Zur Europameisterschaft vom 12. bis 15. August im serbischen Novi Sad hatte der BDR (Bund Deutscher Radfahrer) 22 Athletinnen und Athleten in den Altersklassen U19, U23 und Elite nominiert. Das Besondere: Gleich vier Athletinnen kommen von der Schwäbischen Alb. Nina Benz, die im ersten Jahr Wettkämpfe in der Elite-Kategorie bestreitet und die drei Juniorinnen Antonia Weeger und Kaya Pfau aus Laichingen sowie die Römersteinerin Alexa Fuchs.
Der lange Weg ins 1100 Kilometer weit entfernte Novi Sad und die Strapazen aufgrund der enormen Hitze sollten sich lohnen. Das Deutsche Nationalteam dekorierte sich drei Mal mit Bronze: im Team Relay (Staffelrennen) mit Nina Benz hinter Italien und der Schweiz,  im U23-Rennen der Herren (David List) sowie bei den U23-Damen mit Ronja Eibl aus Grosselfingen bei Albstadt. Zwar ohne Medaillen, aber mit gleich je drei Fahrerinnen in den Top 10 und Top 20 unterstrichen auch die Juniorinnen ihr Leistungsvermögen im Cross-Country-Rennen. Hier vermochte Alexa Fuchs den zehnten Platz zu ergatterten. Rang 14 schnappte sich Kaya Pfau vor Antonia Weeger (16.). Bei den Damen zeigte sich Nina Benz mit dem zwölften Rang sehr stark.
Zunächst stand am 12. August das Team Relay auf dem Plan, bei dem 17 Nationen-Staffeln gegeneinander antraten. Eine weibliche Fahrerin und ein männlicher Fahrer aus jeder Kategorie (Elite/U23/U19) bildeten ein sechsköpfiges Team. Nina Benz (TSV Laichingen)  meisterte ihren Part souverän. Die vier Kilometer lange Strecke schlängelt sich durch das Gelände der Petrovaradin-Festung, einem der historischen Kulturgüter des Landes. Viele Kurven, etliche lange Treppenpassagen bergab, Tunneldurchfahrten und Anstiege auf holprigem Kopfsteinpflaster  sind nicht das, was ein Mountainbike-Kurs für gewöhnlich bereithält. Doch nicht nur das Gelände war eine neue Aufgabenstellung, sondern vor allem die extreme Hitze mit bis zu 38 Grad.
Für die Sportlerinnen von der Schwäbischen Alb, die Wochen zuvor bei 10 bis 15 Grad trainierten, war die Umstellung besonders groß. Doch das Kühl-Management des Deutschen Teams funktionierte. Es mischte von Beginn an im Staffelwettbewerb weit vorne mit, der sechste Wechsel fand auf Position fünf statt. Schlussfahrer Niklas Schehl konnte in der letzten Runde auf Rang drei vorfahren. „Den Staffeltag werde ich nie vergessen“, berichtet die überglückliche Nina Benz über ihre erste internationale Medaille. „Das im Team zu erleben, ist unbeschreiblich.“
Am Samstag wurden bei Sonnenhöchststand zur Mittagszeit rund 50 Juniorinnen auf die Strecke geschickt. Die sechs deutschen Fahrerinnen fuhren zunächst recht kompakt beieinander. Bald setzte sich eine dreiköpfige Spitzengruppe mit einer Französin, Italienerin und Schweizerin ab. Bei diesen extremen Bedingungen brauchte die Römersteinerin Alexa Fuchs (SV Reudern) zwei Runden, um richtig in den Tritt zu finden und mit der Hitze umzugehen. Von Position 14 arbeitete sie sich nach vorne. In der letzten Runde legte sie nochmals zu, der achte Platz schien sicher. Doch in einer Treppenabfahrt sprang die Kette vom Ritzel. Ein kleiner Wermutstropfen, der die Freude über den zehnten Rang (1:07:51 Stunden) jedoch nicht wirklich trüben konnte. Kaya Pfau (TSV Laichingen) hatte nicht die besten Beine. „In Kombination mit der Hitze war es für mich ein hartes Rennen. Mit dem 14. Rang (1:09:01 Stunden) bin ich den Umständen entsprechend ganz zufrieden“, gab sie zu Protokoll.  Vereinskollegin Antonia Weeger lag in den ersten beiden Runden auf Position zwölf. „Ab Runde drei bin ich immer weiter nach hinten gerutscht. Wahrscheinlich habe ich mich nicht genug gekühlt und hatte dann auch kein Trinken mehr“, kommentiert Weeger ihren Rennverlauf, nach dem ein 16. Rang (1:09:43) zu Buche stand. Beste Deutsche war Finja Lipp aus Rheinfelden mit Rang vier (1:06:31). Es siegte in der Juniorinnen-Kategorie die Französin Line Burquier (1:04:58).
Der Sonntag stand im Zeichen der Elite-Wettkämpfe. Bei den Damen hatte Nina Benz  viel Respekt, vor allem vor den heißen Temperaturen und dem vielen Staub. Die Laichingerin erwischte einen guten Start, wurde durch einen Zusammenstoß vor ihr etwas aufgehalten, konnte sich aber wieder vorkämpfen. „Ich habe versucht nicht zu überhitzen und mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich bin, glaube ich, mein schlaustes Rennen bisher gefahren und auf dem zwölften Platz (1:30:22 Stunden) ins Ziel gekommen“, berichtet Benz stolz und zufrieden. Die schnellsten Beine hatte die Französin Pauline Ferrand-Prevot, die in 1:26:36 Stunden ihren Titel verteidigte.
Die vier Mountainbike-Damen von der Laichinger und Römersteiner Alb werden nun vom 25. bis 29. August die Weltmeisterschaft im italienischen Val die Sole bestreiten.