Handball Tabellenführung als schlechtes Omen für den TV Neuhausen II

Grossengstingens Schlussmann Julian Rinker holte mit seinem TV gegen den TSV Köngen einen wichtigen Punkt beim 26:26-Unentschieden.
Grossengstingens Schlussmann Julian Rinker holte mit seinem TV gegen den TSV Köngen einen wichtigen Punkt beim 26:26-Unentschieden. © Foto: Baur
Region / swp 04.12.2018

HSG Albstadt gegen

TSV Dettingen 34:26
Am vergangenen Samstag gastierte der TSV Dettingen in Albstadt. Ohne die verletzten Tobias Beck und Max Hartl, dafür wieder mit Rückkehrer Marco Muckenfuß starteten die Gäste sehr nervös in die Partie. Nach nur 85 gespielten Sekunden traf Patrick Lebherz zum 2:0 für die Hausherren. Danach konnten die Dettinger auf Augenhöhe agieren und trafen in Minute sieben zum 5:5-Ausgleich. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit gerieten die Ermstäler zum ersten Mal deutlich in Rückstand.  Technische Fehler und überhastete Würfe der Gäste wurden durch Tempogegenstöße eiskalt bestraft. Mit einem Vier-Tore-Vorsprung für die Hausherren gingen die beiden Teams in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachten sich die Dettinger selbst in Bedrängnis. In doppelter Unterzahl vergrößerte sich der Rückstand auf 13:22. Danach war das Spiel entschieden. Individuelle Fehler im Angriff wurden weiterhin gnadenlos bestraft. In Minute 45 traf Albstadts bester Torschütze Patrick Lebherz zur ersten Elf-Tore-Führung. Bastian Schmauder konnte in der 58. Minute noch einmal verkürzen, bevor Michael Meier vier Sekunden vor Ende den Schlusspunkt zum 34:26 Endstand setzte. Am Ende war es ein souveräner Sieg der HSG Albstadt. Durch die zwei Punkte springen die Gastgeber wieder an die Tabellenführung, während der TSV Dettingen weiterhin mitten im Abstiegskampf steckt.

Dettingen: Maginski, Bader – Müller (2), Bauknecht (5), Muckenfuß (1), Brodbeck (2), Fritz (4), Wille, Euchner (9), Schmauder (2), Krohmer (1).

TV Weilstetten II gegen

 TV Neuhausen II 26:24

Der TVN II kassierte in Albstadt beim TV Weilstetten II seine zweite Saisonniederlage. Die überragende Moral am Ende konnte den Katastrophenstart in die zweite Hälfte nicht kompensieren. Der Beginn der Partie verlief aus Neuhäuser Sicht eigentlich recht harmonisch. Man führte beim Tabellenelften mit 6:4 (15.). Doch die Gastgeber zogen schnell wieder gleich und egalisierten die Neuhäuser Führung, drehten das Spiel gar – so beim 9:7 durch Florian Pawelka acht Minuten vor der Pause. Bis zur Halbzeitunterbrechung warfen sich die Schützen vom TVW eine 12:10-Führung heraus. Eigentlich alles machbar aus Sicht der Neuhäuser.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts folgten dann aber einige Minuten des Schreckens, in denen der TVN II die Partie verschenkte. Weilstetten durfte nämlich einen 7:1-Lauf seinerseits bejubeln. Das muntere Treiben der Hausherren wurde lediglich von einer Bühner-Auszeit in Minute 36 unterbrochen. Nach der Auszeit folgten zwei weitere Gegentreffer und die Anzeigetafel verkündete ein desaströses 19:11. Als alle Hoffnung in blau-weiß verloren schien, rafften sich die Hofbühl-Handballer zu einer sehenswerten Aufholjagd auf und zeigten unfassbare Moral. Beim 20:15 (46.) wurde es TVW-Coach Timo Luppold erstmals bange, er legte die Grüne Karte, um seine Männer wieder auf Kurs zu bringen. Doch Neuhausen machte unbeirrt weiter: Beim 24:22 (58.) waren es nur noch zwei Tore Differenz. Nur 47 Sekunden vor dem Ende brachte Daniel Jungel, an diesem Nachmittag mit sieben Treffern bester Schütze seiner Farben, den TVN II auf 24:25 heran. Zehn Sekunden vor Schluss netzte Daniel Naumann zum 26:24 ein und machte das bereits aufkeimende Pflänzchen der Hoffnung bei den Neuhäusern dem Erdboden gleich. Trotz der Pleite ist der TV Neuhausen II nach wie vor auf dem zweiten Tabellenplatz und blickt nun dem Derby gegen den VfL Pfullingen II am kommenden Samstagabend entgegen.

TV Neuhausen II: Spitz, Lutter – T. Reusch, Klusch (5), Maier (2), Gutbrodt (3), Notz, Jungel (7/1), Rödel (2), Setzer (1), Michalik (1), Fesser (2), Stojanovic, Bodechtel (1).

VfL Pfullingen II gegen

SG Ober-/Unterhausen 36:30

Am frühen Samstagabend empfing die zweite Mannschaft des VfL Pfullingen die SG Ober-/Unterhausen. Die Pfullinger waren im Gegensatz zu den vergangenen Spielen von Anfang an voll konzentriert und hochmotiviert. Das Spiel begann zunächst recht ausgeglichen, doch der VfL setzte sich nach 15 Minuten beim stand von 10:6 erstmals mit 4 Toren ab. Pfullingen kam nun richtig ins Rollen und ebnete sich durch einen tollen Kampf und einer geschlossen Mannschaftsleistung den Weg zum 36:30-Endstand. Der Gegner aus Unterhausen fand gegen die stablie Abwehr des VfL meist keine Lösungen und konnte auch den Angriff Pfullingens nicht vor große Probleme stellen. Die gut gefüllte Kurt-App-Halle sah ein tolles Echaz-Derby mit einem unter dem Strich doch ungefährdeten Sieg des VfL Pfullingen.

VfL Pfullingen II: Bantle, Buck – Roth, Lehmann 5, Nothdurft 2, T. Müller 5/3, Reiff 4, Werner 3, Mager 5, Schulze, Greve 1, L. Müller 6, Bauer 5.

SG Ober-/Unterhausen: Maier, Fischer – Hagmaier, Bordt (7), Werz (2/2), Symanzik (2), Fl. Grauer (2), Sarpkaya (3), Hejny (3), Tröster, Wild, Fe. Grauer (4/3), Althaus (3).

TV Großengstingen gegen

TSV Köngen 26:26

„Mein Ruhepuls ist immer noch auf über 200“, muss Abteilungsleiter Peter Staneker nach dem Sonntagsabendkrimi zugeben. In sprichwörtlich letzter Sekunde rettet Kevin Hummel mit einem Unterarmkracher aus knapp 20 Metern noch das Unentschieden und lässt seine Kameraden damit den zweiten Punkt in der laufenden Spielzeit bejubeln.

 Zuvor war der TVG trotz erneut vieler technischer Fehler im Angriff 60 Minuten auf Augenhöhe und konnte 15 Minuten vor Ende sogar auf drei Tore davonziehen. Erneut war eine Leistungssteigerung der jungen Mannschaft zu erkennen, die in Julian Rinker zudem einen erneut starken Rückhalt hatten.

So brachte Oliver Leuze mit seinem fünften Treffer an diesem Abend den TVG knapp zwei Minuten vor dem Ende mit 25:23 in Führung und der erste Saisonsieg schien in greifbarer Nähe. Aber wieder waren es zu schnelle Ballverluste, die Köngen zurück ins Spiel brachten. Dies führte zum 25:25-Ausgleichstreffer durch den siebenfachen Torschützen Manuel Tremmel und ermöglichte dem TVG einen vermeintlich letzten Angriff. Trainer Markus Kasch griff zur grünen Karte und nahm 40 Sekunden vor Ende der Begegnung folgerichtig die Auszeit. Allerdings schenkten die Engstinger 15 Sekunden vor dem Abpfiff erneut den Ball her, was erneut Manuel Tremmel nutzen konnte und den sicher geglaubten Siegtreffer erzielte. Allerdings war die Uhr aufgrund eines verletzten Spielers des TSV Köngen angehalten, was dem TV Großengstingen drei Sekunden für seine letzte Aktion einbrachte. Ein kurzer Pass auf Kevin Hummel, der mit zwei Schritten Anlauf alles in einen Unterarmwurf legte und von der Mittellinie den Torwart tunnelte! Ausgleich! Ende! Jubel!

Immer noch aufgewühlten von der unfassbaren Schlussphase meint Peter Staneker: „Das dritte Spiel in dem sich die Jungs weiter steigern konnten. Leider reicht es noch immer nicht ganz für den ersten doppelten Punktgewinn, aber mit diesem Engagement und mit diesem Willen sind wir auf dem richtigen Weg und der 1. Sieg scheint bald machbar zu sein.“

TV Großengstingen: Trostel, Rinker – Leuze (5), K. Hummel (9/2), Azevedo, Reisch, Rudolph, J. H. Hummel (2), Kinzelmann (2), Balaj (1), M. Hummel (2), Schwarz, Grünenwald, M. Häcker (5/1).

TV Aixheim gegen

TSG Reutlingen 29:24

Die Landesliga-Handballer der TSG Reutlingen zogen im Duell beim starken Aufsteiger TV Aixheim durch eine 24:29 (9:12)-Niederlage letztlich verdientermaßen den Kürzeren und rutschen dadurch auf den siebten Tabellenplatz ab.

Die Partie in der harzfreien Halle begann wie erwartet konfus, denn beide Teams überboten sich förmlich während der gesamten Spieldauer im Produzieren von technischen Fehlern und Auslassen bester Torgelegenheiten. Deutlich spürbar war im Reutlinger Lager zudem das Fehlen der Stammspieler Billy Bantle, Johannes Carle sowie dem Langzeitverletzten Levi Leyh.

So war es auch nicht verwunderlich, dass die Achalmstädter bis zur 20. Spielminute einiges an Anlaufzeit benötigten, um wenigstens ansatzweise ins Spiel zu finden. Nachdem man bereits frühzeitig deutlich mit 1:7 (14.) und 3:8 (18.) in Rückstand geriet, lief es, TSG-Trainer Marcus Grimm hatte bereits früh zwei Auszeiten nehmen müssen, in der Folgezeit zunehmend besser, so dass man nach dem 7:9 (23.) bis zum Pausenpfiff noch in Schlagdistanz war.

„Sicherlich ist das Handballspielen ohne Haftmittel eine völlig andere Welt. Und nicht umsonst hat Aixheim bislang sechs seiner sieben Heimspiele gewonnen. Nichtsdestotrotz hätte ich von meiner Mannschaft vor allem im Abwehrverbund deutlich mehr Gegenwehr erwartet“, so ein enttäuschter Reutlinger Kommandogeber nach der zerfahrenen Partie.

Im zweiten Durchgang konnte Reutlingen die Partie bis zum 18:21 (48.) zwar noch relativ offen gestalten – zu einer Wende sollte es allerdings nicht reichen. „Wir hätten heute noch fünf Stunden spielen können und hätten das Ding nicht gedreht. Dazu hat heute einfach der letzte Wille gefehlt!“, so Co-Trainer Thomas Schneider.

 Bereits am Samstag (19.30 Uhr, Storlachhalle) bietet sich den Achalmstädtern die Gelegenheit zur Wiedergutmachung, wenn man den Tabellenzehnten HSG Rietheim-Weilheim empfängt. „In den letzten Wochen haben wir eindeutig zu viel liegen lassen. Jetzt müssen wir alles daran setzen zusammen den Bock umzustoßen“, erwartet Grimm in den kommenden Tagen von seinen Schützlingen eine Rückkehr zu nicht allzu lang zurückliegenden Tugenden.

TSG Reutlingen: Selakovic, Memisahovic –  Selesi (4), Drosson (5), Wiedwald, Vollmer, Löchle, Ludescher (2), Hatic (1), Buck, Ofenheusle (3), Greve (8/5), Mayer (1).

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