Mountainbike Luca Girke verpasst die Top Ten trotz Knieproblemen nur knapp

Für den Dettinger Marvin Sonntag gab es am Samstag Edelmetall im Saarland. Der U15-Biker konnte in der Schlussrunde noch mal alle Kräfte mobilisieren.
Für den Dettinger Marvin Sonntag gab es am Samstag Edelmetall im Saarland. Der U15-Biker konnte in der Schlussrunde noch mal alle Kräfte mobilisieren. © Foto: Goller
St. Ingbert / Erhard Goller 24.07.2018

Die Deutschen Mountainbike-Meisterschaften in St. Ingbert (Saarland) zogen etliche regionale Asse an.  Im U23-Rennen fuhr der Grafenberger Luca Girke (TSV Dettingen) in seinem ersten U23-Jahr gleich auf Platz elf. Er überquerte die Ziellinie mit 5:14 Minuten Rückstand auf den U23-WM-Dritten und Titelverteidiger Max Brandl aus Lohr am Main (1:12:03).

Zwischenzeitlich war Girke sogar auf Rang neun, doch das konnte er nicht ganz halten. Dennoch strahlte er über sein Resultat, vor allem wegen der Vorgeschichte. „Nach meinen Knieproblemen in den letzten Wochen bin ich mehr als zufrieden. Ich bin mein Ding gefahren und es hat sehr gut gepasst“, so Girke.

Vereinskollege Pirmin Sigel beendete seine erste U23-Meisterschaft auf Rang 15 (+6:04). Auch wenn er in der Schlussrunde noch drei Positionen verlor, darf man ihm ein gutes Rennen attestieren. „Bis auf die letzte Runde bin ich auch zufrieden, da ist mir der Saft ausgegangen“, so Sigel.

Komplizierte Strecke

Simone Roßberg, ebenfalls vom TSV Dettingen, beendete das Rennen der Juniorinnen auf dem fünften Platz. 6:26 Minuten Abstand auf die alte und neue Deutsche Meisterin Franziska Koch (Mettmann, 1:00:58) wurden gemessen. Nachdem die Startrunde für sie nicht perfekt gelaufen war, kam sie besser ins Rennen.

„Ich habe versucht meinen Rhythmus zu finden, was auf dieser Strecke schwer war. Top Fünf waren mein Ziel und mehr wäre heute auch nicht gegangen“, sagte Roßberg, die dem jüngeren Jahrgang angehört.

Für Marvin Sonntag gab’s am Samstag Edelmetall. Der U15-Biker lag in der ersten Runde in der Spitze, registrierte aber beim Blick auf die Pulsuhr, dass dieses Tempo auf Dauer wohl zu hoch sein würde. Abgeklärt wie ein Routinier drosselte er seine Anstrengungen und ließ den Untermünkheimer Paul Schehl und den Niederstaufener Benjamin Krüger ziehen.

Auf Rang drei fahrend, hatte er den höher gewetteten zweiten Untermünkheimer Lars Gräter im Nacken. In der Schlussrunde konnte Sonntag aber noch mal mobilisieren. „Ich habe noch mal alle Kräfte gesammelt und mir ausgemalt, wie es sein würde, wenn ich als Dritter über die Ziellinie fahren werde“, erzählte Sonntag wie er sich mental ausrichtete. Als das dann mit 59 Sekunden Rückstand auf Benjamin Krüger (25:59) auch so passierte, war Sonntag „überzufrieden“, wie er zu Protokoll gab.

Der Wittlinger Tim Ruge zeigte im Cross-Country seine beste Saisonleistung und gewann den Sprint gegen Jan Eichinger aus Grafenau um Rang acht. 2:54 Minuten Rückstand auf Krüger wurden gemessen. Im Verlauf der nationalen Nachwuchs-Sichtung hatte der starke Techniker Ruge in den Cross-Country-Rennen einen 16. Platz als Bestleistung stehen. Anton Schweizer vom TSV Böhringen wurde 27. (+4:22).

Die Zainingerin Alexa Fuchs hätte sich bei der DM in der U17 mehr erwartet als Rang zehn. Sie erreichte das Ziel erst 2:49 Minuten nach Luisa Daubermann (Gessertshausen, 42:50).

Fuchs ging im zweiten Fünfer-Block, zehn Sekunden hinter den Führenden ins Rennen, fuhr rasch zur Spitze auf – und büßte dafür. Nur eine Runde lang konnte sie vorne dran bleiben und begann dann Position um Position zu verlieren.

Jakob Stanger vom TSV Dettingen/Erms lieferte als Elfter in der männlichen U17 ein gutes Rennen ab. Mit 3:48 Minuten Differenz auf den Lokalmatadoren Thore Hemmerling aus St. Ingbert wurde der Ermstäler Elfter. Damit war er viertbester Vertreter des jüngeren Jahrgangs.

Jochen Coconcelli zieht im Saarland einen Strich unter seine Rennsport-Karriere

Fast nebenbei machte Jochen Coconcelli im Herren-Rennen einen Strich unter seine Rennsport-Karriere. Die ist eigentlich schon ein paar Jahre schleichend zu den Akten gelegt worden, aber bei der DM wollte der Metzinger noch mal einen Schlusspunkt setzen. Mit ein bisschen Training ging er an den Start, kam vier von sieben Runden durch und wurde als 39. gewertet, drei Runden hinter einem alten Weg-Gefährten, dem Kirchheimer Manuel Fumic, der zum fünften Mal Deutscher Meister wurde. Aber das war Nebensache. Der demnächst 34-Jährige postete danach auf Facebook Abschiedsgrüße. „Das war’s. Danke an alle, die mir das ermöglicht haben. Nun ist Schluss mit Lizenz“, heißt es da. 20 Jahre aktiver MTB-Rennsport mit vielen Höhen und Tiefen seien nun zu Ende und Coconcelli nennt als größte Erfolg, die WM-Teilnahme 2005, einen siebten Platz bei der Deutschen Meisterschaft ein Jahr zuvor und DM-Bronze mit seinem damaligen Team Mayer UltraSports. „Ab sofort geht die Familie vor“, so Coconcelli.

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