Mit dem Tagessieg beim Cross-Country-Rennen sicherte sich die Römersteinerin Alexa Fuchs den dritten Gesamtrang im Finale der Nachwuchsbundesliga und somit Bronze im Rahmen der Deutschen Meisterschaft.

Die Spannung blieb hoch bis zum letzten Pedaltritt in dieser Mountainbike-Saison. Durften sich doch gleich zwei Älblerinnen der weiblichen Kategorie U17 (unter 17 Jahren) Hoffnung auf das begehrte Edelmetall machen. Vor der Anreise in das fast 500 Kilometer  weit entfernte Weißenfels nahe Leipzig fehlten Fuchs (startet für den SV Reudern) acht Punkte auf Gesamtrang zwei, dahinter lag mit nur sechs Punkten zurück Antonia Weeger (TSV Laichingen).

Wer sollte nun die schnelleren Beine im Eliminator-Sprint am Samstag und im großen Cross-Country-Finale am Sonntag haben?

Der Start am Klemmberg musste zeigen, wer nach insgesamt sechs Wettkampfwochenenden Cup-Sieger und gleichzeitig Deutscher Meister wird. Spätsommerliche Temperaturen und anspruchsvolle Trails mit satten 140 Höhenmetern pro Runde boten den Sportlern perfekte Rennbedingungen.

Den Eliminator-Sprint am ersten Tag beendete Alexa Fuchs auf Rang fünf, Antonia Weeger hingegen holte sich den dritten Platz, weswegen die beiden Fahrerinnen nur noch um einen einzigen Punkt in der Gesamtwertung auseinander lagen.

Ein taktisches Rennen war am zweiten Tag zu erwarten. Für beide Älberinnen war nach dem Eliminator-Sprint Silber oder gar Gold außer Reichweite gerückt. Doch Bronze war nun für eine der beiden sicher.

Das Rennen startete verhalten, keine der jungen Bikerinnen wollte Führungsarbeit leisten. Die Favoritinnen belauerten sich, wollten sich doch alle ungeachtet der Medaillenwertung den Saisonausklang mit einem Platz auf dem Siegertreppchen versüßen.

Starke Beine

Acht Mitstreiterinnen hatten in dem leistungsmäßig sehr starken Jahrgang die besten Voraussetzungen und starke Beine, wie sehr gute internationale Platzierungen bei der Jugend-EM in Pila Mitte August zeigten.

Sechs Fahrerinnen an der Spitze, insbesondere Fuchs und Weeger, belauerten sich ganze zwei von drei Runden lang. Doch am langen, kräftezehrenden Anstieg in die letzte Runde hinein suchte Fuchs die Entscheidung. Sie forcierte das Tempo, übernahm die Führung und sprengte das Feld.

Einzig die Sprint-Europameisterin Sina van Thiel (RSC Kempten) konnte folgen. Der Abstand auf Weeger und dahinter die Rheinfelderin Finja Lipp (die Gold schon vor diesem Wettkampf in der Tasche hatte) wuchs: Erst auf zehn, dann 20 Sekunden, zum Schluss gar 42 Sekunden.

Dies gilt als Indiz dafür, dass sich nun Alexa Fuchs und Sina van Thiel auf der letzten Runde einen harten Zweikampf lieferten.

„Sina drückte ständig die kurzen Anstiege hinauf“, beschrieb Fuchs die kämpferische Fahrweise ihrer Mitstreiterin aus Bayern.

Unten am steilen, langen Schlussanstieg waren Beide immer noch zusammen. Fuchs bündelte die letzten Kräfte und suchte mit einem beherzten Antritt die Entscheidung. Mit zwei Sekunden Vorsprung überfuhr sie als Erste die Ziellinie nach 39:22.9 Minuten.

Den dritten Rang ergatterte sich Antonia Weeger in 40:05.7 Minuten.

Weitere Ergebnisse von Alb-, Ermstal- und Neckartal-Athleten

Bei den Jungs in der U17-Kategorie hatte beim Eliminator-Wettkampf der Wittlinger Tim Ruge die Nase fast ganz vorn. Mit der 13. Einzelfahrzeit qualifizierte er sich als einer der 32 besten Fahrer für die anschließenden Heats, in denen jeweils vier Sportler gegeneinander antreten, die besten zwei kommen weiter. Im Finale stürmte Ruge auf Rang zwei.

Jakob Stanger (TSV Dettingen) verpasste das kleine Finale, er erreichte Platz neun. Im Cross-Country-Rennen gelang Stanger in 46:32.7 Minuten ein Top-Ten-Ergebnis mit Rang acht. Der Tagessieg ging hier an Emil Herzog (RU Wangen) in 44:04.3 Minuten.

Der Neckartenzlinger Paul Geigle sicherte sich Rang 13, Tim Ruge den 15. Platz und der Dettinger Marvin Sonntag belegte Rang 22. Für Tim Ruge sprang nach dem guten Sprintergebnis als jüngerer Jahrgang in der Gesamt-Cupwertung Rang sieben heraus, Jakob Stanger folgt auf Rang zwölf, Paul Geigle auf 18.

Bei den Jungen in der U15-Klasse bewegten sich beim Eliminator-Wettkampf einige im Top-20-Bereich: Der Laichinger Jonathan Frasch (Platz 11), der Wittlinger Nick Ruge (Platz 16), der Neckartenzlinger Jakob Geigle (Platz 19) sowie der Laichinger Fabian Buck (Platz 20).

Beim Cross-Country-Rennen verpasste Frasch mit Rang vier (36:55.9 Minuten) knapp das Podest. Der Sieg ging an Maurice Bettenhausen (RSV Daadetal) in 36:35.8 Minuten. Fabian Buck erreichte Rang 17, Jakob Geigle landete erneut auf Platz 19, Nick Ruge auf Rang 25. Frasch konnte in der Endabrechnung den sechsten Platz in der Gesamt-Cupwertung für sich verbuchen.

Anspruchsvolle Strecke in Weißenfels


Die XCO-Rennstrecke in Weißenfels begann direkt am Bismarckturm und führte durch den Weißenfelser Klemmbergpark ins Singersche Holz. Die Rundenlänge betrug 3,4 Kilometer bei etwa 120 Höhenmetern. Die Charakteristik war sehr anspruchsvoll mit vielen Richtungswechseln. Für die Altersklassen U9 bis U13 sowie die Hobbyklassen wurden die Strecken entschärft und verkürzt. Weißenfels ist mit rund 40 000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.