Ermstal-Marathon Noch einmal mit Vollgas

Peter Keinath im vergangenen Jahr nach getaner Arbeit beim Ermstal-Marathon. Den Sieg in der Königsdisziplin zu wiederholen wäre ein Traum für den Glemser – der allerdings hochkarätige Konkurrenz ausmacht.
Peter Keinath im vergangenen Jahr nach getaner Arbeit beim Ermstal-Marathon. Den Sieg in der Königsdisziplin zu wiederholen wäre ein Traum für den Glemser – der allerdings hochkarätige Konkurrenz ausmacht. © Foto: Peter Kiedaisch
Metzingen / Wolfgang Seitz 28.06.2018

Klare Ansage von Peter Keinath, dem sympathischen Läufer des TSV Glems: „Ja, ich nehme den Ganzen noch einmal in Angriff.“ Ein Statement, das zur Nachfrage reizt. Warum noch einmal? „Weil ich mich in naher Zukunft zurücknehmen werde“, so Keinath. Das Alter führt er an, wobei ein Marathonläufer mit 36 Jahren schon noch etwas reißen kann. Zwölf Jahre auf gehobenem Niveau seien aber genug. „Man wird nicht jünger“, lässt er eine Weisheit vom Stapel, die Geld ins Phrasenschwein spülen würde. Sie stimmt aber, wie jedermann, -frau auch, jeden Tag spürt. Peter Keinath will einfach den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen. Und den sieht er demnächst am Horizont. Aber noch nicht.

Keinath gibt am 8. Juli Vollgas und hat sich sehr gefreut, als er in unserer Zeitung die „Kampfansage“ von Michael Wetzel lesen konnte. „Noch ein regionaler Läufer, der mich echt fordert. Wenn er sein Ziel von 2:45 Stunden verfolgen kann, werden wir über weite Strecken zusammen laufen.“

Der Sieger des Vorjahres freut sich auf einen Mitstreiter, mit dem er sich zudem sehr gut versteht. „Je heißer es wird, umso mehr schlägt das Pendel Richtung Michael aus“, weiß Keinath. In dieser Beziehung hat er auch Richard Schumacher ganz oben auf dem Zettel stehen. „Der wird nach Lage der Dinge vorneweg laufen. Es ist ein Hammer, wie er sein Niveau halten kann, da gibt es keine Ausschläge.“ Und das Niveau des Läufers vom Sparda Team Rechberghausen bewegt sich eben ein paar Minuten unter jenem von Peter Keinath. Zwei Mal hat Schumacher gewonnen, Keinath blickt auf drei Siege zurück. Beide wissen also, wie es geht.

Und das mit dem Wetter ist auch geregelt – behauptet zumindest Michael Koch, der Cheforganisator von der TuS Metzingen. „Es wird zwischen 21 und 23 Grad warm, also recht angenehm.“ So habe er es bestellt – einschlägige Wetter-Apps bestätigen diese kühne Prognose.

Peter Keinath wird nicht nur deshalb noch einmal richtig auf die Tube drücken, hat sich seit den Albgold-Läufen zu Beginn des Jahres auf den Ermstal-Marathon eingeschossen – das diesjährige Highlight. Und darauf freut er sich mächtig. „Es gibt viele Anzeichen, dass man ein cooles Rennen beieinander hat“, sagt einer der Rekordteilnehmer, der seit der ersten Auflage schwärmt von diesem Rennen in der Heimat mit dem unvergleichlichen Charme.

Das ist sicher auch ein Grund dafür, dass er gleich einen ganzen Verein mitbringt. Keinath war nicht ganz unbeteiligt an der Gründung der Laufgruppe beim TSV Glems. Seine Nachfolge ist auf jeden Fall gesichert. „Es gibt etliche, die besser werden als ich“, glaubt der 36-Jährige. Im Bereich der Aktiven sind da etliche Kandidaten auszumachen, beim Nachwuchs auch, der am Sonntagnachmittag bei den Schülerläufen nicht zu übersehen sein wird.

Da fällt es dem Glemser Peter Keinath, der, das sollte der Vollständigkeit halber erwähnt werden, aus Dettingen stammt, leichter, etwas kürzer zu treten. Das darf man in diesem Zusammenhang ruhig so schreiben. „Ich werde mich schrittweise aus dem Wettkampf zurückziehen“, sagt er, Sport wird Peter Keinath aber immer machen – auch laufen. Prognose an dieser Stelle: Es ist sicherlich nicht seine letzte Teilnahme am Ermstal-Marathon. Man kann dort ja auch nur zum Spaß mitlaufen. Es müssen ja nicht immer die 42,195 Kilometer sein. Die Hälfte tut es auch. Zehn Kilometer sind eine weitere Option. Ganz locker. Daran muss sich der junge Mann aber erst gewöhnen, der bisher im Vollgas-Modus unterwegs war – und noch ist, wie er ja betont hat. Weniger ist erst nach dem 8. Juli angesagt.    

Daniel Noll muss wegen Passau wohl passen

Daniel Noll ist dieser Tage in absoluter Bestform unterwegs. Der Läufer des TSV Glems, Vereinskollege von Peter Keinath, ließ jüngst mit Platz zwei beim Stuttgart-Lauf aufhorchen. Im vergangenen Jahr hat er beim Erms­tal-Marathon  die zehn Kilometer in überragender Manier für sich entschieden – seither ist aber noch eine Rechnung offen. Am Streckenrekord von Timo Göhler (31,32 Minuten) ist er in 31,54 knapp vorbeigerannt. Das Versäumte hätte er liebend gerne nachgeholt – geht nun aber nicht. Eine gesellschaftliche Verpflichtung, sprich Hochzeit, führt ihn mit der Familie am 7. Juli nach Passau. Dort ist, weil es ja eine ganze Ecke weg ist, eine Übernachtung geplant. Schweren Herzens muss er auf das Rennen verzichten, das er auf Anhieb liebgewonnen hat. In der Formulierung der Absage klingen aber Eventualitäten durch. „Zu 90 Prozent kann ich eher nicht teilnehmen.“   Mal sehen, was aus den verbliebenen zehn wird. wose

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