Nach einem langen ersten Satz, den Berrer mit 10:8 für sich entscheiden konnte, zeigte die Gluthitze und das geduldige Spiel des Reutlingers Wirkung bei Middelkoop. Bei Stande von 3:1 für Berrer brach Middelkoop an der Grundlinie mit Kreislaufproblemen zusammen. Ein Weiterspielen war ausgeschlossen.

Den zweiten Reutlinger Punkt verdiente sich anschließend Jordi Samper-Montana. Samper-Montana hatte gegen den angriffslustigen Hans Podlipnik-Castillo und seinem Serve and Volley-Spiel anfangs Probleme, die richtige Taktik zu finden. Ab Durchgang zwei returnierte er aber zwingender und gab seinem Gegner nur noch selten die Möglichkeit, leichte Punkte zu machen. Ein schnelles Break konnte er zwar nicht über den Satz retten, aus dem Konzept brachte das Samper-Montana aber nicht.

„Jordi ist am Ende des zweiten Durchgangs sehr cool geblieben und hat das super durchgefightet“, zeigte sich TVR-Coach Daniel Stöhr beeindruckt. Auch mehrere vergebene Satzbälle machten Samper-Montana nicht nervös. Er blieb seinem Spiel treu und verwandelte schließlich den Satzball zum 9:7 im Tiebreak.

Die anwesenden knapp 600 Zuschauer an der Rudolf-Harbig-Straße waren aus dem Häuschen. Frenetisch bejubelten sie jeden einzelnen Punktgewinn des Reutlinger Spaniers, der dann nach über zwei Stunden mit 4:6, 7:6, 10:5 die Partie für sich entschied.

Remis gleich gesichert

Bei den anschießenden Doppeln freuten sich die Reutlinger über einen schnellen dritten Punkt. Da Düsseldorfs Spitzenspieler Pedro Sousa bereits auf dem Weg zum Flughafen war, musste Matwe Middelkoop im Doppel aufgestellt werden. An einen wirklichen Einsatz war nach seinem Zusammenbruch aber nicht zu denken, kurz nach Beginn der Partie musste er mit seinem Partner aufgeben. Der für Pedro Sousa eingeplante Doppelspieler Sander Arends gewann an der Seite von Mats Moraing gegen Michael Berrer/Andrea Arnaboldi und machte die leise Reutlinger Hoffnung auf einen Sieg gegen Düsseldorf zunichte.

Coach Stöhr war gestern trotzdem hochzufrieden: „Dass wir gegen Düsseldorf überhaupt einen Punkt mitnehmen, hätten wir überhaupt nicht gedacht. Dazu war die Stimmung auf der Anlage mit den viele Zuschauern überragend. Von daher bin ich sehr glücklich.“

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