Die zweimalige Wimbledonsiegerin war dann doch zu stark: Laura Siegemund hat das erste Halbfinale ihrer Karriere bei einem Grand-Slam-Tennisturnier verpasst.

Paris: Keine deutschen Profis mehr vertreten

Die 32-Jährige aus Metzingen musste sich bei den French Open in Paris am Mittwoch, den 7.10.2020, der an Nummer sieben gesetzten Petra Kvitova aus Tschechien mit 3:6, 3:6 geschlagen geben. Damit sind im Einzel-Wettbewerb des Sandplatz-Turniers in der französischen Hauptstadt keine deutschen Profis mehr vertreten. Im Doppel kämpfen am Donnerstag Kevin Krawietz und Andreas Mies um den Einzug in das Endspiel. Die Sensations-Sieger des Vorjahres bekommen es mit den diesjährigen US-Open-Finalisten Wesley Koolhof/Nikola Mektic (Niederlande/Kroatien) zu tun.

Leistungen aus den Runden zuvor nicht wiederholt

Kvitova profitierte im ersten Match des Tages nach 80 Minuten bei ihrem zweiten Matchball von einem Doppelfehler Siegemunds. Sie trifft nun bereits am Donnerstag auf Danielle Collins oder Sofia Kenin (beide USA). Im zweiten Halbfinale stehen sich die Überraschungs-Kandidatinnen Nadia Podoroska (Argentinien/Nummer 131 der Weltrangliste) und die Polin Iga Swiatek (54.) gegenüber. „Auf dieses Match hätte niemand getippt“, sagte die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner in ihrer Rolle als Expertin für den TV-Sender Eurosport und konstatierte einen ebenso verdienten wie übezeugenden Sieg für die ehemalige Weltranglisten-Zweite Kvitova.

Metzingen/Dortmund

Siegemund schaffte es bei kühlen Temperaturen, aber immerhin auch zwischendurch ein bisschen Sonnenschein, nicht, ihre beeindruckenden Leistungen aus den Runden zuvor zu wiederholen. Auf dem Weg in ihr erstes Viertelfinale bei einem der vier wichtigsten Turniere hatte die Schwäbin unter anderen die Französin Kristina Mladenovic, ihre Fed-Cup-Kollegin Julia Görges (Bad Oldesloe) oder die an Nummer 13 gesetzte Kroatin Petra Martic bezwungen.

Siegemund wieder mit Rückenproblemen

„Petra ist ein schwere Gegnerin, und es wird ein ganz anderes Match als alle, die ich bisher gespielt habe“, hatte Siegemund gesagt - und behielt Recht. Die Linkshänderin aus Bilovec schlug extrem gut auf, leistete sich wenig Fehler und bot eine (zu) souveräne Vorstellung.
Zudem machten Siegemund auch wieder Rückenprobleme zu schaffen. Zu Beginn des zweiten Satzes nahm sie eine medizinische Auszeit und wurde am Boden liegend behandelt. Bis zum 3:3 hielt sie im zweiten Durchgang dagegen, doch die Probleme auch beim eigenen Aufschlag waren unübersehbar.

Diskussionen nach Sieg gegen Mladenovic

Laura Siegemund sorgte in Paris aber nicht nur für positiven Gesprächsstoff: In der ersten Runde gegen Kristina Mladenovic spielte sie bei einem Satzball der Französin einen Ball, der zweimal in ihrem Feld aufgesprungen war, noch über das Netz. Mladenovic machte im Anschluss per Volley den Punkt, lief dabei aber ins Netz - der Schiedsrichter entschied Punkt Siegemund. Eine Fehlentscheidung und kein Fairplay der Metzingerin. Siegemund sagte später in der Pressekonferenz, dass sie nicht hundertprozentig gemerkt hatte, ob der Ball bereits zweimal aufgesprungen war.