Nein, natürlich sind die TusSies noch nicht weiter. Es fehlt aber nicht mehr viel. Beim 30:22 (14:11)-Sieg gegen Kopenhagen Handball, im vergangenen Jahr noch Champions-League-Teilnehmer, packten die Metzingerinnen stellenweise einen hochklassigen Auftritt aus.

Leichte Startprobleme schnell behoben

Zu Beginn wollte der pinke Express allerdings noch nicht so richtig von der Stelle kommen. Vielleicht äußerten sich die Damen deshalb nach getaner Arbeit recht defensiv. „In Dänemark geht es wieder bei 0:0 los“, sagte Trainerin Edina Rott. Anika Niederwieser, die zur Spielerin des Spiels gekürt wurde, kam später ebenfalls mit dieser Feststellung an den Pressetisch. Es müsste aber schon verdammt viel falsch laufen. Die Tickets für Runde drei kann und darf man nicht mehr aus der Hand geben.

Frühe Auszeit

Wenn man die ersten Minuten einmal ausklammert, hat es die TuS Metzingen im ersten Spielabschnitt sehr gut gemacht. 1:5 stand es nach sechs Minuten, und Trainerin Edina Rott bat zur ersten Dienstbesprechung. „Ich weiß auch nicht, was zu Beginn wieder los war. Wir waren konfus, machten viel falsch. Zum Glück hatte ich viele Wechselmöglichkeiten“, so die Trainerin, der das was folgte dann durchaus Freude bereitete: „In der Abwehr wurde nicht nur Madita immer besser, vorne haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen, wurden nicht ungeduldig.“

Madita Kohorst hält stark

Madita Kohorst brachte die wichtigen Paraden und die Abteilung Attacke der TusSies hatte die Visiere richtig eingestellt. Ganz zielstrebig unterwegs war Anika Niederwieser, die es entweder mit Gewalt oder Gefühl machte, vier Mal traf. Drei Treffer kamen von Maren Weigel, deren Schulter komplett in Ordnung zu sein scheint. Marlene Zapf und Simone Petersen waren weitere Dreier-Packer in den schmucken EHF-Trikots.

Imposante Phase

Imposant vor allem die Phase ab dem 6:8 (15.), als Kopenhagen zehn Minuten lang nicht zum Zug kam, weil die TusSies einfach alles richtig machten. Da wurden Gegenstöße in erweiterter Variante gespielt, bis eben jemand ganz frei war, bei den Fackeln von Anika Niederwieser musste man um die Gesundheit der gegnerischen Keeperin bangen. Es stand nach 25 Minuten 11:8 für die Pink Ladies, die ein 14:11 mit in die Kabine nahmen.

Immer die richtigen Antworten parat

In der zweiten Spielhälfte wollte es zunächst nicht mehr so richtig vorangehen. Kopenhagen war in der 39. Minute auf 17:16 dran, was die TusSies wiederum sehr abgeklärt beantworteten. Beim 19:18 (45.) gab es erneut einen sehr engen Kontakt, dann war aber Schluss. Sehenswert waren die Kreisanspiele von Patricia Kovacs und Simone Petersen, Tamara Haggerty war eine gute Verwerterin. Nach dem 24:19 (53.) konnte Kopenhagen zwar noch einmal verkürzen, wurde in den letzten Minuten dann aber regelrecht überrollt. Bo van Wetering spielte ihre Gegnerinnen schwindlig, die Treffer ins leere Tor kassierten – wobei sich auch Keeperin Kohorst hervortat. Es endete beim 30:22, die Zuschauer spendeten schon zwei Minuten vor Feierabend Ovationen im Stehen. Kann da nächsten Sonntag noch etwas anbrennen? Sicher ist nur eines: Es geht in der Tat bei 0:0 los. Kopenhagens Trainer Claus Leth Mogensen passte die Schluss-Sequenz natürlich gar nicht: „Bis dahin war ich zufrieden, was dann passierte, war nur noch enttäuschend.“  

„Es ist zweifellos eine gute Ausgangslage, wir werden uns aber nicht auf dem Polster ausruhen. Am Anfang hat man ja gesehen, wie schnell es gehen kann, als wir in der Abwehr keinen Zugriff hatten und vorne zu schnell abschlossen. Wir werden in Kopenhagen von der ersten Minute an Vollgas geben. Anders geht es gar nicht“, machte Spielführerin Marlene Zapf klar.

Vollgas im Derby

Vollgas gibt es aber schon am Mittwoch wieder, wenn die TusSies zum Derby nach Göppingen fahren. „Das ist zweifellos das wichtigste Spiel. Wir müssen gewinnen, wenn wir vorne einigermaßen dabei bleiben wollen, wissen aber genau, dass Frisch Auf ein sehr unangenehmer Gegner ist, der einem mit seiner Abwehr das Leben sehr schwer machen kann“, verwies Edina Rott auf den wichtigen Termin am Mittwoch unter dem Hohenstaufen.

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Metzingen

   

So spielten sie


TuS Metzingen gegen
Kopenhagen Handbold

30:22

TuS Metzingen: Kohorst (1), Roth – Zapf (5/4), Janiszewska, Pandza, Amega (2), Quist, van Wetering (4), Petersen (4), Kovacs, Degenhardt, Niederwieser (6), Weigel (5), Hartstock, Haggerty (3), Korsos  
Kopenhagen Handbold: Milling, Yde – Bidstrup (6), Blohm (5), Blomstrand, Bont (5/1), Fons, Hansen (1), Hjertner (1), Krullaars, Mellegard (1), Nüsser (1),  Uscinowicz, von Pereira (2), Wall
Siebenmeter: 5/4 (Zapf scheitert) – 1/1
Zeitstrafen: Zapf, Amega, Petersen, Niederwieser, Haggerty – Mellegard, Bont, Bidstrup
Schiedsrichter: Daniel Freitas, Cesar Carvalho (Portugal)
Zuschauer: 680