Lange hielt sich Corona in der Handball-Bundesliga der Frauen zurück. Vereinzelte Fälle traten auf, jeweilige Quarantänen der betroffenen Mannschaften konnten vom Spielplan abgefedert werden. Nun kommt es kurz vor dem Endspurt knüppeldick. Ganz besonders für die SG BBM Bietigheim.
Die SG hat offenbar ein echtes Corona-Problem: Nach dem positiven Test einer Spielerin in der vergangenen Woche nach dem Spitzenspiel in Dortmund wurde zunächst das Spiel gegen Bayer Leverkusen abgesagt.

Sieben Fälle in Bietigheim

Mittlerweile sei die Zahl der infizierten Sportlerinnen bei der SG BBM auf sieben angestiegen, schreibt die „Bietigheimer Zeitung“. „Die Erkrankungen gingen wahnsinnig schnell. Bei diesem Virus gibt es einfach keine Sicherheiten, es ist unglaublich aggressiv“, wird Trainer Markus Gaugisch dort zitiert. Das Team muss bis 14. April in Quarantäne bleiben – auch das für den 11. April angesetzte Spiel beim VfL Oldenburg wurde verlegt. Die infizierten Spielerinnen zeigen laut Gaugisch „normale Grippesymptome“.

Es kommen stressige Wochen

Die Bietigheimerinnen verlieren durch die Zwangspause ihren Rhythmus und stehen nun vor noch intensiveren, weil enger getakteten Wochen, als ohnehin schon. Trainer Gaugisch beklagt, dass seine Mannschaft dann das ganze Jahr über keine „normale Woche“ gehabt hätte. Die SG BBM ist bzw. wurde durch Bundesliga-, Pokal- und Champions League-Spiele regelmäßig unter der Woche gefordert.

Auch Nationalteam betroffen

Auch die Nationalmannschaft ist von der Corona-Problematik der Bietigheimerinnen betroffen: Vom Quintett Amelie Berger, Antje Lauenroth, Luisa Schulze, Xenia Smits und Nele Reimer werden Bundestrainer Henk Groener nur Smits und Schulze für die WM-Playoffs gegen Portugal (17./20. April) sicher zur Verfügung stehen. Beide hatten sich bereits Mitte Januar mit dem Virus infiziert.
Auch Spitzenreiter Borussia Dortmund und die HSG Bensheim/Auerbach Flames befinden sich derzeit in Quarantäne. Dortmund begab sich nach dem Spiel gegen Bietigheim sofort in selbige, sämtliche Tests ergaben zunächst negative Ergebnisse.

Drei Fälle bei Dortmund

Seit Montag ist das anders. Tina Abdulla war bei einem weiteren Schnelltest positiv, das Ergebnis bestätigte sich per PCR-Test – und dabei wurden auch Laura van der Heijden und Trainer André Fuhr als positiv herausgefiltert. Dem Trio gehe es, abgesehen von leichten Symptomen, recht  gut. Das ist die positive Nachricht.