Frauenhandball Gute Ansätze aber noch viel Arbeit

Marija Obradovic (Mitte), hier in der Partie gegen Buxtehude, drehte im Spiel um Platz fünf beim 37:21-Sieg gegen Nottwill mächtig auf.
Marija Obradovic (Mitte), hier in der Partie gegen Buxtehude, drehte im Spiel um Platz fünf beim 37:21-Sieg gegen Nottwill mächtig auf. © Foto: Eibner
Wittlich / Wiolfgang Seitz 06.08.2018

Es sollte eine erste Standortbestimmung sein. Aber war das überhaupt möglich? Erst seit Mittwoch trainiert der Frauenhandball-Erstligist TuS Metzingen wieder. Nachdem zu Beginn der Vorbereitung die Kondition im Mittelpunkt stand, waren den TusSies ein paar Tage Urlaub vergönnt, ehe es seit Mittwoch an das geht, was den Handball ausmacht: Um die Abwehr und den Angriff. Exakt in dieser Reihenfolge wird es vom neuen Trainer, André Fuhr, behandelt. Das Metzinger Tempospiel wird es natürlich weiterhin geben, das klappt aber nur, wenn die Abwehr stabil und die Passqualität hoch ist. Damit sind ganz grob die Trainingsinhalte der nächsten Wochen umrissen. Und deshalb kam Wittlich vielleicht zum falschen Zeitpunkt. Gleichwohl wird der Neu-Coach die gewonnen Erkenntnisse einfließen lassen.

„Aufgrund der großen Qualität der Teilnehmer kommt das Turnier fast etwas zu früh in der Vorbereitung. Auch wenn die Vergleiche gegen Teams wie Metz und Buxtehude durchaus interessant sind, wird es noch keine echte Standortbestimmung sein.“ Das hatte Fuhr vor dem Turnier gesagt und dabei trotzdem mit einer Halbfinalteilnahme geliebäugelt. Daraus wurde nichts – das hat den Trainer dann doch ein bisschen geärgert.

Ganz besonders das erste Spiel, das sein Team gegen den Buxtehuder SV bestritt. Die beiden Teams, die sich für den EHF-Cup qualifiziert haben, schenkten sich nichts. Zur Pause führte Metzingen mit 9:8, ehe Buxtehude sieben Minuten vor Schluss beim 17:14 erstmals mit drei Toren vorne lag. Doch entschieden war noch nichts: Die TuS kämpfte sich wieder heran, hatte beim 17:18 die Chancen zum Ausgleich, Buxtehude zog auf 20:17 weg, ehe Metzingen erneut zwei Treffer gelangen. Mit dem Schlusspfiff hatte Shenia Minevskaya per direktem Freiwurf noch die Ausgleichschance. Es blieb beim 19:20.

Sieg musste her

Damit waren die Voraussetzungen für das zweite Gruppenspiel klar. Um sich noch für die Vorschlussrunde zu qualifizieren, musste die TuS gegen den französischen Meister Metz Handball gewinnen. Das hat nicht geklappt, trotzdem war André Fuhr einigermaßen zufrieden.

Vor allem im Angriff präsentierte sich seine Mannschaft deutlich stärker als gegen Buxtehude. Auch nach der Pause hatte die TuS Metzingen lange Zeit Oberwasser, führte sogar 23:20. Doch dann drehte der französische Rekordmeister auf, drehte binnen vier Minuten die Partie zur eigenen 24:23-Führung und setzte sich zum Abschluss der entscheidenden 8:1-Serie auf 28:24, zwei Minuten vor dem Ende, ab – die französische Abwehrmauer war in dieser Phase fast nicht mehr zu überwinden für Metzingen.

Kantersieg zum Abschluss

Den Frust ballerten sich die Pink Ladies im Spiel um Platz fünf gegen den Schweizer Meister und Pokalsieger aus Nottwil von der Seele. Anfangs war es Rückraumspielerin Marija Obradovic, die für die Tore sorgte, später Linksaußen Julia Harsfalvi.

Beim Stand von 2:11 hatte Nottwils Trainer Urs Mühlethaler bereits seine zweite Auszeit genommen. Nach der Pause wurde aus dem 8:18 ein 13:19, am Ende setzte sich Metzingen aber locker und leicht wieder ab, siegte haushoch mit 37:21. Ein versöhnliches Ende in Wittlich.

Trainer André Fuhr: „Wir haben durch die Niederlage gegen den Buxtehuder SV das angestrebte Ziel Halbfinale nicht erreicht und waren damit auch nicht zufrieden. Gegen Metz haben wir uns deutlich gesteigert, wobei uns am Ende etwas die Cleverness gefehlt hat, um das Spiel noch zu gewinnen. Nach einer Trainingseinheit am Morgen haben wir es im Spiel um Platz fünf ganz ordentlich gemacht, den Gegner beherrscht und am Ende in der Höhe verdient gewonnen. Wir haben viel Arbeit vor uns, trotzdem sehe ich einen großen Willen in der Mannschaft, es besser zu machen.“

Rechtsaußen Marlene Zapf sah es wie folgt: „Schade war, dass wir im ersten Spiel gegen Buxtehude so knapp verloren haben. Dies lag vor allem an uns selbst. Danach war das Weiterkommen ziemlich schwierig. Im Laufe des Turniers haben wir uns aber kontinuierlich gesteigert.“

Kommende Woche wird weiter geübt, vom 9. bis 12. August folgt dann ein weiterer Turnieraufenthalt beim Panthera-Cup im französischen Orleans. Die Vorrundengegner dort sind Fleury Loiret Handball und Paris 92. Zwei Schwergewichte des französischen Frauenhandballs.

Finalspiele

Das Spiel um Platz drei hat in Wittlich Bayer Leverkusen gegen den Buxtehuder SV mit 28:22 gewonnen. Turniersieger wurde Metz dank eines 26:21-Erfolgs gegen Bietigheim.

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