Pünktlich zu Weihnachten ist die WM-Pause beendet. Die Handball-Bundesliga der Frauen nimmt am zweiten Feiertag wieder den Spielbetrieb auf. So auch die TuS Metzingen, die zum Spiel gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 in die zweite Heimat nach Tübingen zieht. Mainz tat sich zu Beginn in der neuen Umgebung schwer, kam zuletzt aber besser in Tritt, feierte gegen die Kurpfalz Bären gar den ersten Sieg. Angesichts der Tabellenkonstellation erübrigt sich die Frage nach dem Favoriten: Die TuS Metzingen ist mit 10:4 Punkten augenblicklich Fünfter, der Gast aus der Karneval-Hochburg Letzter (2:12). Dennoch ist Vorsicht geboten.

„Man darf nicht vergessen, dass Mainz in der Pause mit dem ganzen Team trainieren konnte, wir bekanntlich nicht, weil vier Nationalspielerinnen fehlten. Da muss man sich erst wieder finden“, sagte TuS-Trainerin Edina Rott. Sehr spät hatte sie ihre Mädels wieder beisammen. Am Freitag trudelten die Nationalspielerinnen ein, mit Ausnahme von Weltmeisterin Delalila Amega, die aus privaten Gründen erst knapp vor dem Spiel zum Team stößt. Ihre niederländische Teamkollegin Bo van Wetering, Maren Weigel (Deutschland) und Marija Obradovic (Serbien) sind die weiteren Internationalen in Reihen der Pink Ladies.

Keine Pause für die Nationalspielerinnen

Sie hatten keine „WM-Pause“, würden vielleicht jetzt eine benötigen. Der Rest durfte kurz ausspannen, ehe Edina Rott eine zweite Vorbereitung startete. „Im athletischen und konditionellen Bereich haben wir gearbeitet“, verriet Edina Rott. Und wie ist es bei den Spielerinnen angekommen? „Nur laufen macht nicht glücklich“, so Torhüterin Nicole Roth mit breitem Grinsen. Nicht nur sie ist froh, dass es endlich wieder losgeht.

Personell ist die TuS Metzingen vor der Partie gegen Mainz nicht gerade auf Rosen gebettet. Mit den vier Nationalspielerinnen wird man noch etwas behutsam umgehen – Bo van Wetering ausgenommen. Die Linksaußen wird dringend gebraucht, weil sich Dorina Korsos beim Turnier in der Schweiz (13. bis 15. Dezember) verletzt hat. Sie hat sich die Bänder im Sprunggelenk gedehnt. „Es wird aber jeden Tag besser. es ist nicht ausgeschlossen, dass Dorina am Donnerstag spielen kann. Sie ist eine Kämpfernatur“, sagte Edina Rott nach dem Test am Samstag gegen Göppingen. Sicher nicht dabei ist Lena Degenhardt. Deren Patellasehne schmerzt immer noch.

Klarer Testsieg gegen FA Göppingen

Am Samstag konnten die TusSies vor 400 Zuschauern im Test gegen Frisch Auf Göppingen den Ernstfall proben. Ein Unterfangen, das man angesichts des 39:19 (18:7)-Sieges als durchaus gelungen bezeichnen kann – wobei der Gast mit sehr schmalem Aufgebot angereist war. „Wir haben viele Dinge gut gemacht“, lobte WM-Fahrerin Marija Obradovic. Ihre Trainerin Edina Rott war ebenfalls zufrieden. „In der ersten Halbzeit haben wir richtig gut gedeckt und uns nur einen technischen Fehler erlaubt.“

Testzweck war vor allem das Vorgehen gegen offensive Abwehrreihen – wie sie von Göppingen gepflegt werden. Da tat sich Simone Petersen hervor, die jede Lücke erspähte, die sich in einem 3:2:1-Verbund ergeben. Notgedrungen musste, weil Dorina Korsos ja fehlte, auf Linksaußen neues probiert werden, schließlich konnte Weltmesiterin Bo van Wetering ja nicht durchspielen.

Sämtliche WM-Fahrerinnen hinterließen einen positiven Eindruck, konnten sich ins TuS-Spiel sehr gut einbringen und werden das nun auch gegen Mainz am Donnerstag tun. „Die haben einen Rückraum, der wirft aus allen Lagen“, stellt Edina Rott ihre Mädels auf ein unkonventionelles Angriffsverhalten ein. Trainiert wurde am Sonntagmorgen, dann trifft man sich wieder am Abend des 1. Weihnachtstages zu Übungszwecken. Dazwischen ist das pinke Weihnachten also recht kurz.

TuS: Kohorst, Roth – Zapf (3), Janiszewska (3), Pandza (2), Quist, van Wetering (3), Petersen (8), Kovacs (4), Niederwieser (4), Weigel (2), Hartstock (2), Hübner (2), Obradovic (4), Haggerty (2)    

Vorverkauf, Shuttlebus und der Kalender


Der Vorverkauf für das Spiel der TusSies gegen Mainz läuft nicht schlecht, die Tickets gehen aber nicht aus. Online kann man sich Karten sichern unter: handball-tussies.com. Auch die Tageskasse in der Paul-Horn-Arena wird gut bestückt sein.
Ferner kann man per Shuttlebus anreisen. Abfahrt ist am zweiten Weihnachtsfeiertag um 16.30 Uhr an der Öschhalle.
Der neue TusSies-Kalender ist ein Schmuckstück. Wer noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist, wird am Montag in der Geschäftsstelle der TusSies fündig, Wilhelmstraße 5 (Kronenpassage). Geöffnet ist von 15 bis 18 Uhr. wose