Frauenhandball Die TusSies in der Dauerschleife

Monika Kobylinska (Mitte) will mit ihren TuS-Kolleginnen die erste EHF-Pokal-Hürde nehmen. Mit Gruder Gegenwehr ist aber zu rechnen.
Monika Kobylinska (Mitte) will mit ihren TuS-Kolleginnen die erste EHF-Pokal-Hürde nehmen. Mit Gruder Gegenwehr ist aber zu rechnen. © Foto: Eibner
Metzingen / Wolfgang Seitz 13.09.2018

Es geht Schlag auf Schlag. Drei Mal binnen sechs Tagen spielen die TusSies in der Öschhalle auf. Es beginnt mit einem Doppelpack im EHF-Pokal am Freitag und Samstag (jeweils 20 Uhr) gegen HZRK Grude, den Meister aus Bosnien und Herzegowina.

Man hat sich darauf verständigt, beide Spiele auf europäischer Ebene an einem Ort auszutragen.  „Wirtschaftliche Gründe waren dafür ausschlaggebend. Ein kleiner Verein wie Grude tut sich da schwer. Wir wollten die beiden Spiele – und wir haben sie bekommen“, sagte Geschäftsführer Ferenc Rott am Mittwoch bei der Pressekonferenz in der Öschhalle.

Strenggenommen trägt die TuS am Freitag ein Auswärtsspiel in den eigenen vier Wänden aus, das für vergangenes Wochenende geplant war, am Samstag steigt dann sofort das Rückspiel. Noch einmal Rott: „Das ist im EHF-Pokal in den ersten drei Runden erlaubt. Es steht aber jetzt schon fest, dass es in der dritten Runde gegen die Russinnen aus Astrachan ein Hin- und Rückspiel geben wird. Wenn wir weiterkommen natürlich.“ Fast hätte der TuS-Geschäftsführer den kleinen Zusatz vergessen. Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, die TusSies sind einfach haushoher Favorit.

Trainer André Fuhr sieht das auch so, hat seinen Mädels aber schon einmal eingeschärft, dass sie auf der Hut sein müssen. In Videostudien hat er folgendes erkannt: „Grude pflegt ein schnelles Umschaltspiel, die Spielmacherin setzt oft den Kreis in Szene, und die Rückraumlinke ist sehr treffsicher“, so Fuhr, für den der Gegner also kein gänzlich unbeschriebenes Blatt ist, der aber trotzdem fest davon ausgeht, dass seine Mannschaft die erste Pokal­aufgabe erfolgreich gestalten wird.

Rückblickend aufs Spiel in Neckarsulm zum Saisonauftakt war Fuhr am Mittwoch zufriedener als noch am Samstag. „Wenn man ein Spiel mit sechs Toren auswärts gewinnt und danach darüber spricht, dass wir noch einiges an Luft nach oben haben, dann spricht das in gewisser Weise auch irgendwie für uns“, so Fuhr. Eine sehr gute erste Halbzeit habe die TuS gespielt, „nur die Bälle nicht reingemacht“. Das soll sich nun bessern.

Neuzugang Julia Harsfalvi, die in Neckarsulm zur Spielerin des Tages gekürt wurde, dort mit 100-prozentiger Quote unterwegs war, wird im EHF-Pokal nicht dabei sein. „Sie verspürte eine leichte Reizung im Knie. Das ist schon viel besser geworden, wir gehen aber kein Risiko ein. Nächsten Mittwoch gegen Bietigheim wird sie wieder an Bord sein“, so Fuhr zur personellen Lage. Die Linksaußen pausiert also, auf der anderen Seite gibt es ein Comeback. Kelly Vollebregt trainiert seit Wochen wieder mit Vollgas. Der Kreuzbandriss ist Geschichte. „Wir wollen sie an das Niveau heranführen, das sie vor der Verletzung hatte“, sagt ihr Trainer. Da bieten sich die beiden Spiele gegen Grude natürlich an.

Noch nicht ganz so weit ist Dorina Korsos. „Es ist alles gut, ich laufe jeden Tag, kann auch schon wieder springen. Spätestens im Oktober will ich wieder zurück aufs Feld, ein bisschen Handball spielen“, sagte die junge Ungarin, die schon zum zweiten Mal am Kreuzband operiert wurde, den Optimismus aber nicht verloren hat. „Dezember, spätestens Januar, will ich wieder spielen.“ Man wünscht ihr, dass es klappt.

Info Die zweite Runde im DHB-Pokal der Frauen ist terminiert. Die TusSies spielen am Samstag, 6. Oktober, beim Drittligisten SG BBM Bietigheim II in der Sporthalle am Viadukt. Anwurf ist um 18 Uhr.

TusSies gehen neue Wege im Athletikbereich

Mit dem Beginn der Vorbereitung starteten die TusSies ein neues Athletikkonzept.
Per4me ist der Name der neuen Trainingsstätte, ermöglicht und gebaut vom TusSies-Goldpartner Wahl Gruppe. Geleitet von Shenia Minevskaja und ihrem Freund Martin Franz, bietet diese Einrichtung professionelle Bedingungen. 200 Quadratmeter Trainingsfläche stehen den Handballerinnen mindestens zwei Mal wöchentlich exklusiv zur Verfügung. Alle Spielerinnen wurden zu Saisonbeginn umfangreich gescreent und haben anschließend individuelle Trainingspläne und Korrekturprogramme erhalten. Ziel ist es, Defizite auszugleichen, sowie Verletzungen vorzubeugen. Spielerinnen, die sich nach einer Verletzung auf dem Weg zurück befinden, erhalten die bestmögliche Unterstützung, um ihr Leistungsniveau wieder zeitnah zu erreichen. Trainer André Fuhr: „Wir haben beste Bedingungen für das Athletiktraining. Ziel ist es in erster Linie, Verletzungen vorzubeugen, aber wir wollen auch mit dieser kontinuierlichen, athletischen Verbesserung den Ansprüchen des modernen Handballs gerecht werden. Wir trainieren dort mindestens zwei Einheiten pro Woche.“

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