Tischtennis Frickenhausen zieht sich aus 2. Liga zurück

Enttäuscht: TTC-Manager Jürgen „Max“ Veith.
Enttäuscht: TTC-Manager Jürgen „Max“ Veith. © Foto: Baur
Frickenhausen / woga 10.03.2018

Paukenschlag in Frickenhausen: Das TTC-Präsidium mit Erich Unger, Jürgen „Max“ Veith, Doris Schmid und Steffi Sterr hat einstimmig beschlossen, dass sich der  Zweitligist TTC Shakehands Frickenhausen am Ende der Saison aus der 2. Tischtennis-Bundesliga zurückzieht, man auch nicht in der 3. Liga antreten wird. In welcher Klasse der TTC  ab August 2018 ansässig sein wird, entscheidet der Verband. Die  Herren II spielen in der Kreisliga, das könnte die neue Liga des Täles-Teams werden.

TTC-Manager Jürgen „Max” Veith hatte schlaflose Nächte wie die beiden  Gründungsmitglieder (1971) Ehrenpräsident Rolf Wohlhaupter-Hermann und Roland Franz.

Wohlhaupter-Hermann, der jahrelang auf Sponsorensuche war, was auch nach Erfolgen wie dem Europapokalsieg 2006 nicht einfach war, meint: „Die Entscheidung ist leider nachvollziehbar, sie tut arg weh - der TTC war mein Kind. Roland Franz und ich sind schon 1971  dabei gewesen.”

Mit dem Saisonende am 15. April (es gibt am 18. und 25. März noch zwei Heimspiele gegen Bad Homburg und Passau) gehen die Lichter aus  finanziellen Gründen aus. Es gibt also kein Spitzen-Tischtennis im Neuffener Tal mehr. Lange zuvor war diesbezüglich schon beim SSV Reutlingen das Licht ausgegangen und auch der SV Plüderhausen zog sich zurück.

TTC-Hauptsponsor Shakehands verlagert sich nach Japan, dort ist alles auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio fixiert. Auch Jian Xi Qiu, Sportlicher Leiter des TTC, wird Trainer in der neuen T-League. Die Firma OSG beendet ihr Engagement ebenso. Zwei Hauptsponsoren - mehr als die Hälfte des Etats  brechen weg - entfallen, da gibt es nur das Aus. Man hat noch kleinere Sponsoren, die man halten will, denn man möchte eine gute Jugendarbeit mit neuem Trainer beginnen. Die Damen, die in der Oberliga mit  Lea Lachenmaier und Christine Thiemann antreten, will man weiter fördern, sie könnten sogar in die Regionalliga aufsteigen.

Manager Veith ist sauer: „Wir werden als semi-professioneller Verein so behandelt wie der VfB  Stuttgart und der FC Bayern München, was die Kosten für die Berufsgenossenschaft - über eine halbe Million Euro in den letzten Jahren -, die Sozialabgaben und vor allem die Beiträge für die Künstlersozialkasse vier Jahre rückwärts gerechnet, betrifft. Das ist ein Witz, unfassbar.”

Ein Grund waren auch die schwachen Zuschauerzahlen. Frickenhausen hatte einen Stamm von 120, die kommen immer. Zu Bundesligazeiten waren es oft 1000 und mehr.

Der Ausstieg sei konsequent. Vor 34 Jahren stieg man in die 2. Bundesliga auf, 1995 ging es hoch in die 1. Bundesliga. Der TTC wurde  je zwei Mal Deutscher Meister und Pokalsieger, dazu  Europapokalsieger 2006. 2010 stieg man ab, 2011 gab es den Wiederaufstieg. Vor drei Jahren hörte der Täles-Klub freiwillig in der 1. Liga auf, stieg auch wegen des Geldes ab. Veith betont: „Wir mussten handeln, taten dies  einstimmig,  es gab keine andere Lösung. Ohne Wohlhaupter-Hermann wären diese Erfolge unmöglich gewesen. Er war wie Roland Franz mit Herzblut dabei, viele Leute arbeiteten 34 Jahre gerne beim TTC.”

Frickenhausens Bürgermeister Simon Blessing sagte: „Das war ein Aushängeschild für die Gemeinde, wir unterstützten den TTC, verlangten kein Geld für die Halle. Wir bauten neue Lichter und einen Internetanschluss ein. Der TTC wird uns fehlen.”

Präsident Erich Unger  kommentierte: „Die 2. Liga ist nicht mehr finanzierbar, wir bauen auf die Jugend und die Frauen.” Man will nicht in der Kreisliga beginnen, aber da muss man abwarten bis Ende Mai.

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