Handball TVN völlig von der Rolle beim Fiasko in der Salamander-Stadt

Wie im Hinspiel (hier mit dem ballführenden Michel Stotz gegen die Kornwestheimer Christopher Tinti und Julius Emrich) war der TVN abermals gegen den SV Salamander chancenlos.
Wie im Hinspiel (hier mit dem ballführenden Michel Stotz gegen die Kornwestheimer Christopher Tinti und Julius Emrich) war der TVN abermals gegen den SV Salamander chancenlos. © Foto: Eibner
Kornwestheim / Von Alexander Mareis 12.03.2018

Starkes Heimspiel zuvor gegen die TSG Haßloch (32:27), Gegner SV Kornwestheim in der Krise - da schien ein Coup des TV Neuhausen in der Salamander-Stadt nicht ausgeschlossen.

Was sich dann am Samstagabend vor offiziell 450 Zuschauern abspielte, war nicht nur ernüchternd, sondern hinterließ Entsetzen bei allen, die es mit dem TVN halten. Die Ermstäler kassierten mit 23:40 mit gewaltigem Abstand die höchste Saisonniederlage, nachdem sie zuvor nie deutlicher als mit sieben Treffern Differenz verloren hatten (unter anderem im Hinspiel gegen Kornwestheim).

„Ich möchte mich bei allen Fans des TVN für diese indiskutable Leistung entschuldigen. Die Enttäuschung ist riesengroß. Meiner Meinung nach fehlt einigen Spielern die richtige Einstellung. Egal, wie deren Zukunftspläne aussehen. Von einem Drittligahandballer erwarte ich, dass er in jedem Spiel das Maximum an Leistung abrufen will. Es kann nicht sein, dass einige Akteure schon nach zehn Minuten, nach den ersten Fehlversuchen, den Kopf hängen lassen“, kritisiert TVN-Geschäftsleiter Nico Held.

Genau genommen hielt die Michalik-Truppe nur eine knappe Viertelstunde am Samstagabend mit. Bis zum 8:7 in der 14. Minute verlief die Partie toretechnisch ausgeglichen, dann zog der zuletzt so gebeutelte Gastgeber SV Salamander auf 13:7 davon und schaffte es, in diesen nur fünf Minuten das Match vorzeitig zu entscheiden. Zur Pause trennten die beiden Kontrahenten acht Treffer beim 20:12, was immerhin belegt, dass die Neuhäuser nach dieser desaströsen Zwischenphase wieder etwas Stabilität in ihre Reihen brachten.

Immer deutlicher hinten

Doch nach dem Seitenwechsel schwoll der Rückstand rasch auf zehn Tore (22:12, 34.) an und die Kornwestheimer erlaubten sich auch keine Schwächephase mehr. Bis zur  48. Minuten trennten meist zehn, elf oder zwölf Tore den torjungrigen (neuen) Tabellenführer und den abstiegsbedrohten Gast. Dann wurde es richtig krass: Kornwestheim zog an, aus einem 31:19 (48.) wurde ein 38:22 (57.), welches letztlich im 40:23-Endstand mündete. Es mutete fast schon wie Hohn an, dass SVK-Trainer Alexander Schurr in der Schlussphanse einige Leistungsträger schonte, das Ergebnis aber dennoch weiterhin anwuchs. Während bei den Hausherren die Ex-Neuhäuser Julius Emrich am Kreis und Christian Wahl auf der zentralen Rückraumposition glänzten, zudem Felix Beutel im Tor bärenstark hielt, erübrigte sich eine Einzelkritik bei den Neuhäusern. Zwar gelangen Felix Stotz und Jan Reusch jeweils fünf Tore, wirkliches Lob gab es von Trainer Ferdinand Michalik hinterher aber nicht. Der verletzte Spielertrainer (wegen Rippenbruch nicht auf dem Parkett am Ball) tobte an der Seitenauslinie, versuchte alles, um seine Truppe emotional aufzurütteln. Alle Bemühungen indes blieben fruchtlos.

Lob an Zuschauer

„Bei uns gibt es viele positive Dinge - allen voran unsere Fans, die rund ein Drittel der Besucher in der Kornwestheimer Halle ausmachten und uns vorbildlich unterstützten. Zudem sind wir in den Planungen für die neue Runde weiter als zum selben Zeitpunkt der Vorsaison. Umso schlimmer, dass wir nun in dieser üblen Tabellensituation sind. In den kommenden Partien in Hochdorf, bei den Rhein-Neckar Löwen II und gegen Köndringen/Teningen geht es um die Existenz des Vereins“, macht Held klar.

Der TVN ist durch die Niederlage erstmals auf einen Abstiegsplatz, im konkreten Fall Rang 14 unter 16 Teams, zurückgefallen. Ursprünglich wäre dies ein direkter Abstiegsrang gewesen, nun jedoch mehren sich Stimmen, die aufgrund Zusammenhängen mit Auf- und Abstieg zwischen 2. und 3. Liga besagten Platz 14 als Relegationsrang ausweisen, sodass eventuell nur noch die beiden Letztplatzierten ungestreift eine Etage tiefer fallen.

Angst vor Durchmarsch

Darauf sollte man sich indes nicht verlassen. Der direkte Durchmarsch von der 2. Bundesliga in die viertklassige Baden-Württemberg-Oberliga soll unbedingt vermieden werden. „Keiner will als Absteiger in die Geschichte des TV Neuhausen eingehen - schon gar nicht als zweifacher Absteiger“, betont Nico Held. In den ausbleibenden sieben Spielen, darunter nur drei Heimspiele, sind die Ermstäler nun gefragt. Verzichten müssen sie in den allermeisten dieser „Endspiele“ ums sportliche Überleben auf Rückraumwerfer Karl Toom, der sich einen Haarriss im Knie zuzog, in Kornwestheim bereits fehlte und zwischen vier bis sechs Wochen auf Eis liegen wird.

So spielten sie

SV Salamander Kornwestheim -
TV Neuhausen

 40:23

SV Salamander Kornwestheim: Schneider, Beutel - Kolotuschkin (4), Wahl (1), Schaffert (1), Kugel (2), Tinti (4), Schoeneck (2), Steffens (3), P. Jungwirth (8/4), J. Jungwirth (1), Scholz (5), Emrich (7), Flügel (2).
TV Neuhausen: Tölke, Augustin - Stotz (5), Weißer, Pracht, D. Reusch (2), Meyer, Stahl, Laurenco (4/3), Keupp (2), J. Reusch (5), Fischer (2), Abadie (3).
Siebenmeter: 7/6 - 3/3 (P. Jungwirth 5/4, Scholz 2/2 - Laurenco 3/3).
Zeitstrafen: Tinti, Steffens - D. Reusch, Stahl, Laurenco, Keupp, Fischer.
Schiedsrichter: Thorsten Meike/Stefan Plinz (Denzlingen/Waldkirch).
Zuschauer: 450.

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