Damit hat man rechnen müssen. Punktgleich waren der TSV Bayer 04 Leverkusen und die TuS Metzingen vor der Partie. Die Spielanlagen ähneln sich, beide pflegen einen schnellen Handball, basierend auf einer stabilen Deckung. „Das wird schwer“, wusste man im pinken Lager schon vor einer Woche. Es wurde schwer und es wurde unfassbar spannend. Das bessere Ende hatten die TusSies für sich, die sich in den letzten Minuten auch von Rückständen nicht beeindrucken ließen, sondern einfach ihr Ding machten. Ein Ding, das über weite Strecken schön anzusehen war.

Petersen und Degenhardt fehlen

Ohne Zwei musste die TuS die Aufgabe angehen. Simone Petersen konnte mit einer Knieprellung nicht mittun, bei Lena Degenhardt läuft eine Therapie wegen ihrer Patellasehnenbeschwerden, die nicht chronisch werden dürfen. Auch sie fehlte. Schon in den ersten Minuten konnte man erahnen, dass vor allem zwei Frauen im Fokus stehen würden. Maren Weigel erzielte die ersten beiden Treffer für die Angereisten, Svenja Huber hielt auf Leverkusener Seite dagegen. Ihr wurden elf Treffer gutgeschrieben, Maren Weigel „nur“ acht, was am Ende herzlich egal war. Aus verständlichen Gründen war die Nationalspielerin auf Metzinger Seite wesentlich besser gelaunt.

Kluges Angriffsspiel der Pink Ladies

Die TuS Metzingen wartete im ersten Abschnitt gegen eine sehr giftige Bayer-Abwehr mit einem klug angelegten Angriffsspiel auf. Man hatte immer ein Auge für die besser postierte Mitspielerin, zudem waren die Abschlüsse von erlesener Qualität. Deshalb lagen die TusSies meist vorne, ehe sich nach einer Viertelstunde die Gastgeberinnen in die Führungsarbeit einmischten, Huber hatte das 8:7 markiert. Drei Treffer (Kovacs, Weigel, Niederwieser) waren die Antwort. Leverkusen blieb dran, weil sie ebenfalls Qualität hatten, vor allem von Außen viel reinbrachten. Da sah Madita Kohorst nicht immer glücklich aus, die aber auch gute Szenen hatte, kurz vor der Sirene zum Beispiel einen Siebenmeter von Huber schnappte. Per Solo stellte Maren Weigel zur Pause auf 12:14.

Die TusSies entwickeln Pfostenpech

In der zweiten Halbzeit lief es nach Bo van Weterings 14:16 (34.) nicht mehr ganz so geschmeidig. Die Zahl der technischen Fehler erhöhte sich, dann entwickelte man auch noch Pfostenpech. In kurzer Zeit klatschten drei Versuche an die Tor-Einfassung. Leverkusen ging voran (19:18, 42.), führte nach einem Huber-Treffer gar 23:21 (53.). Bo van Wetering und Maren Weigel egalisierten (23:23, 55.). Huber steuerte per Siebenmeter das 24:23 (57.) bei, zuvor hatte Nicole Roth im TuS-Kasten zwei Mal überragend pariert. Den Rest erledigten die Pink Ladies in einer Überzahl. 24:24 Katarzyna Janiszewska (58.), 24:25 Anika Niederwieser (59.). Ausgleichsbemühungen zerschellten an einer pinken Mauer.

„Für den weiteren Saisonverlauf war es ein immens wichtiges Spiel. Wir haben sicher nicht überragend gespielt, teilweise aber gut verteidigt. Aus dem Rückraum wollten wir gefährlich werden, das ist nur Maren auf der rechten Seite gelungen. Am Ende zählte aber nur der Sieg. Wir brauchten das Erfolgserlebnis, das uns viel Schub gibt“, sagte Manager Ferenc Rott.

Torhüterin Nicole Roth: „Aufgrund der Tabellensituation wussten wir, was auf uns zukommt. In einem Duell auf Augenhöhe kommt es auf Kleinigkeiten an. In der zweiten Halbzeit haben wir uns nicht vom Abschlusspech verrückt machen lassen, sondern mit einer starken Abwehr geantwortet. Das machte es natürlich auch für mich leichter, die Bälle zu parieren. Wir freuen uns über den Sieg vor der WM-Pause und bedanken uns bei den vielen mitgereisten Fans für die Unterstützung.“

So spielten sie


TSV Bayer 04 Leverkusen gegen
TuS Metzingen

24:25

TSV Bayer 04 Leverkusen: Fehr, Kurzke – Thomaier, Jurgutyte, Seidel, Zschocke, Souza (1), Bruggeman, Kinlend (2), Einarsdottir (2), Huber (11/6), Adams (3), Joanna Rode (2), Jennifer Rode (3), E. Rode 
TuS Metzingen: Kohorst, Roth – Zapf (5/3), Janiszewska (2), Pandza, Amega (1), Quist, van Wetering (3), Kovacs (1), Niederwieser (3), Weigel (8), Hartstock (1), Obradovic, Haggerty, Korsos (1)  
Siebenmeter: 7/6 (Huber scheitert) – 3/3
Zeitstrafen: Bruggemann, Jennifer Rode – Haggerty, Niederwieser
Schiedsrichter: Denis Regener, Julian Koppl
Zuschauer: 850