Tennis Erneut war mehr drin, doch diesmal atmet TVR auch auf

Unsichere Wetterlage: Das TVR-Heimspiel gegen Aachen musste wegen Regens teilweise in der nahen Halle stattfinden.
Unsichere Wetterlage: Das TVR-Heimspiel gegen Aachen musste wegen Regens teilweise in der nahen Halle stattfinden. © Foto: Baur
Reutlingen / Andreas Stephan 23.07.2018

Enger hätte es kaum sein können. Der TV Reutlingen errang bei seinem zweiten Bundesliga-Heimspiel gegen den TK Kurhaus Lambertz Aachen ein 3:3-Unentschieden. Der erste Punkt in der 1. Tennis-Point Bundesliga für die Reutlinger, insgeheim hoffte man aber auf einen Sieg.

„Aachen ist eine der zwei Teams, die für uns am ehesten schlagbar sind. Daher wären natürlich zwei Punkte schön gewesen“, meinte TVR-Trainer Daniel Stöhr.

Wie so häufig in dieser Saison fehlte aber auch hier dem TVR etwas das Glück. Michael Berrer kämpfte sich vor knapp 700 Zuschauern gegen den Ex-Reutlinger Nils Langer nach verlorenem ersten Satz zurück in die Partie und entschied den Matchtiebreak mit 10:7 für sich.

Knapp am Sieg vorbei schrammte Jordi Samper-Montana. Gegen den stark aufspielenden Salvatore Caruso gewann er den ersten Satz mit 6:3, verlor nach einer Regenunterbrechung aber etwas die Konzentration und gab den zweiten Durchgang mit 1:6 ab. Im Matchtiebreak hatte Samper-Montana dann sogar Matchball, verlor den dritten Durchgang am Ende aber mit 10:12.

„Das war richtig eng bei Jordi“, meinte auch Stöhr danach etwas enttäuscht. Nach den ersten zwei Einzeln brachen dann alle Wolken. Ein lang anhaltender Regen zwang die Protagonisten und in die Halle. Ein Vorteil für den aufschlagstarken Tobias Simon, sollte man meinen. Sein Gegner Guillermo Olaso entschärfte Simons Aufschläge jedoch regelmäßig und zwang dem Reutlinger ein Spiel auf, dass ihm eher weniger lag. Stöhr analysierte das so: „Olaso returniert in Weltklasse-Manier. Und man merkt, dass sich Tobi  auf dem schnellen Teppichboden von der Grundlinie nicht sehr wohl fühlt.“

Der erste Satz ging schnell an den Aachener. Im zweiten Durchgang kam Simon dann mit dem Spiel in der Halle besser zurecht, der Matchtiebreak ging dann wieder an den konstanteren Aachener. Die überzeugendste Leistung brachte Reutlingens Nummer eins, Andrea Arnaboldi. Der Italiener zeigte sich auf Teppich in seinem zweiten Spiel für den TVR fast fehlerlos und gewann in zwei engen Sätzen gegen die aktuelle Nummer 164 der Weltrangliste Christian Garin.

TVR-Teammanager Rainer Renz lobte den Italiener: „Andrea ist ein super Junge, für ihn freut mich dieser Erfolg besonders.“

Ex-Davis-Cup-Spieler im Einsatz

In den Doppeln kam bei den Aachenern dann der ehemalige Davis-Cup-Spieler und ausgewiesene Doppelexperte Philipp Petzschner zum Einsatz. Petzschner gewann vor einigen Jahren die Doppelkonkurrenz in Wimbledon und bei den US Open. Die Paarung Tobias Simon und Florian Fallert trat gegen ihn und Salvatore Caruso an und hatte die Sensation auf dem Schläger. Mit 5:7 und 6:7 verloren die Reutlinger das Match, nachdem die im Tiebreak bereits drei Satzbälle hatten. Getragen vom frenetischen Jubel der Zuschauer schafften es dann immerhin Michael Berrer und Andrea Arnaboldi in einem Tiebreak-Marathon, den dritten Reutlinger Punkt und damit den ersten Zähler für den Bundesliga-Aufsteiger zu holen.

Trainer Daniel Stöhr war am Ende des langen Tages dann dennoch zufrieden: „So knapp wie alle Ergebnisse waren geht das Unentschieden letztlich in Ordnung. Aber natürlich hätten wir gerne mehr mitgenommen.“

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