Mit einem Acht-Tore-Polster im Handgepäck fliegt die TuS Metzingen am Samstag (6 Uhr) nach Kopenhagen. Kann nach dem 30:22-Hinspielsieg eigentlich noch irgend etwas anbrennen? Nichts ist unmöglich. „Natürlich sind acht Tore viel. Im Handball kann es aber bekanntlich sehr schnell gehen. Wir sollten gar nicht an das Ergebnis denken, sondern einfach auf Sieg spielen“, steht Manager Ferenc Rott auf der pinken Euphorie­bremse. Das „bestmögliche Ergebnis“ will der Manager erreichen. Und das muss dann fürs Weiterkommen reichen. Sollte Kopenhagen Handball mit neun Toren oder mehr gewinnen, wäre die Euro-Tour der TusSies nämlich vorbei. Das nur kurz zur Arithmetik im EHF-Pokal.

Kopenhagen schießt sich warm

Und das mit den Toren haben die Däninnen unter der Woche schon einmal geübt, am Mittwoch in Randers mit 30:22 gewonnen. Jawohl, kein Druckfehler. Der Negativlauf wurde damit eindrucksvoll gestoppt, Trainer Claus Leth Mogensen wird seinem Team nun erklären, dass ein solches Ergebnis auch in eigener Halle gegen Metzingen machbar ist. Mia Rej Bidstrup und Kolleginnen machen sich mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch an die Umsetzung. Um noch einmal kurz zurückzublicken: Kopenhagen war lange auf dem Weg zu einem „normalen“ Ergebnis in der Öschhalle, ehe sämtliche Dämme brachen, beziehungsweise die TusSies sie einrissen.

Rückenwind aus dem Derbysieg

Die haben unter der Woche ja ebenfalls noch eine Brise Rückwind mitnehmen können. Ferenc Rott war mit dem 31:25-Sieg im Derby in Göppingen „einigermaßen zufrieden“. Seine Frau Edina „insgesamt zufrieden“. „Göppingen ist nicht einfach zu spielen, das hat man über 60 Minuten gesehen. Wir haben gegen die unangenehme Abwehr nicht immer die richtigen Lösungen gefunden, letztendlich aber souverän gewonnen“, sagte die Trainerin, die unterm Hohenstaufen auf Lena Degenhardt verzichten musste. Der Virus war eher leichterer Natur, kam ohne Fieber daher, am Donnerstag wollte sie schon wieder trainieren, wird nach Lage der Dinge mitfliegen – und dann natürlich auch spielen.

Spielen wird auch Anika Niederwieser. Sie wurde in Göppingen in der zweiten Spielhälfte schlicht und ergreifend geschont. Die Behandlung am Knie, die der Fernseh-Kommentator zu sehen glaubte, gab es als solche nicht. Die Rückraumshooterin, die im Hinspiel so furios aufgetreten ist und auch in Göppingen einen sehr guten Eindruck hinterließ, hat nach der Verletzung zuletzt sehr viel gespielt, durfte deshalb etwas verschnaufen, ist aber bereit für neue Taten.

Es fängt bei 0:0 an

Die italienische Nationalspielerin hat schon am vergangenen Samstag auf eine Gesetzmäßigkeit hingewiesen, die es nicht nur im Handball gibt: „Es fängt bei 0:0 an.“ Außerdem ist sie sicher, von einem Fall zu wissen, als ein Vorsprung von zehn Toren nicht zum Weiterkommen reichte, weil eben im Rückspiel ein Minus von elf angehäuft wurde.

Edina Rott wird von ähnlichen Fällen wissen, will aber auf gar keinen Fall, dass sich die TusSies in den Kreis derer einordnen, die so etwas noch vermasselt haben. „Kopenhagen ist zu Hause viel stärker einzuordnen. Wir müssen von der ersten Minute an hochkonzentriert sein“, sagt die Trainerin, der im Hinspiel vor allem die geringe Zahl an Gegentoren gefiel. Die pinke Defensive machte viel richtig und will das nun wieder tun. Taktieren ist im übrigen auch nicht. „Die Aufgabe werden wir so angehen, dass wir gewinnen wollen“, macht Edina Rott klar. Auf dieser Schiene fährt auch Spielführerin Marlene Zapf – und zwar zügig. „In Kopenhagen werden wir Vollgas geben.“ Sie müssen sogar.

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TuS Metzingen II spielt in Wolfschlugen


Am Samstag (18 Uhr) gastiert in der 3. Liga der Frauen die TuS Metzingen II beim TSV Wolfschlugen. Man kann dabei durchaus von einem Derby sprechen, das es in dieser Umgebung zum ersten Mal gibt. Die „Hexabanner-Mädels“ sind frisch aufgestiegen in Liga drei und es hat den Anschein, dass sie gekommen sind, um zu bleiben. Wobei das angesichts der bisherigen Ausbeute von 5:1 Punkten vielleicht sogar zu kurz gesprungen ist. Wolfschlugen hat sich mit dieser Startbilanz ganz oben mit eingereiht und freut sich jetzt auf die Aufgabe gegen den Metzinger Bundesliga-Nachwuchs. Auch die TuS II ist geschmeidig aus den Startblöcken gehuscht, hat 6:2 Punkte auf dem Konto. Sich im Mittelfeld zu etablieren, ist das Ziel im Ermstal. Dort ist die Personalsituation eine ganz besondere. „Wir trainieren eigentlich nie zusammen, weil ein Teil bei der Ersten mit im Kader isr“, sagte Trainer Damir Lebovic erst kürzlich wieder. Es handelt sich dabei um den gesamten Rückraum mit Laetitia Quist, Katarina Pandza und Rebecca Rott. Genau der macht, obwohl noch blutjung, oft den Unterschied aus, kann als hochbegabt bezeichnet werden. Die Frage ist, wer am Samstag in Wolfschlugen spielt und wer bei der Ersten in Kopenhagen mit dabei ist. „Das wissen wir noch nicht. Es hängt davon ab, ob Lena Degenhardt richtig fit wird“, hat Edina Rott, Cheftrainerin der Ersten, erklärt. Sicher ist, dass ihre Tochter Rebecca bei der Zweiten dabei ist, die sich, egal wer nun spielt, im Derby so teuer wie nur möglich verkaufen will. wose