Frauenhandball Kovacs liest das Spiel

Patricia Kovacs wird ab der kommenden Saison für die TuS Metzingen den Ball in die Hand nehmen und das Spiel machen.
Patricia Kovacs wird ab der kommenden Saison für die TuS Metzingen den Ball in die Hand nehmen und das Spiel machen. © Foto: Eibner
Metzingen / Von Wolfgang Seitz 06.03.2018

Patricia Kovacs tritt bei der TuS Metzingen in große Fußstapfen. Sie soll die Nachfolgerin von Anna Loerper werden. Die österreichische Nationalspielerin kann alles im Rückraum spielen, gelernt hat sie aber den „Beruf“ der Spielmacherin.

Ausgebildet bei Hypo Niederösterreich, dem Serienmeister der Alpenrepublik, spielt die 1,78 Meter große Mittelspielerin seit dieser Saison beim ungarischen Erstligisten Ipress-Center Vac. Sie gehört mit ihren 21 Jahren zu den europäischen Supertalenten. Im EHF-Cup-Duell mit dem Buxtehuder SV war Kovacs in dieser Saison mit sechs Treffern beste Werferin ihres Teams und sicherte den Ungarn damit den Einzug in die dritte Runde. Auch im Nationalteam, unter Trainer Herbert Müller, der bekanntlich auch die Ansagen beim Bundesliga-Tabellenführer Thüringer HC macht, spielt die vielseitige Rückraumspielerin eine wichtige Rolle.

In der Qualifikation zur Europameisterschaft hat Patricia Kovacs bisher für Österreich überragend gespielt und beim 27:25-Sensationssieg gegen Russland war sie neben der Torhüterin die beste Spielerin auf dem Feld. Auch in hinteren Regionen steht sie „ihre Frau“, kann in der Abwehr sowohl im Mittelblock als auch auf halb decken. In der Offensive erinnert ihre Spielweise teilweise an Bernadette Temes, die bei der TuS Metzingen noch bestens bekannt ist. Mit viel Übersicht leitet sie die Spielzüge und bleibt dabei immer torgefährlich.

Manager Ferenc Rott lobt sie vorab in den höchsten Tönen: „Ich habe Patricia schon eine ganze Weile beobachtet und sie war meine absolute Wunschspielerin für Rückraummitte. Sie kann ein Spiel lesen, hat viele Schlagwurfvarianten drauf und ein enormes Durchsetzungsvermögen im Spiel eins gegen eins. Sie wird die nächsten Jahre die Spielmacherposition zusammen mit Delaila prägen.“

Neben ihren Ambitionen auf dem Spielfeld, mit dem Eintauchen in die starke Bundesliga, möchte Patricia Kovacs in Tübingen ihren Master in Economics and Finance machen, um somit für eine Karriere nach dem Sport gewappnet zu sein.

„Berni Temes, die zwei Jahre in Metzingen war, hat mir besonders positiv von ihren Jahren dort berichtet. Vor allem die Fans, das Mannschaftsklima und die professionelle Leitung des Vereins hat sie hervorgehoben. Natürlich habe ich die Deutsche Bundesliga auch immer mitverfolgt und dabei die TusSies beobachtet. Trotzdem ist mir die Entscheidung sehr schwer gefallen, da es Anfang der Saison noch so aussah, dass ich zu meinem Heimatverein Hypo Niederösterreich zurückkehre, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Doch ausschlaggebend war auf jeden Fall das starke Bemühen seitens des Vereins, dass ich mein Studium in Deutschland weiterführen kann“, so die junge TuS-Spielmacherin in spe, für die die starke deutsche Liga und die gute Weiterentwicklungsmöglichkeit weitere Gründe für den Wechsel ins Ermstal waren.

Die Messlatte legt Kovacs dann schon einmal recht hoch: „Ich möchte auf jeden Fall um den Titel kämpfen. Auch wenn wir nächstes Jahr eine jüngere Mannschaft bilden werden, denke ich, dass wir mit unserer Hingabe und Begeisterung dies erreichen können.“

Der Vertrag von Patricia Kovacs bei der TuS Metzingen läuft auf zwei Jahre.

Steckbrief Patricia Kovacs

Geboren: 26. Mai, 1996 in Lustenau (Österreich)
Wurfhand: Rechts
Bisherige Vereine: Hypo Niederösterreich, Vac NKSE
Bisherige Titel: österreichischer Cupsieger 2015, 2016. österreichischer Meister 2015, 2016, 2017. österreichische Handballerin des Jahres: 2017. Junioren EM 9. Platz 2013
Länderspiele: 28/65 Tore

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