Frauenhandball Es ist nicht nur ein Spiel

Patricia Kovacs ist nach der Verletzung von Delaila Amega hauptsächlich als Spielgestalterin gefragt. Dass die österreichische Nationalspielerin das kann, hat sie schon des öfteren gezeigt.
Patricia Kovacs ist nach der Verletzung von Delaila Amega hauptsächlich als Spielgestalterin gefragt. Dass die österreichische Nationalspielerin das kann, hat sie schon des öfteren gezeigt. © Foto: Eibner
Metzingen / Wolfgang Seitz 08.01.2019
Im Viertelfinale des DHB-Pokals gastiert die TuS Metzingen am Mittwochabend (19.30 Uhr) bei der Neckarsulmer Sportunion.

Für Monika Kobylinska ist das Pokal-Viertelfinale am Mittwochabend in Neckarsulm ein „Do-or-Die-Game“. Die Rückraumspielerin der TuS Metzingen liegt da ganz auf einer Linie mit ihrem Trainer, dem auch der Begleittext der Polin behagt – ... „das wir unbedingt gewinnen wollen.“ Das will er auch, und ohne groß nachzufragen, kann man den Rest der TusSies mit ins Boot nehmen. Sie wissen um was es geht. Es ist Pokal-Viertelfinale, die letzte Station vor dem Final Four. Da will man hin. Auch der Gastgeber vom Mittwochabend, die Neckarsulmer Sportunion, für die eine Teilnahme das Highlight in der Vereinshistorie wäre. Es ist also alles angerichtet für einen heißen Pokalfight.

Den nimmt die TuS Metzingen kurz nach der Heimkehr aus Schweden in Angriff. Erst am frühen Dienstagmorgen war die Mission Europapokal beendet. Über den 29:27-Sieg beim Landesmeister in Sävehof konnte man sich kaum freuen, wurde der erfolgreiche Auftritt doch von der Verletzung von Spielmacherin Delaila Amega überschattet (siehe Info). Sie fehlt damit nicht nur im Pokalspiel. Für das muss aber eine schnelle Lösung her. „Ich kann in einem Training nicht die Welt verändern“, sagt André Fuhr. Einige Varianten im pinken Rückraum hat man schon gesehen, auf jene wird man nun sicher auch in der Audistadt zurückgreifen.

Weil nach den Verletzungen von Marija Obradovic und nun Delaila Amega für die Positionen Rückraum Links und Mitte mit Shenia Minevskaja und Patricia Kovacs nur noch zwei etatmäßige Spielerinnen zur Verfügung stehen, sieht Fuhr die „Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt“. Das kann man durchaus so stehen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Pink Ladies jeden dritten Tag spielen müssen. Das geht auch bei jungen Sportlerinnen an die Substanz.

Am Ziel ändert dies gar nichts. Die TuS Metzingen will erneut zur Pokal-Endrunde nach Stuttgart. „Wenn wir das erreichen, haben wir schon viel von den Saisonzielen erreicht.“ André Fuhr weiß, dass auf dem Weg dorthin einiges an Arbeit wartet. „Im Punktspiel in Neckarsulm haben wir uns schwer getan, mussten uns lange quälen. Deshalb sind wir gewarnt“, blickt der Coach zurück.

Die Sportunion hat am Wochenende mit dem 29:26 in Halle-Neustadt einen immens wichtigen Sieg gelandet, konnte sich im Tabellenkeller zumindest ein bisschen freistrampeln, wobei Fuhr den Eindruck hat, dass sich das gut besetzte Neckarsulmer Team bisher unter Wert verkauft. Irene Espinola Perez, Louisa Wolf, Nele Reimer und Torhüterin Nicole Roth hat er besonders auf dem Zettel. „Es ist eine gute Mannschaft, die alles versuchen wird“, so Fuhr.

Alles zu seiner Zeit

Nach vorne gucken will der Trainer nicht so gerne. Wir tun es trotzdem. Samstag spielt mit Siófok ein europäisches Spitzenteam in Metzingen auf, nächsten Mittwoch geht die Reise zum Thüringer HC, einem deutschen Spitzenteam, dem amtierenden Meister. Aber alles zu seiner Zeit. Zunächst zählt einzig und allein der Pokal.

Das Final4 nimmt Konturen an

Zumindest acht Teams aus der Handball-Bundesliga der Frauen haben sich das Wochenende 25./26. Mai schon einmal markiert. Dann steht in der Stuttgarter Porsche-Arena das Pokal Final Four an. Und die vier Teilnehmer werden im Viertelfinale ermittelt, das dieser Tage steigt.
Die Spiele im einzelnen:
Mittwoch, 19.30 Uhr
Neckarsulmer SU – TuS Metzingen
Mittwoch, 20 Uhr
SG BBM Bietigheim – Buxtehuder SV
Sonntag, 15 Uhr
Thüringer HC – BVB Dortmund
Sonntag, 16 Uhr
Halle-Neustadt – Bayer Leverkusen

Delaila Amega schon operiert

Bereits am Dienstag wurde Delaila Amega, die sich am Sonntag den Ringfinger der Wurfhand gebrochen hat, erfolgreich operiert. Manager Ferenc Rott rechnet mit sechs Wochen Pause für die Spielmacherin.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel