Da kann man Herbert Fritz, einem der beiden Leiter der HSG Errmstal, nicht widersprechen. „Fristgerecht zum 1. Mai wurde die HSG Ermstal beim HVW eingereicht und genehmigt. Unter den erschwerten Bedingungen können wir auf das Erreichte, in dieser kurzen Zeitspanne, wirklich stolz sein.“ So steht es in einer Pressemitteilung, mit der final bestätigt wurde, was schon lange kein Geheimnis mehr ist. Die Handballabteilungen des TSV Dettingen und des TSV Urach tun sich zusammen. Im Ermstal werden die Kräfte gebündelt zum Wohle des Sports. Das Corona-Virus konnte dies nicht verhindern, hat aber zumindest den Zeitplan durcheinandergebracht.

Gründungs-Versammlung wird ein Corona-Opfer

Am 16. März wollte man im Sportheim des TSV Dettingen die Handball-Spielgemeinschaft offiziell gründen, Von beiden Abteilungen hatte man sich aber bereits das Okay geholt. Es war nur noch Formsache. Die wurde dann vertagt auf den 20. April. Wieder ging es nicht, weshalb man diverse Online-Konferenzen anbot. Zum 1. Mai, die Frist hatte der Handball-Verband Württemberg (HVW) verlängert, erfolgte der Startschuss. Jugend und Aktive, Männlein und Weiblein,  segeln unter der Flagge der HSG Ermstal.

Zwei Macher leiten die HSG

Neben Herbert Fritz, Abteilungsleiter der Dettinger Handballer, leitet Alexander Bader, sein Pendant beim TSV Urach, die HSG. „Zunächst gilt es, die Gemeinschaft hinzubekommen, was bei zwei Vereinen, die bisher Rivalen waren, nicht immer leicht fällt. Das muss man nun in die Köpfe reinbringen“, sagt Bader, der die Gemeinschaft bisher schon gelebt hat, trainierte er doch die zweite Mannschaft des TSV Dettingen. Überhaupt brennt der Multi-Funktionär für den Sport. Er leitet nun also die HSG mit, das Traineramt behält er, zudem ist Bader seit zehn Jahren Gesamtvorsitzender des TSV Urach.
„Man versucht, eine neue Konstellation zu finden. Da taucht mein Name aber auch immer wieder auf“, hat sich Alexander Bader mit seinem „Schicksal“ abgefunden. Weil seine Söhne auch handballverrückt seien, habe es die Mutter und Ehefrau ein bisschen schwer. Jetzt kümmert sie sich in der Abteilung um die Finanzen, ist damit auch drin im Handball. Passt also. Kein Zufall, dass es im Hause Fritz in Dettingen ähnlich aussieht. „Die Sache ist langfristig angelegt, auch auf Funktionärsebene“, gibt Fritz eine Richtung vor, die Bader ohne Wenn und Aber mitgeht.

Personell geht es vorwärts, Hallensituation wird bedeutend besser

Zwei Gründe gibt es für den Zusammenschluss: Es fiel zunehmend schwer, die einzelnen Teams mit Leben, sprich Spielerinnen und Spielern, zu füllen. Und dann wird sich auf einen Schlag die Hallensituation verbessern. „In Dettingen können wir uns zu 0,0 Prozent ausweiten. das sieht in Bad Urach schon viel besser aus“, sagt Herbert Fritz. „Wir schauen, dass die Ermstalhalle vollständig ausgelastet ist. Ich denke da zum Beispiel auch an Fördertraining für die Jugend“, schiebt Alexander Bader nach. Wer dann am Ende wo trainiert, wie sich die Spieltage gestalten, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden. Da spielt Corona noch die Hauptrolle. Auch in Sachen Training, das demnächst beginnen soll. „Mein Gedanken-Fahrplan gibt nicht her, dass wir ganz normal in der Halle trainieren werden. Zu Beginn werden wir viel draußen sein“, prognostiziert Alexander Bader. Die nächste Saison wird sowieso für alle Sportler eine große Herausforderung.

Sportliche Erfolge sollen sich einstellen

Herbert Fritz hat „ein Fernziel in der Nähe“. Alle Jugendteams sollen alsbald in doppelter Ausführung am Start sein. „Auf längere Sicht sollte sich dann auch der sportliche Erfolg einstellen“, ergänzt Bader. Nachlegen können da besonders die Männer. Beide Teams spielten in der Bezirksliga. Da ist also noch viel Luft nach oben. Nur mal kurz zurückgeblickt: Dettingen mischte einst die Oberliga auf, Urach hat es immerhin bis in die Verbandsliga geschafft. Dort spielt jetzt, da es die Liga wieder gibt, als HSG-Aushängeschild das Frauenteam. Trainer ist Günter Düring, ihm zur Seite steht Julia Schulz (früher Högl). „Das ist ganz frisch. Sie ist eine tolle Ergänzung“, ist sich Bader sicher.

Die Teams der HSG und ihre Trainer


Frauen 1 Verbandsliga
Trainer: Günter Düring, Julia Schulz
F 2, Bezirksklasse
Trainer: Götz Dittmann
Männer 1 Bezirksliga
Trainer: Jörg Wittenberg, Holger Kramer
M 2 Bezirksklasse
Trainer: Alexander Bader
M 3 Kreisliga B
Trainer: Lars Spring
M 4 Kreisliga C 
Trainer: Routiniers trainieren sich selbst.
Im Jugendbereich wurden folgende Teams gemeldet:
männliche Jugend A, mJB, mJC1 und C2, mJD1 und D2, mJE
weibliche Jugend A, wJB, wJD1 und D2, wJE, sowie die gemischten Jugendmannschaften und die Minis

Die Trainer der Jugendteams: Matthias Haas, Patrik Müller, Jürgen Keinath, Alexandra Lieb, Jürgen Hiller, Willi Müller, Dominik Müller, Jens Ertel, Nicolai Deuschle, Manuel Krohmer, Alexander Rubitzko, Patrick Schnabel, Klaudia Samojeden, Holger Kramer, Fabian Kuttler, Annette Hiller, Jannik Kränzler, Moritz Weible, Annamaria Schwerlihovski, Anette Schuster, Mei Fornefeld und Kim Hörz.