In der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga hatten die Handballer des VfL Pfullingen einen vermeintlich komfortablen 32:27-Vorsprung aus dem Hinspiel in Rostock zu verteidigen. Das Erreichen des Halbfinales gegen den 1. VfL Potsdam schien damit fast ungefährdet zu sein.
Doch es entwickelte sich ein Thriller am Echazufer, was wohl nur wenige erwartet hatten. Empor Rostock spielte groß auf, der Gästetorwart hielt meisterlich.
Zur Pause lagen die Schützlinge von Trainer Daniel Brack mit 11:17 im Hintertreffen – ein Ergebnis, das die Gäste von der Ostsee weitergebracht und das Pfullinger Ausscheiden bedeutet hätte.
Nach dem Seitenwechsel führte der HC Empor Rostock sogar zeitweise mit neun Treffern Differenz (18:27 in der 47. Minute), ehe die irre Schlussphase begann.
In der 54. Minute verkürzte der VfL durch Kreisläufer Alexander Schmid auf 24:28 und alles schien wieder für die Hausherren zu laufen.
Doch die Hansestädter ließen ihrerseits nicht locker. Zweieinhalb Minuten vor Schluss stand es 26:32 und Rostock war zu diesem Zeitpunkt weiter.
Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Technische Fehler beim VfL fielen, wie schon vor der Pause, vermehrt auf.
Die Strafe dafür fiel verheerend aus: Trotz eines 32:27-Siegs in Rostock vor Wochenfrist scheidet der VfL Pfullingen aus und das Halbfinale der Aufstiegsrunde zur 2. Liga geht mit Empor Rostock weiter. Die Gäste holen einen sensationellen 32:26-Sieg in Pfullingen und feiern ausgelassen in der App-Halle. Für den VfL eine bittere Enttäuschung, zumal man daheim schier unbesiegbar schien und alle Partien der Aufstiegsrunde sehr hoch gewonnen hatte - bis zum denkwürdigen Samstagabend, 29. Mai 2021.