Handball Pinker Blitzstart nach der Pause

Delaila Amega (links) zeigte in Dortmund eine überragende Partie. Die TuS-Spielmacherin überzeugte nicht nur wegen ihrer acht Tore.
Delaila Amega (links) zeigte in Dortmund eine überragende Partie. Die TuS-Spielmacherin überzeugte nicht nur wegen ihrer acht Tore. © Foto: Eibner
Dortmund / Matthias Jedele 02.04.2018
Unter der Regie der überragenden Delaila Amega feiert Frauenhandball-Bundesligist TuS Metzingen bei Borussia Dortmund einen wichtigen 32:28-Erfolg und meldet sich im Kampf um das internationale Geschäft zurück.

Mit zwei Punkten im Gepäck kehrten die Bundesliga-Handballerinnen der TuS Metzingen am Ostersamstag  von ihrem Gastspiel aus Dortmund zurück. Die Truppe von TuS-Cheftrainer René Haman-Boeriths gewann mit 32:28 (12:13) beim BVB.

Dabei begann es für die Gäste aus dem Ermstal denkbar schlecht. Dortmund kam vor allem in der Anfangsphase zu sehr einfachen Toren über die Mitte und so konnten sich die TusSies bei ihrer Torfrau Isabell Roch bedanken, dass sie mit mehreren tollen Reflexen noch mehr Gegentreffer verhinderte. „Wir hatten teils sehr große Lücken in der Abwehr-Mitte, das bin ich so von uns gar nicht gewohnt“, monierte TuS-Manager Ferenc Rott. Nach 13 gespielten Minuten hatte René Haman-Boeriths dann ebenfalls genug gesehen und zückte den grünen Karton für die Auszeit.

Dortmund führte zu diesem Zeitpunkt zwar nur mit 5:4, das pinke Abwehrverhalten passte ihm jedoch überhaupt nicht und auch im Angriff lief es nur bedingt nach Plan. Im Positionsspiel klappte vieles nicht und so mussten Einzelaktionen herhalten, um zum Torerfolg zu kommen. Insbesondere Marlene Zapf und Delaila Amega konnten dabei mit ihren Würfen überzeugen. Das Spiel wogte hin und her und so wurden beim Stand von 12:13 aus Sicht der TusSies die Seiten gewechselt.

Ein doppelter Doppelpack

In der Halbzeitpause fand René Haman-Boeriths dann die richtigen Worte, denn seine Mädels kamen wie verwandelt aus der Kabine und legten einen Blitzstart hin. Maren Weigel und Katharina Beddies sorgten mit je einem Doppelpack binnen 199 Sekunden nach Wiederanpfiff für die 16:13-Führung der Gäste (34.). „Gerade zu Beginn der zweiten Hälfte haben wir gut und kämpferisch gespielt. So konnten wir einige leichte Tore werfen. Das ist besonders schön, wenn man im Vergleich zu den vergangenen Spielen nicht den Beginn der zweiten Hälfte verschläft“, freute sich Linksaußen Katharina Beddies über den gelungenen Auftakt zur zweiten Spielhälfte. Dortmund wehrte sich in der Folgezeit zwar nach Kräften und die für Clara Woltering eingewechselte BVB-Torhüterin Annamaria Ferenczi entschärfte noch den einen oder anderen Wurf der TusSies, doch auch sie konnte dem pinken Schlussspurt nichts mehr entgegensetzen.

Spielerin des Spiels

Die niederländische Nationalspielerin Delaila Amega durfte im Metzinger Rückraum schalten und walten wie sie wollte und avancierte mit insgesamt acht Treffern und zahlreichen Assists zur Spielerin des Spiels.  Über die Spielstände 23:20 (48.) und  28:22 (53.) kamen die TusSies aus Metzingen so am Ende zu einem, auch aufgrund der Leistungssteigerung in Halbzeit zwei, völlig verdienten 32:28-Auswärtssieg. „Heute war ein ganz wichtiges Spiel und wir haben als Mannschaft gezeigt, dass wir es noch können. Wir müssen weiter an uns glauben und jetzt auf diesem Spiel aufbauen“, gab Delaila Amega nach Spielende zu Protokoll.

Auch TuS-Manager Ferenc Rott sprach von einem wichtigen Sieg mit einer großen Bedeutung: „Es war wichtig, dass wir Dortmund nicht auf drei Punkte haben davonziehen lassen. Jetzt wollen wir am Samstag auch gegen Bietigheim unsere Chance nutzen.“

So spielten sie

Borussia Dortmund gegen
TuS Metzingen

28:32

Dortmund: Ferenczi, Woltering – Kramer, Grijseels (3), Weisheitel (2), C. Müller (3), A. Müller (2), Espinola Perez, Galinska, Stockschläder (4), van Kreij (4), Huber (6/3), Hausherr, Mansson (3), Emberovics (1), Bleckmann.
Metzingen: Jankovic (n.e.), Roch – Zapf (5/2), Amega (8), Welser, Minevskaja (4/1), Karlsson (1), Ingenpaß (1), Großmann, Weigel (4), Obradovic (3), Beddies (3), Behnke (3).
Zeitstrafen: Stockschläder, Mansson, Emberovics – Minevskaja, Karlsson, Behnke.
Siebenmeter: 3/3 – 4/3 (Minevskaja wirft an den Pfosten).
Zuschauer: 600
Schiedsrichter: Fabian und Christian vom Dorff (Kaarst).