Langweilig wird es TuS-Manager Ferenc Rott dieser Tage nicht. Es gilt eine Saison zu planen, von der man noch gar nichts weiß. Firmiert sie unter 2020/2021 – oder kann man die erste Zahl streichen, weil es in diesem Jahr keinen Handball mehr gibt? Passiert das Undenkbare und es wird ohne Zuschauer gespielt? Oder mit weniger? Wann kann wieder vernünftig trainiert werden?

Es wird vorerst nicht trainiert

„Es gibt nichts Neues“, hat Ferenc Rott in einem Gespräch am Mittwoch gesagt. Gerne hätte er dem Pressevertreter Zahlen an die Hand gegeben, wie und wann es bei den TusSies weitergeht. Sicher ist derzeit nur, dass vorerst nicht trainiert wird. „Auf welchen Wettbewerb sollen wir denn hinarbeiten? Und wenn man nur in Kleingruppen randarf, Körperkontakt aufs Strengste verboten ist, macht dies im Handball doch auch wenig Sinn“, sagt der Manager der TuS Metzingen. Weiteres Problem: Ein Großteil der Mannschaft ist gar nicht da, weil die Spielerinnen in der schweren Zeit der Corona-Krise zu Hause bei den Familien sind. Außerdem sind sie in Kurzarbeit, und die wäre dann vorbei. Ohne, dass man gemeinsam etwas Sinnvolles unternehmen könnte. Deshalb halten sich die Pink Ladies in Eigenregie auf dem Laufenden, was durchaus wörtlich zu verstehen ist. Die eine oder andere Übung mit Ball wird die Sache auflockern, schließlich will man vom Spielgerät nicht komplett entwöhnt werden.

Geht es Ende Juni weiter?

Als Termin des Wiedersehens hat man in Metzingen Ende Juni ins Auge gefasst. Wie die Vorbereitung dann aussehen wird, ist von der Entwicklung der Corona-Pandemie abhängig. „Da müssen wir abwarten, wie die Politik entscheidet, was in anderen Sportarten möglich ist“, blickt der TuS-Manager gespannt auf die Fußballer und Basketballer. Auch Sportarten, bei denen es zum einen oder anderen Zweikampf kommt. Sollten tatsächlich den Profifußballern demnächst alle Türen geöffnet werden, um ihre aberwitzigen Spielergehälter mittels Fernsehgeldern aufrecht erhalten zu können, wird man die anderen Profisportler schwerlich weiter am Ausüben ihres Berufs hindern können.

Geisterspiele sind nicht ausgeschlossen

Auch wenn sich das noch niemand vorstellen kann, Geisterspiele sind nicht gänzlich ausgeschlossen, oder solche, zu denen Zuschauer nur in begrenztem Rahmen zugelassen werden. „Man muss mit allen Eventualitäten planen, die Lage immer wieder neu einschätzen“, verrät Rott, der mitten in den  Sponsorenverhandlungen steckt. Auch die wollen wissen, wann und wie es weitergeht, stehen selbst vor einer ungewissen Zukunft. Bisherige Gespräche stimmen den Macher der TusSies aber optimistisch. Wenn ohne Zuschauer gespielt wird, fehlen bei der TuS Metzingen bis zu 30 Prozent. „Gegenüber anderen Vereinen ist der Anteil bei uns ziemlich groß“, sagt Ferenc Rott. Sobald belastbares Zahlenmaterial vorliegt, wird er mit seinen Spielerinnen neu verhandeln. Auch daran führt in diesen Zeiten kein Weg vorbei.

Drei wichtige Termine

Für nächste Woche stehen drei wichtige Termine in Rotts Kalender. Am Montag tauscht sich die erste Liga in einer Telefonkonferenz aus, am Freitag schließt sich die Arbeitsgruppe Spielplanung kurz, in der Rott mitarbeitet. Am Mittwoch hat die Kanzlerin einen Termin mit den Sportministern. Dort wird es in erster Linie um Fußball gehen, Impulse für den großen Rest des Sports wären wünschenswert, können aber beileibe nicht garantiert werden.