Ski nordisch In der Schweiz vom Kurs abgekommen

Der für die Skizunft Römerstein startende Dettinger Florian Notz (Mitte, Trikotnummer 21) belegte bei der Tour de Ski in Lenzerheide im Schweizer Kanton Graubünden lediglich Rang 89. Ein Sturz hatte den Ermstäler zurückgeworfen.
Der für die Skizunft Römerstein startende Dettinger Florian Notz (Mitte, Trikotnummer 21) belegte bei der Tour de Ski in Lenzerheide im Schweizer Kanton Graubünden lediglich Rang 89. Ein Sturz hatte den Ermstäler zurückgeworfen. © Foto: Erhard Goller
Lenzerheide / Erhard Goller 03.01.2018
Bei Florian Notz läuft es bei der Tour de Ski nicht nach Wunsch. Ein Sturz am Samstag wird zum großen Handicap. Pia Fink vom SV Bremelau bei Weltcup-Premiere  gleich drei Mal unter den besten 40.

Für den Dettinger Florian Notz (SZ Römerstein) begann die Tour de Ski wenig erquicklich. Auf den 1,5 Kilometern Sprint-Distanz kassierte er 18,39 Sekunden Rückstand auf Qualifikations-Sieger Sergey Ustiugov (Russland, 2:58,46) und belegte lediglich Rang 89.

Der letzte Tag des Jahres 2017 stand für Florian Notz unter keinem guten Stern. Der Dettinger hatte das Rennen über die drei Fünf-Kilometer-Runden dosiert begonnen. „Ich bin eigentlich solide gestartet“, meinte er, „und hatte das Gefühl noch nicht viel Energie verschwendet zu haben.“ Nach sechs Kilometern hatte er sich von Position 69 bei Kilometer 2,5 an die 51. Stelle gesetzt. Platz 30 lag zu diesem Zeitpunkt nur 14 Sekunden entfernt, mit einer starken zweiten Rennhälfte also durchaus machbar. Doch nach zirka 6,5 Kilometern wurde Notz in einer Abfahrt eine der eisigen Streckenpassagen zum Verhängnis. „Ich bin in einer Kurve seitlich aus der Strecke gekommen“, erklärte Notz, wie es seinem kapitalen Sturz kam. Die Folge war nicht nur ein kaputter Ski, den er wechseln konnte, sondern auch der Bruch im Rhythmus. „Ich war gerade dabei anzugreifen, aber nach dem Sturz ging nichts mehr“, beklagte Florian Notz die Folgen des Malheurs. Am Ende stand ein völlig enttäuschender 70. Rang, 3:10 Minuten hinter Tagessieger Dario Cologna aus der Schweiz (35:29,5).

Das machte das Unterfangen am dritten Tag nicht eben einfach. Notz ging über die 15 Kilometer Skating im Handicap-Start in der Welle im Block ab Rang 68 ins Rennen. Er orientierte sich nach vorne, natürlich, aber das bedeutete auch: viel Führungsarbeit.

Sukzessive verbesserte er sich und teilweise lief er dasselbe Tempo wie an der Spitze Dario Cologna. Doch die Aufholjagd kostete Körner. So konnte Notz im Finish nicht mehr zulegen und überquerte die Ziellinie  schließlich mit insgesamt 4:39,7 Minuten Rückstand auf Dario Cologna. Hoffnung macht die Netto-Laufzeit dennoch: Es war die 29. Zeit, 1:03,2 Minuten hinter dem Franzosen Maurice Manificat (34:41,8) und Notz verbuchte nach Thomas Bing (Dernbach), der als erster deutscher Mann die Olympia-Quali perfekt machte, die zweitbeste Zeit eines Deutschen.

Da bleibt die Hoffnung, dass er sich auf den verbleibenden Etappen im Kampf um die Olympia-Norm weiter steigern kann.

Info Die 12. Tour de Ski ist ein im Rahmen des Skilanglauf-Weltcups veranstaltetes Etappenrennen. Es findet zwischen dem 30. Dezember 2017 und dem 7. Januar 2018 an drei verschiedenen Orten (Lenzerheide, Oberstdorf und Val di Fiemme) in drei Ländern (Deutschland, Schweiz und Italien) statt.

Pia Finks Weltcup-Debüt in Lenzerheide ist vollauf geglückt

Zum Auftakt der Tour de Ski ließ Pia Fink (SV Bremelau) am Freitag gleich aufhorchen. Bei ihrem allerersten Einsatz im Weltcup verfehlte sie beim Freistil-Sprint als 36. mit 9:41 Sekunden Rückstand auf die Qualifikations-Siegerin Ingvild Flugstad Oestberg (3:29:19) aus Norwegen das Viertelfinale und damit die Weltcup-Punkteränge nur um 72 Hundertstelsekunden. Damit war sie fünftbeste Deutsche und bestätigte schon mal ihre Nominierung. „Ich bin sehr zufrieden“, kommentierte die aus Münsingen-Hundersingen stammende Fink ihren Einstand. Das war sie auch mit dem zweiten Teil am Silvestertag, allerdings nicht ganz so wie am Tag zuvor. Die zehn Kilometer in der Klassischen Technik beendete sie auf Position 40 mit einem Rückstand von 2:25,2 Minuten auf Flugstad Oestberg (26:59,4).  Beste Deutsche war Nicole Fessel (Oberstdorf) auf Rang sechs (+58,2), die damit das Olympia-Ticket buchte. Pia Fink war sechstbeste Deutsche. Am Neujahrstag ging es mit den Abständen der Gesamtwertung in ein zehn Kilometer langes Verfolgungsrennen in der Skating-Technik. Pia Fink schaffte hierbei Platz 38. In der Netto-Rechnung wurde es Platz 33. Als Gesamt-38. geht Pia Fink mit einem Rückstand von 4:46 Minuten auf Ingvild Flugstad Oestberg am heutigen Mittwoch in Oberstdorf in die vierte Etappe, einem Sprint in der Klassischen Technik.

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