Mountainbike Heute gilt es für Simone Roßberg

Die für den TSV Dettingen startende Simone Roßberg (vorne, im deutschen Shirt) geht nicht chancenlos ins heutige WM-Rennen der Juniorinnen in der Schweiz. Bundestrainer Marc Schäfer erwartet im Idealfall bei der WM die beste Saisonleistung der Kleinbettlingerin.
Die für den TSV Dettingen startende Simone Roßberg (vorne, im deutschen Shirt) geht nicht chancenlos ins heutige WM-Rennen der Juniorinnen in der Schweiz. Bundestrainer Marc Schäfer erwartet im Idealfall bei der WM die beste Saisonleistung der Kleinbettlingerin. © Foto: Goller
Dettingen / Erhard Goller 06.09.2018

Am heutigen Donnerstag steht Simone Roßberg vom TSV Dettingen bei der Mountainbike-WM in Lenzerheide (Schweiz) am Start. Die 17-Jährige bestreitet das Rennen der Juniorinnen um 14 Uhr.

Erst spät wurde Simone Roßberg für die Weltmeisterschaften nominiert. Nur drei Plätze hatte der Bund Deutscher Radfahrer für die Juniorinnen vorgesehen, Simone Roßberg war die Nummer vier.  Doch dann verletzte sich die Deutsche Meisterin Franziska Koch (Mettmann) und fiel für die WM aus. Dadurch rückte Simone Roßberg nach.

Im Frühjahr noch war Bundestrainer Marc Schäfer eher skeptisch, doch dann registrierte der Bad Homburger bei der Kleinbettlingerin, die vom Dettinger TSV-Coach Ralf Kleih trainiert wird, einen deutlichen Aufwärtstrend.

„Vor der Saison habe ich das nicht erwartet, aber ein bisschen liebäugeln tut man ja immer“, sagt Roßberg zu der Nominierung. „Jede will ja gerne zur WM, aber nachdem es Anfang der Saison für mich etwas schleppend verlief, habe ich nicht mehr damit gerechnet.“

Warum es so „schleppend“ verlief, das kann sie auch im Rückblick kaum beantworten. „Ich brauche immer etwas Zeit, um in die Saison zu kommen, aber so sehr, das kann ich mir auch nicht erklären.“

Jetzt ist das erst mal egal, denn die Ergebnisse wurden immer besser und der Bundestrainer registrierte das wohlwollend. Auch die Generalprobe am Sonntag in Basel hat funktioniert. Gegen starke internationale Konkurrenz belegte Roßberg Rang 13. So konnte sie am Abend mit einem guten Gefühl nach Graubünden reisen.

Freude an der Strecke

Mit dem BDR-Kader war sie Anfang August bereits in Lenzerheide, um einen Eindruck von der Strecke zu gewinnen. „Die gefällt mir sehr gut“, sagt Roßberg, „es geht immer hoch und runter und macht mir sehr viel Spaß. Auf solchen Strecken fühle ich mich wohl.“ Mehr als auf Profilen mit langen Anstiegen und fahrtechnische Herausforderungen liebt die Roßberg, die im nächsten Jahr am Nürtinger Hölderlin-Gymnasium ihr Abitur bauen möchte.

In Lenzerheide trifft Roßberg im Lager des Bund Deutscher Radfahrer erstmals auf die „Großen“ wie den Kirchheimer Profi Manuel Fumic, die vielleicht so was wie Vorbilder für die 17-Jährige sind. Von denen sie sich aber auf jeden Fall was abschauen möchte. „Das ist schon was Besonderes, da werde ich schon hinschauen, was die machen“, sagt sie.

Vor allem aber will sie sich auf ihr Rennen konzentrieren, das heute um 14 Uhr gestartet wird.

Was in Lenzerheide möglich ist, das lässt sich für sie kaum prognostizieren und Simone Roßberg selbst hält sich auch zurück. Mit den Fahrern von den anderen Kontinenten messen sich Junioren nur einmal im Jahr bei der WM. „Ich will einfach Spaß und ein gutes Gefühl auf dem Bike haben“, sagt Roßberg. Was dann sicherlich auch zu einem guten Resultat führen wird. Klare Favoritin bei den Juniorinnen ist Titelverteidigerin Laura Stigger aus Österreich, die 2017 und 2018 schlicht alle Rennen gewonnen hat, die sie gefahren ist.

Bundestrainer traut Roßberg heute viel zu

Bundestrainer Marc Schäfer erwartet im Idealfall „heute bei der WM die beste Saisonleistung von Simone Roßberg.“ Was er beim Vorbereitungslehrgang in Lenzerheide schon mal „sehr positiv“ wahr genommen hat: „Simone hat ein Auge für bestimmte Linie und ist technisch sehr beschlagen.“ Konditionell und der Kraft-Bereich lassen sich noch etwas ausbauen, aber daran wird Nachwuchshoffnung Roßberg in den kommenden Jahren mit ihrem Dettinger Coach Ralf Kleih sicherlich auch arbeiten.

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