Handball Starke Teamleistung beschert wichtige Punkte im Ligakeller

TVN-Spielmacher Jan Reusch (unten) war oftmals nur mit Fouls zu bremsen. Hier steigt der Haßlocher Dennis Götz hart ein. Seine Vorlagen brachte der Neuhäuser dennoch an die Mitspieler.
TVN-Spielmacher Jan Reusch (unten) war oftmals nur mit Fouls zu bremsen. Hier steigt der Haßlocher Dennis Götz hart ein. Seine Vorlagen brachte der Neuhäuser dennoch an die Mitspieler. © Foto: Eibner
Neuhausen / Von Alexander Mareis 05.03.2018

Na also, es geht doch: Der TV Neuhausen hat am Samstagabend einen verdienten 32:27 (17:12)-Heimsieg über die TSG Haßloch gelandet und sich damit ein wenig Luft im Abstiegskampf der 3. Liga Süd verschafft. Der Ermstäler gerieten im Spielverlauf nur ein einziges Mal in Rückstand (beim 2:3 in der 7. Minute) und konnten letztlich durch eine starke Teamleistung den mit einigen hervorragenden Individualisten ausgestatteten Gegner aus Rheinland-Pfalz bezwingen.

Die zwei Punkte waren enorm wichtig. Im Tabellenkeller der 3. Liga tut sich seit Wochen einiges. Abermals schaffte der TuS Dansenberg einen überraschenden Erfolg, stieß mit dem späten Siegtor zum 28:27 den SV Kornwestheim vom Platz an der Sonne. Der bisherige Tabellenzweite Rhein-Neckar Löwen II rutschte ebenfalls um einen Rang nach unten, weil gegen den HC Oppenweiler/Backnang in den Schlusssekunden nur noch der Ausgleich zum 31:31 heraussprang.

„Dieser Sieg war enorm wichtig. In dieser Liga kann jeder Verein jeden Gegner bezwingen. Auch wir sind sicherlich in unserer nächsten Auswärtsaufgabe in Kornwestheim nicht chancenlos“, meinte TVN-Trainer Ferdinand Michalik.

Frühes Selbstvertrauen

Sein Team erlangte gleich zu Beginn durch mehrere gelungene Aktionen Selbstvertrauen. Einfädler Jan Reusch führte wie oft gekonnt Regie, bereitete mit Musterpässen die ersten vier Tore vor. Aus dem Rückraum sorgten Tim Keupp und vor allem Karl Toom sowie Lukas Fischer für Glanzpunkte. „Ich muss lange zurückdenken, um mich an eine erste Halbzeit mit so vielen gelungenen Rückraumwürfen zu erinnern“, lobte TVN-Geschäftsleiter Nico Held seine Blau-Weißen. Man möge die militärisch anmutende Ausdrucksweise entschuldigen, aber es waren regelrechte Granaten, die von den TVN-Rückraumbombern abgefeuert wurden. Nichts zu sehen von früher oftmals kritisierten Wurfproblemen aus der zweiten Reihe.

Über 4:4 (9. Minute), 9:5 (19.) und 14:9 (26.) sicherten sich die Hausherren eine 17:12-Pausenführung.

Motor stottert

Alles deutete auf einen sicheren Heimsieg hin.  Nach dem Seitenwechsel zog der TVN gar auf sechs Treffer beim 18:12 davon, beim 20:15 (36.) lief ebenso alles noch in die richtige Richtung. Doch plötzlich stotterte wieder einmal der Motor und die Gastgeber verloren an Sicherheit. Nach gut 40 Minuten waren die Gäste auf 21:20 herangekommen und es drohte eine Wende.

„Der Knackpunkt für uns war diese Phase beim 21:20, als wir in Überzahl leichtfertig die Ausgleichschance vergaben, nachdem wir uns toll zurückgekämpft hatten. Damit haben wir den TVN aufgebaut“, beschrieb Haßlochs Trainer Tobias Job diese heiklen Sekunden.

Der mittlerweile für Simon Tölke zwischen die Neuhäuser Pfosten gekommene Kai Augustin hatte neben gelungenen Paraden auch Glück, dass Haßlochs Dennis Götz  in der 46. Minute beim Stand von 23:21 beim Siebenmeter den Pfosten traf.  Das war der Weckruf für die Michalik-Schützlinge: Sie nutzten die Gunst des Moments, zogen wieder auf 26:22 (48.) davon. Anschließlich kamen die Gäste nur noch drei Mal auf drei Tore Abstand heran, eine echte Gefahr für den TVN konnten sie aber nicht mehr heraufbeschwören. Der 32:27-Heimsieg war somit in trockenen Tüchern.

So spielten sie

TV Neuhausen -
TSG Haßloch

32:27

TV Neuhausen: Tölke (1. bis 40., ab 55.), Augustin (40. bis 55.) - Stotz (4), Jungel (2/1), D. Reusch (3), Meyer (1), Stahl, Laurenco (8/3), Keupp (2), Michalik (n.e.), Toom (3), J. Reusch (1), Fischer (4), Abadie (4).
TSG Haßloch: Schlingmann, Röpcke (7m) - Borodovskis (3), Wilde, Zech (1), Muhovec (6), Freitag, Seelos (4), Zellmer, Gregori (1), S. Job (4), Hartstern, Zeller (8), Götz.
Siebenmeter: 5/4 (Laurenco 4/3, Jungel 1/1) - 0/1 (Götz 0/1).
Zeitstrafen: Stotz, Abadie - S. Job (2), Zeller (2), Götz.
Schiedsrichter: David Gierke, Korbinian Konwitschny (Dachau).
Zuschauer: 728.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel