Die Suche nach einem neuen Job ist manchmal gar nicht so einfach – und teilweise auch eine heikle Angelegenheit. Denn zum einen muss man einen potenziellen neuen Arbeitgeber ja erst einmal finden, man will sich über ihn informieren, dann erfolgt die Kontaktaufnahme und schließlich im besten Fall das Bewerbungsgespräch.
Der Fachkräftetag war deshalb in den vergangenen Jahren eine tolle Kombination: Man hatte viele Firmen an einem Ort, und zur Kontaktaufnahme reichte ein freundliches „Hallo“.

Es beginnt mit einem Klick 

Daran ändert sich auch nichts, wenn der Fachkräftetag nun digital ist. Im Gegenteil – hier reicht nun schon ein Klick, um sich am Stand eines potenziellen Arbeitgebers umzusehen. „Das Angebot ist niederschwellig aufgebaut – das heißt, man muss sich nicht extra aufbrezeln, um sich digital beim Fachkräftetag umzusehen“, sagt Projektleiter Alexander Gebel mit einem Augenzwinkern. Er rät Besuchern, nicht schüchtern zu sein: „Einfach mal durchklicken und Kontakt aufnehmen, auch wenn es im ersten Moment seltsam anmuten mag, sich mit jemandem zu unterhalten, der einem nicht gegenüber sitzt.“ Doch es sitzt ja jemand da – nur eben am anderen Ende der Internetleitung.
Die teilnehmenden Firmen beantworten im Chat alle Fragen der Besucher: Welche Kräfte werden derzeit gesucht? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? Was, wenn mein Schulabschluss nicht dem geforderten entspricht? Wie sind die Möglichkeiten zur Weiterbildung? Wird nach Tarif bezahlt? Für die Besucher besteht die Möglichkeit, entweder über Textnachrichten oder im persönlichen Videocall Kontakt aufzunehmen. Dabei kann es dann um die Firma generell gehen oder aber um eine konkrete ausgeschriebene Stelle. Vielleicht ist dem Interessenten ja das Thema flexible Arbeitszeiten wichtig – auch dazu gibt es Antworten im Chat. Auch Zusatzleistungen können ein Thema sein. Diese sind in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus gerückt.
Arbeitgeber wollen ein Wohlfühlklima für ihre Angestellten schaffen – und in einigen Branchen tobt sogar ein harter Kampf um gut qualifizierte Fachkräfte. „Das lässt sich bei immer mehr Stellenanzeigen beobachten, dass ‚weiche Faktoren‘ immer wichtiger werden“, erklärt Gebel. „Arbeitgeber erwarten von ihren Mitarbeitern Sozialkompetenz und die Bereitschaft, sich weiterzubilden.
Im Gegenzug legen Angestellte ein Augenmerk auf Wertschätzung.“ Diese wird heute weniger monetär ausgedrückt als vielmehr durch Zusatzleistungen. „Altersvorsorge, ein Jobbike oder Gesundheitsvorsorge haben an Bedeutung gewonnen“, hat Gebel beobachtet. Das Zusammenspiel Arbeitgeber-Arbeitnehmer geht also weg vom reinen „Du gibst mir deine Arbeitskraft, ich gebe dir Geld dafür“.

Der Arbeitsplatz als Wohlfühlort 

Am Arbeitsplatz verbringen die meisten immerhin rund 40 Stunden pro Woche – da soll ein gewisser Wohlfühlfaktor nicht fehlen. Dass betriebliche Leistungen eine Win-win-Situation sein können, zeigte sich auch während der Corona-Pandemie. Zahlreiche Arbeitgeber boten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Impfung an. „Für die Firmen ein Vorteil, weil sie einem hohen Krankenstand und damit Fehlzeiten der Mitarbeiter vorbeugen konnten. Die Angestellten wiederum erhielten unkompliziert Termine für die Impfung, während die Vergabe von Impfterminen über die Impfzentren teilweise schwieriger verlief“, so Gebel.

So funktioniert der Fachkräftetag am Samstag, 9. Oktober

Beteiligt am digitalen Fachkräftetag sind 25 interessante Unternehmen unterschiedlicher Branchen aus der Region Neckar-Alb, Ulm und Göppingen. Die Firmen aus der Region Neckar-Alb werden in der Sonderbeilage zum Fachkräftetag in der heutigen Tageszeitung vorgestellt. 
Um mit den Firmen in Kontakt zu treten, einfach am Samstag, 9. Oktober, zwischen 10 und 15 Uhr reinklicken auf
www.fachkraeftetag.de. Interessenten können problemlos per Textchat oder per Videocall mit Unternehmensvertretern in Kontakt treten.
Begleitend sind ab 10 Uhr auf der genannten Homepage Vorträge zu den Themen „Arbeiten und organisieren im Homeoffice“ von der Gabriele wagner (Coach & Learn) und „Fort- und Weiterbildung – wie werde ich zur Fachkraft?“ von Stefan Gehring und Michael Wägele (Agentur für Arbeit) abrufbar.