Trainingsmatte, Blackroll, Sprungseil, Elastikband und ein auf Kraft und Ausdauer ausgelegter Trainingsplan: Mithilfe dieser Utensilien absolvieren die Hülbener Turnerinnen derzeit ein tägliches Workout zu Hause – und sind dabei auch immer wieder im Kontakt mit ihren Trainerinnen.

„Die Stimmung ist trotz der Umstände sehr gut. Die Mädchen sind froh um die Abwechslung und schicken uns oft Fotos und Videos von ihrem Training“, sagt Sabrina Maier, die die Truppe zusammen mit Lisa Epple und Vanessa Bauer trainiert.

Als die Turnerinnen im SV Hülben,  wie viele andere Sportler auch, Mitte März ihr Training von heute auf morgen einstellen mussten – denn Gesundheit geht vor – dauerte es nicht lange, bis die Ersatzlösung da war. Kurzerhand lieferte Sabrina Maier jedem ihrer Schützlinge Trainingsutensilien vor die Haustür.

Den größeren Mädchen reicht die Abwechslung zum Alltag in den eigenen vier Wänden als Motivation. Für die jüngeren denkt sich das Trainerinnen-Team jeden Tag eine neue „Challenge“ aus: „Wir bitten die Kleinen, uns ein Foto von ihrem schönsten Handstand, dem schönsten Bogengang oder eines mit einer Turnübung und einem Haustier zu schicken. Die Mütter senden uns dann die Ergebnisse, daran haben alle Spaß“, erzählt Sabrina Maier.

Digitaler Zusammenhalt

Natürlich ist das Workout nicht mit dem „normalen“ Training zu vergleichen. Schließlich hat keiner einen Sprungtisch, ein Reck oder einen Barren zu Hause. Aber es gibt doch das eine oder andere Mädchen, das einen Schwebebalken auf dem Dachboden oder im Keller stehen hat. „Einige haben auch eine Airtrack-Matte, um ihre Kür am Boden zu Hause zu üben“, sagt Sabrina Maier.

Zum Teil seien diese Matten von den Eltern auch extra für diese Ausnahmesituation angeschafft worden. „Seit ich denken kann, gab es keine so lange Trainingspause“, erinnert sich die Trainerin, die selbst schon als Kind in Hülben trainiert hat.

Normalerweise trifft sich die Truppe fünf Mal pro Woche in unterschiedlichen Konstellationen in der Niederwiesenhalle. In den Ferien zum Teil sogar täglich. Im Frühjahr finden sonst die Qualifikationswettkämpfe für das Landesfinale im Einzel statt – sie sind natürlich abgesagt. Dabei war man gut auf die Saison vorbereitet.

Auf die Frage, was sie und die Mädchen am meisten vermissen, antwortet die Trainerin prompt: „Die gemeinsame Zeit in der Halle, wir sind ja schon auch eine Art Familie“.  Aber, fährt sie fort, die Situation habe auch etwas Positives: Was man sonst immer als selbstverständlich hinnehme, wisse man jetzt erst richtig zu schätzen. Und den Zusammenhalt spüre man auch ganz stark über den digitalen Austausch.