Der vermeintlich ruhige Beginn dieses Landesliga-Spiels ließ nicht erahnen, welches Baseballdrama die Mannschaften und Zuschauer noch erwartete. Über die ersten fünf Innings verteidigten die Reutlinger „Spechte“ lediglich ihren stetigen kleinen Vorsprung. Dieser ausgeglichene Spielverlauf änderte sich positiv im sechsen und siebten Inning, als sich die Achalmstädter durch gekonnte Hits und Runs einen satten Zehn-Punkte-Vorsprung erkämpften. Laut 10-Run-Rule, der Zehn-Punkte-Regel im Baseball, hätten die Reutlinger hier bereits als Sieger vom Schwäbisch Haller Platz gehen können. Doch kurz vor Ende des siebten Innings schafften es die Woodpeckers nicht, ihre zehn Differenzpunkte zu verteidigen und ließen noch einen Punkt vom Gegner zu.  Mit einem komfortablen Vorsprung von neun Runs gingen die Gäste ins letzte Inning. Hier begann das Drama. Drei Aus der Schwäbisch Haller trennten die Woodpeckers noch vom bis dahin wohlverdienten Erfolg. Siegessicher gelang es den Gästen, zunächst zwei gegnerische Spieler schnell ins Aus zu schicken. Doch dann endete das Glück der „Spechte“ abrupt. Durch einige defensive Versäumnisse der Achalmstädter verkürzten die Renegades auf 11:17. Auch ein Pitcherwechsel der Reutlinger brachte keine Wende. Die Haller holten sich weitere sechs Punkte zum 17:17-Ausgleich. Eine Verlängerung war somit unvermeidlich, da im Baseball keine Spiele in der Regel unentschieden ausgehen. Nach kurzer Diskussion ließen zum Entsetzen beider Teams und der anwesenden Zuschauer die Schiedsrichter noch ein weiteres, elftes Inning anhängen.  Es gab ein Happy End: Nach 5,5 Stunden Baseball, ohne Pause, bei starkem Regen, bejubelten die „Spechte“ einen 21:20-Auswärtssieg.

 Das nächste Landesligaspiel bestreiten die Reutlingen Woodpeckers am Sonntag, 14. Mai (16 Uhr), im Derby bei den Tübingen Hawks II.