Für den Dettinger Florian Notz begann das Jahr 2020 erfreulich. Im Verfolgungsrennen in der klassischen Technik belegte er Rang 24 im italienischen Toblach. Am Silvestertag hatte Notz Weltcup-Punkte noch verfehlt. Dennoch beendet der Läufer der Skizunft Römerstein jetzt die Tour de Ski.

Zweitbester Deutscher

Am letzten Tag des Jahres 2019 belegte Florian Notz über 15 Kilometer Einzelstart in der Freien Technik Rang 33. Der Rückstand auf Etappensieger Sergey Ustiugov (Russland, 31:02,5) betrug am Dienstag 1:42,2 Minuten. Damit war Notz hinter dem starken Lucas Bögl  aus Gaißach (9., +0:42,6) zwar zweitbester Deutscher, doch ein gutes Stück entfernt von seinem eigentlichen Leistungsvermögen.

Was kaum anders zu erwarten war. „Flo ist normalerweise einer unserer Top-Ten-Läufer“, meinte Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Die fehlenden Trainingswochen vom Oktober lassen sich aber nicht einfach ignorieren.

„Es ging mir eigentlich nicht so schlecht. Offensichtlich fehlt mir aber aktuell noch der Punch, um wieder meine gewohnte Leistung zeigen zu können“, kommentierte Florian Notz sein Rennen im Südtiroler Pustertal.

Nur 3,4 Sekunden fehlen

Zwischen Kilometer 1,7 und Kilometer 6,7 verbesserte er sich zwar von 72 auf 37, doch dann ging es kaum noch nach vorne. Die Weltcup-Punkteränge verfehlte Notz in Toblach um 3,4 Sekunden.

Dass am nächsten Tag in der Klassischen Technik, die ihm weniger liegt als Skating, eine deutliche Steigerung gelang, damit konnte man eigentlich nicht rechnen. Im Verfolgungsrennen mit den Abständen vom Vortag ergab sich für den Ermstäler eine gute Gruppe, die sich im Verlauf immer weiter nach vorne orientierte.

Nach 11,3 Kilometer ging Florian Notz in einer elfköpfigen Gruppe ab Position 19 an 21. Stelle in die letzte Runde. In den Positionskämpfen konnte er sich im Finish einer zehnköpfigen Gruppe nicht ganz vorne behaupten, überquerte aber als 24. mit 2:21,1 Minuten Rückstand auf Sieger Alexander Bolshunov (Russland, 38:14,9) die Ziellinie.

Beste Saisonplatzierung

Das bedeutete die beste Saisonplatzierung und in der Netto-Zeit Rang 19 (+1:14,7). Damit war er zweitbester Deutscher hinter Lucas Bögl, der als Achter die Ziellinie überquerte und die 14. Zeit (+0:40,5) verbuchte. Auch wenn Verfolgungsrennen immer auch taktische Komponenten beinhalten, war der 19. Rang für Florian Notz eines der besten Ergebnisse in der klassischen Disziplin überhaupt.

„Mit dem Rennen heute bin ich sehr zufrieden. Es lief von Anfang bis Ende gut. Körperlich fühle ich mich gut. Umso mehr verwundert mich das Ergebnis von gestern. Da habe ich mich auch gut gefühlt, aber trotzdem viel Zeit verloren“, kommentierte der Ermstäler.

Abschied von der Tour de Ski

Als 25. der Gesamtwertung und damit zweitbester Deutscher hinter Bögl (13.) würde er in die letzten drei Etappen gehen. Doch, wie schon vorher geplant, verlässt Notz die Tour de Ski, weil die Substanz mit dem Trainingsrückstand für die hohe Belastung noch nicht da ist. „Ich werde jetzt heimfahren, mich kurz erholen, um mich gut für die nächsten Weltcups vorzubereiten“, erklärt Florian Notz.

„Ende des Monats haben wir ja dann das Heimspiel in Oberstdorf.“

Beim Heimweltcup wollen die Deutschen glänzen und vor allem auch ein Muster prägen für die WM im kommenden Jahr.

Pia Fink muss abreisen

Bei den Damen ging die Tour de Ski am Silvestertag indes ohne Pia Fink weiter. Die Läuferin vom SV Bremelau spürte schon am Montag ein Kratzen im Hals und am anderen Tag war er dick. „Ich habe starke Halsschmerzen und bin heute schon abgereist“, ließ sie am Dienstag per Text-Nachricht aus Toblach verlauten.

Ausgerechnet beim Höhepunkt der Saison ist das natürlich umso bedauerlicher.